DZ Bank : Dividende wie ein Dax-Konzern

DZ Bank : Dividende wie ein Dax-Konzern

, aktualisiert 24. Mai 2017, 20:30 Uhr
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Die Frankfurter DZ Bank hat vor knapp einem Jahr mit ihrem Schwesterinstitut WGZ fusioniert.

von Elisabeth AtzlerQuelle:Handelsblatt Online

Die genossenschaftliche DZ Bank will rund 320 Millionen Euro an ihre Eigentümer, die Volks- und Raiffeisenbanken, ausschütten. Denen kommt der kleine Geldsegen angesichts der Minizinsen ganz recht.

FrankfurtVor einem Jahr hat die Frankfurter DZ Bank mit ihrem Schwesterinstitut, der Düsseldorfer WGZ Bank, fusioniert. Seitdem ist das Zentralinstitut der knapp 1000 Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland die zweitgrößte deutsche Bank – nach der Deutschen Bank und noch vor der staatlichen KfW und der Commerzbank.

Im vergangenen Jahr verdiente die DZ Bank auch bestens. Während Deutsche Bank und Commerzbank mit Altlasten kämpften, erzielte sie 2016 einen Gewinn von 2,2 Milliarden Euro vor Steuern. Nach Steuern blieben 1,6 Milliarden Euro. Dabei profitiert die Genossenschaftsbank auch davon, dass Verbundunternehmen der Gruppe unter ihrem Dach gebündelt sind und der Versicherer R+V und die Fondsgesellschaft Union Investment deutlich zum guten Ergebnis beitrugen.

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Daran sollen auch die Eigentümer teilhaben. Die DZ Bank will ihnen 18 Cent je Anteilsschein zahlen. Insgesamt wären das 322 Millionen Euro. Mit diesem Dividendenvorschlag „bewegen wir uns im Vergleich mit den Dividenden der Dax-30-Konzerne für das Geschäftsjahr 2016 im guten Mittelfeld“, sagte DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch auf der Hauptversammlung des Geldhauses am Mittwoch.

Das Aktionärstreffen fand – symbolträchtig – in Düsseldorf statt, also am Sitz der früheren WGZ Bank. Die beiden Spitzeninstitute hatten zum 1. August 2016 fusioniert. Auf den jeweiligen Hauptversammlungen im vergangenen Jahr stimmten jeweils fast 100 Prozent der Eigner für die Verschmelzung. Die Arbeiten am Zusammenschluss seien aber noch nicht abgehakt, so Kirsch.

Zudem sieht Kirsch, seit 2006 an der DZ-Spitze, unbequeme Zeiten auf die Geldhäuser zukommen – auch wegen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB): Die EZB mache es den Banken „zunehmend unmöglich“, auskömmliche Zinserträge zu erzielen und dränge sie in risikoreiche Geschäfte. Im Jahr 2017 und in den Folgejahren werde die Situation „viel herausfordernder“ werden.

Der Großteil der Gesamterträge regionaler Banken – rund 80 Prozent – stammt aus dem Geschäft mit Krediten und Einlagen. Doch die Marge im Kreditgeschäft schrumpft, zum anderen ist es für die Regionalbanken schwer, mit ihren eigenen Anlagen noch etwas zu verdienen. Wer sicher investieren will, bekommt dafür fast keine Rendite – zumal die EZB Anleihen im großen Stil aufkauft.


Weniger Gewinn im ersten Quartal

Das schwierigere Umfeld spürt auch die DZ Bank. Der Konzern verdiente im ersten Quartal 2017 knapp 470 Millionen Euro vor Steuern, fast 20 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Immerhin: Das lag noch über den Erwartungen des Managements. Zudem sei das Ergebnis im Vorjahr durch positive Bewertungseffekte beeinflusst gewesen.

An ihrer Prognose für das laufende Jahr hält der Vorstand fest. Er rechnet damit, dass die DZ Bank vor Steuern 1,5 bis zwei Milliarden Euro verdient. Und er erwartet, wie Kirsch sagte, „diesen Wert in den darauffolgenden Jahren wieder zu steigern“.

Die Fusion zwischen DZ und WGZ Bank war 2016 endlich geglückt – nach vier erfolglosen Anläufen. Es war die größte Bankenfusion in Deutschland seit langem. Der genossenschaftliche Sektor ist damit weitaus stärker konsolidiert als der der Sparkassen, wo es noch elf Versicherer, acht Bausparkassen und fünf große Landesbanken gibt.

Die genossenschaftlichen Kreditinstitute haben sich zu einer echten Macht in der deutschen Finanzbranche entwickelt. Nicht nur die DZ Bank fuhr 2016 einen stattlichen Gewinn ein, die knapp 1 000 Volks- und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken und PSD verdienten trotz Niedrigzinsen vor Steuern 6,8 Milliarden Euro und damit etwas mehr als 2015. Den Marktanteil im deutschen Kreditgeschäft bauten sie zusammen seit Sommer 2008 von damals 16,5 Prozent auf zuletzt 21,5 Prozent aus.

Quelle:  Handelsblatt Online
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