DZ Bank : Schiffkredite als Klotz am Bein

DZ Bank : Schiffkredite als Klotz am Bein

, aktualisiert 31. August 2017, 12:03 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Für das Spitzeninstitut der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken wird es schwieriger, die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Vor allem eine höhere Risikovorsorge für faule Kredite belastet die Bilanz.

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Die beiden Spitzeninstitute der Volks- und Raiffeisenbanken haben sich vor gut einem Jahr zusammengeschlossen.

FrankfurtDie DZ-Bank-Gruppe plant angesichts neuer Belastungen aus der Schiffskrise vorsichtiger. Operativ sieht sich die Gruppe zwar auf Kurs, wie DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch am Donnerstag erklärte: „Wir sehen zum Auftakt des zweiten Halbjahres einen erfreulichen Geschäftsverlauf.“ Er dämpfte aber den Ausblick etwas: „Unser angestrebtes Jahresergebnis am unteren Ende der nachhaltigen Ergebnisspanne von 1,5 bis zwei Milliarden Euro vor Steuern erscheint im aktuellen konjunkturellen Umfeld vor diesem Hintergrund weiterhin möglich, ist jedoch ambitionierter geworden.“

In den ersten sechs Monaten 2017 erzielte das Spitzeninstitut der rund 1.000 deutschen Genossenschaftsbanken 939 Millionen Euro Vorsteuergewinn und 488 Millionen Euro Überschuss. Vor Jahresfrist lagen die Zahlen mit rund 1,6 Milliarden Euro vor Steuern und rund 1,2 Milliarden Euro nach Steuern deutlich höher, sie sind aber wegen der zwischenzeitlich erfolgten Fusion der DZ mit der Düsseldorfer WGZ nur bedingt vergleichbar. Die genossenschaftlichen Spitzeninstitute hatten sich zum 1. August 2016 zur Zentralbank für Deutschlands Volks- und Raiffeisenbanken zusammengeschlossen.

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Im ersten Halbjahr 2017 schlug die Zusammenführung der beiden Häuser mit Aufwendungen von 58 Millionen Euro zu Buche, ein Jahr zuvor stand wegen hoher Bewertungseffekte bei dieser Position noch ein Plus von 363 Millionen Euro in der Bilanz.

Zugleich wurde die Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite auf 396 (Vorjahreszeitraum: 219) Millionen Euro fast verdoppelt – wegen der Schiffsfinanzierungen der DVB Bank. Der Transportfinanzierer hat noch 11,1 Milliarden Euro an Schiffskrediten in seinen Büchern (Stand 30.6.) und leidet wie andere Anbieter unter der Dauerkrise der Container-Reedereien. Für die DVB steht ein Vorsteuerverlust von 532 Millionen Euro in der Zwischenbilanz, ein Jahr zuvor hatte es bei der DZ-Tochter vor Steuern noch 15 Millionen Euro Plus gegeben. Gut lief es indes bei der ebenfalls zur DZ-Bank-Gruppe gehörenden Bausparkasse Schwäbisch Hall und dem Fondsanbieter Union Investment.

Quelle:  Handelsblatt Online
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