DZ und WGZ Bank : Einigung nach zähen Verhandlungen

DZ und WGZ Bank : Einigung nach zähen Verhandlungen

, aktualisiert 14. Juli 2016, 19:18 Uhr
Bild vergrößern

Die Chefs von DZ Bank und WGZ Bank, Wolfgang Kirsch (rechts) und Hans-Bernd Wolberg, ziehen beide in den Vorstand der fusionierten Bank ein. Die beiden Spitzeninstitute der rund 1000 Volks- und Raiffeisenbanken schließen sich zum 1. August zusammen. Es entsteht die drittgrößte Geschäftsbank in Deutschland.

von Elisabeth AtzlerQuelle:Handelsblatt Online

Kurz vor dem Zusammenschluss haben sich Vorstand und Betriebsräte von DZ Bank und WGZ Bank auf einen Sozialplan verständigt. Die Einigung soll die Folgen der Fusion abfedern. Sie kam nach zähen Verhandlungen zustande.

Frankfurt Vorstand von DZ Bank und WGZ Bank sowie die jeweiligen Betriebsräte haben sich darauf verständigt, wie sie die Folgen der Fusion der beiden Geldhäuser abfedern wollen. Sie einigten sich nach zähen Verhandlungen auf einen Sozialplan und einen Interessenausgleich. Die zwei Geldhäuser wollen im Zuge des Zusammenschlusses, der am 1. August umgesetzt wird, rund 700 Vollzeitjobs abbauen – das entspricht etwa 1000 Jobs.

„Die wesentlichen vereinbarten Sozialplanleistungen konzentrieren sich auf die Möglichkeiten zum freiwilligen Ausscheiden und die finanzielle Unterstützung bei einem Standortwechsel“, hieß es am Mittwochabend in einer Mitteilung an die Mitarbeiter. Da beide Seiten zunächst nicht übereinkamen, wurde eine Einigungsstelle eingeschaltet.

Anzeige

Die DZ Bank und die WGZ Bank sind die Spitzeninstitute der rund 1000 deutschen Volks- und Raiffeisenbanken. Unter anderem will das fusionierte Geldhaus, das DZ Bank heißen wird, Mitarbeiter, die an einen anderen Standort wechseln, finanziell unterstützen.

Die größere DZ hat ihren Hauptsitz in Frankfurt, die WGZ in Düsseldorf. Ende 2014 beschäftigten die beiden Geldhäuser zusammen knapp 5.700 Menschen. Zugleich soll es einen Kündigungsschutz von fünf Jahren geben, was in einer Grundsatzvereinbarung von Betriebsrat und Management bereits festgeschrieben worden war.

Die Volks-und Raiffeisenbanken, die Eigentümer von DZ und WGZ Bank sind, hatten der Fusion Ende Juni mit großer Mehrheit zugestimmt. In beiden Hauptversammlungen votierten je fast 100 Prozent der Eigner für den Zusammenschluss. Es entsteht damit die drittgrößte Geschäftsbank Deutschlands.

Die fusionierte Bank will jährlich 100 bis 150 Millionen Euro einsparen beziehungsweise mehr Ertrag erzielen. Auch die Eigentümer sollen profitieren. Sie sollen sich zum Beispiel effizienter refinanzieren können und mehr Firmenkunden mit größeren Krediten versorgen können, wie DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch sagte.


Die Gewerkschaft Verdi kämpfte für einen Haustarifvertrag

Während die Eigentümer der WGZ alles einhellig billigten, war die Stimmung zwischen Management und Betriebsrat der DZ Bank zuletzt aufgeheizt. Die Arbeitnehmervertreter hatten moniert, sie erhielten vom Vorstand nicht alle Informationen, um die Verhandlungen zum Interessenausgleich abzuschließen. Der Vorstand wies das umgehend - ebenfalls per Mitteilung im Intranet der Bank - zurück.

Für die Arbeitnehmervertreter ging es um noch mehr. Die Gewerkschaft Verdi hatte versucht, einen Haustarifvertrag bei der DZ Bank durchzusetzen, und war damit beim Vorstand auf Ablehnung gestoßen. Unter anderem will Verdi eine bessere betriebliche Altersversorgung erreichen.

Einem Warnstreik am Tag der DZ-Bank-Hauptversammlung folgten aber nur knapp rund 400 Teilnehmer. Für Verdi war das auch eine Machtprobe - und ein Test, wie viele DZ-Bank-Mitarbeiter sie mit ihren Forderungen erreicht. Denn die Dienstleistungsgewerkschaft ist als Tarifpartei im genossenschaftlichen Sektor weitgehend außen vor. Im Jahr 2008 zerstritt sich Verdi mit der kleineren Gewerkschaft DBV. Damals schloss der DBV mit den Genossenschaftsbanken einen Tarifvertrag ab, auf den Verdi sich nicht einlassen wollte.

Immerhin hat Verdi bei der DZ Bank rund 1.300 Mitglieder, den Großteil in Frankfurt. Die DBV dürfte mit dramatisch weniger Mitgliedern vertreten sein. Die Gewerkschaft äußert sich zu der Zahl nicht. In der aktuellen Mitteilung von Vorstand und Gesamtbetriebsrat zeigen sich beide Seiten aber wieder versöhnlich: „Das Ergebnis ist ein fairer Kompromiss, der im Einvernehmen gelang“, hieß es dort.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%