EBA-Bericht: So viele Banker sind Millionäre

EBA-Bericht: So viele Banker sind Millionäre

, aktualisiert 30. März 2016, 13:51 Uhr
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Schon in dem 1987 erschienenen Film „Wall Street“ verdienten Banker prächtig.

von Katharina SlodczykQuelle:Handelsblatt Online

Die Zahl der Topverdiener in der europäischen Bankenszene steigt weiter. Die deutschen Einkommensmillionäre sind hingegen nach Statistiken der Europäischen Bankenaufsicht Eba gesunken.

Eine solche Steigerung hat es in der viel beachteten Studie der Europäischen Bankenaufsicht Eba bisher noch nicht gegeben: Die Zahl der Einkommensmillionäre unter Europas Bankers ist 2014 auf 3865 gestiegen. Das ist ein Plus von 21,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Eba-Report hervorgeht.

Die meisten Topverdiener unter Europas Bankern mit einem Jahreseinkommen von mehr als einer Million Euro leben in Großbritannien und dort hat ihre Zahl nach den neuesten Statistiken der Eba auch am stärksten zugelegt: Sie stieg zwischen den Jahren 2013 und 2014 von 2086 auf 2926 und liegt damit über dem Niveau von 2012. Die Aufsichtsbehörde erklärt das teilweise aber mit einem Faktor: dem starken Pfund und dem vor zwei Jahren vergleichsweise schwachen Euro.

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Laut Eba wäre die Zunahme der Topverdiener auf der Insel ansonsten etwas kleiner ausgefallen. Von den 840 neuen Einkommensmillionären unter den britischen Bankern profitierten gut 500 von dem Wechselkurs. Nur knapp 340 wäre auch ohne das starke Pfund in die Gruppe der Topverdiener aufgestiegen.

Etwa zwei Drittel der Banker in dieser Gruppe verdienten 2014 zwischen ein und zwei Millionen Pfund im Jahr. Gut ein Sechstel kam auf zwei bis drei Millionen Euro Jahreseinkommen und 19 Banker brachten es auf sechs bis sieben Millionen Euro, die meisten von ihnen waren Investmentbanker.

In Deutschland gab es 2014 dagegen deutlich weniger Einkommensmillionäre in der Bankenbranche als im Vorjahr. Ihre Zahl ist von 397 auf 242 gesunken. Darunter waren nur drei Banker in der höchsten Verdienstgruppe, die zwischen sechs und sieben Millionen Euro jährlich liegt.

In dem jetzt erschienenen Report zum Einkommen in der europäischen Bankenbranche widerspricht die Eba zudem der massiven Kritik, die vor allem von britischer Seite an dem Bonusdeckel der Europäischen Union geübt wird. Britische Banker und auch Finanzaufseher meinen, dass es die Geldhäuser geradezu dazu verleitet, ihre Fixgehälter zu erhöhen und so einen Teil ihrer Flexibilität bei der Kontrolle ihrer Kosten aufzugeben, um im Kampf um die besten Köpfe international wettbewerbsfähig zu bleiben.


Prämien dürfen Grundgehalt nicht übersteigen

Der EU-Bonusdeckel sieht vor, dass die jährlichen Prämien im Regelfall nicht höher als das Grundgehalt ausfallen dürfen. Nur wenn die Mehrheit der Aktionäre zustimmt, können die Boni auf maximal das Doppelte der Fixvergütung steigen. Diese Vorgaben gelten ab Januar 2014 und waren Teil eines größeren Reformpakets. Brüssel will damit erreichen, dass Banken künftig besser gegen Krisen gewappnet sind.

Nach Angaben der Eba hat die Bonibeschränkung nicht zu einer deutlich geringeren Flexibilität der Banken geführt, wenn es darum geht, ihre Kosten zu kontrollieren. Denn die neuen Vorgaben hätten nur im geringen Maße zu höheren Fixkosten geführt und das auch nur bei einigen Instituten, heißt es in dem Eba-Report.

„Die Analyse gibt keine Hinweise darauf, dass der Bonusdeckel einen schädlichen Einfluss auf die Finanzstabilität der Banken hätte, stellen die Eba-Experten fest. Bei den meisten der untersuchten Geldhäuser liege der gesamte Anteil der Festvergütung für die Topmanager, die von den Bonibeschränkungen betroffen seien, bei unter fünf Prozent ihrer administrativen Kosten. Und in den Fällen, wo es eine Steigerung gegeben habe, sei es damit zu erklären, dass einfach die Zahl der Manager gestiegen sei, für die die Limits gelten. Dazu gehören Banker, deren Arbeit und Verantwortung sich auf das das Risikoprofil der Bank auswirkt und die in der Regel mehr als 500 000 Euro im Jahr verdienen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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