Economy, Business & Finance: Flughafen-Bodenpersonal: Betriebsräte drohen mit Aktionen

Economy, Business & Finance: Flughafen-Bodenpersonal: Betriebsräte drohen mit Aktionen

Quelle:dpa

Betriebsräte und Gewerkschaften wehren sich gegen EU-Pläne zur Privatisierung des Bodenpersonals an europäischen Flughäfen. Sollte die EU-Kommission nicht von ihren Vorstellungen abrücken, drohten im Sommer europaweit Aktionen wie Streiks oder Demonstrationen, kündigten Mitarbeitervertreter bei einer Konferenz am Freitag in Köln an. "Die geplante Richtlinie der EU-Kommission würde die wirtschaftliche Situation des Bodenpersonals weiter verschlechtern", sagte Verdi-Bundesvorstand Ingo Kronsfoth.

KÖLNDie EU-Kommission will, dass die Flughäfen ihre Bodenabfertigung in rechtlich eigenständige Gesellschaften ausgliedern und die Zahl der Anbieter erhöht wird. Ziel ist ein größerer Wettbewerb. Mitarbeiter der Bodenabfertigung kümmern sich unter anderem um das Be- und Entladen der Flugzeuge sowie das Enteisen oder Betanken der Flieger. Laut Verdi sind in Deutschland rund 40.000 und europaweit etwa 250.000 Beschäftigte betroffen, die teils bei den Flughäfen und teils bei privaten Dienstleistern angestellt seien. Nach Angaben von Kronsfoth haben die Mitarbeiter in den vergangenen 15 Jahren ohnehin schon einen Reallohnverlust von 22 Prozent erlitten. Ihr Stundenlohn liege zwischen 7,40 und 8,70 Euro, außerdem habe die Zahl der Leiharbeiter massiv zugenommen. Die neue EU-Richtlinie öffne Lohndumping Tür und Tor. Während die Fluggesellschaften die Pläne der EU-Kommission unterstützen, stärken die Flughäfen den Gewerkschaften den Rücken. "Der Markt ist schon ausreichend liberalisiert", sagte der Chef des Flughafens Köln/Bonn, Michael Garvens. "Zusätzlicher Wettbewerb ginge zulasten der Qualität und würde auch die Wettbewerbsfähigkeit der Flughäfen bei den Bodenabfertigungsdiensten infrage stellen." Verdi hatte bereits im vergangenen Herbst an mehreren deutschen Flughäfen mit einer Serie von Betriebsversammlungen gegen die EU-Pläne mobil gemacht. Deswegen kam es bei einigen Flügen zu Verspätungen.

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Quelle:  dpa
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