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Economy, Business & Finance: ROUNDUP 2: Telekom mit Gewinnrückgang und schwachem Ausblick - Aktie sinkt

Quelle: dpa

(neu: Kommentare von Unternehmenschef Rene Obermann und Finanzvorstand Tim Höttges)

BONNDie Deutsche Telekom kommt nicht recht voran. Beim ehemaligen Staatsmonopolisten brach der Gewinn im vergangenen Jahr wegen hoher Abschreibungen ein. Das operative Geschäft wird in diesem Jahr weiter schrumpfen, wie das im Dax notierte Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die Reaktion am Markt war einhellig negativ. Analysten zeigten sich enttäuscht von den Jahreszielen. Die Aktie fiel an der Frankfurter Börse im Mittagshandel um 2,0 Prozent auf 8,79 Euro. Für 2012 stellte die Telekom wegen des harten Wettbewerbs in den gesättigten Märkten USA und Europa einen Rückgang des bereinigten Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von zuletzt 18,9 auf rund 18 Milliarden Euro in Aussicht. Der freie Barmittelzufluss dürfte von 6,5 auf 6,0 Milliarden Euro fallen. Unterm Strich drittelte sich der Überschuss trotz der Ausgleichszahlung von AT&T für den gescheiterten Verkauf von T-Mobile USA im Vergleich zum Vorjahr auf 557 Millionen Euro. Dabei schlugen eine Reihe von Sonderposten zu Buche. Auf der Negativseite fielen für Pensionen, Abschreibungen auf den Buchwert des US-Mobilfunkgeschäfts sowie auf die von der Konjunkturflaute in Südosteuropa betroffene OTE-Gruppe 4,5 Milliarden Euro an. Zusätzlich kostete die Telekom der Umbau 1,7 Milliarden Euro. Auf der Positivseite verbuchten die Bonner die Barausgleichszahlungen sowie Rechte auf Mobilfunkspektrum von AT&T über insgesamt 3,2 Milliarden Euro. Als Dividende schüttet die Telekom, wie für das Jahr zuvor 70 Cent Dividende aus. 'STARKER GEGENWIND WIRD 2012 NICHT NACHLASSEN' 2011 sank der Umsatz von 62,4 auf 58,7 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA fiel von 19,5 auf 18,9 Milliarden Euro. Der freie Barmittelzufluss blieb mit 6,5 Milliarden Euro stabil. Umsatzrückgänge federte die Telekom an allen Fronten durch Effizienzsteigerungen ab. "Wir haben 2011 überall starken Gegenwind gespürt. Und der wird in diesem Jahr nicht nachlassen", sagte Unternehmenschef Rene Obermann. Er fordert von der Telekom Innovationskraft, Kostendisziplin und Bereitschaft zur Veränderung, um im Wettbewerb weiter zu bestehen. So will er die Konzernstruktur verschlanken und die IT im Unternehmen vereinheitlichen. Von dem geplanten Abbau von 1.600 Stellen im Zentralbereich will er bis Jahresende die Hälfte schaffen. Finanzvorstand Tim Höttges betonte, die Kostenbasis sei allein im vergangenen Jahr um drei Milliarden Euro geschrumpft. Dabei will Obermann es nicht belassen. Mit einer Kostenbasis von 40 Milliarden Euro sieht er noch eine Menge Potenzial für Einsparungen. Diese will er heben, um das gesparte Geld in die Netze zu investieren. INVESTITIONEN IN DAS US-GESCHÄFT In den USA, wo die Telekom das Mobilfunkgeschäft an den Konkurrenten AT&T verkaufen wollte, und damit an den Wettbewerbshütern gescheitert war, geht sie nun in die Offensive. Sie nimmt Milliarden in die Hand und rüstet das Mobilfunknetz auf den Standard der vierten Generation (LTE) auf. Amerika-Chef Philipp Humm sagte, die Investitionen in das Netz werden mit 1,4 Milliarden Dollar beginnen und insgesamt auf vier Milliarden Dollar summieren. Im vierten Quartal sank der Umsatz leicht auf 3,85 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA blieb dank Kostensenkungen konstant bei einer Milliarde Euro. Als einzigem großen Anbieter fehlt der Telekom in den USA das beliebte IPhone im Programm. Die Telekom macht aus der Not eine Tugend und verzichtet weitgehend auf die teure Subventionierung von Smartphones und positioniert sich als Günstiganbieter. Der Kundenexodus setzt sich allerdings fort. Im vierten Quartal lag die Kundenzahl mit 33,2 Millionen um mehr als eine halbe Million unter der des Vorjahres. Besonders mit lukrativen Vertragskunden tut sich die Telekom schwer. Obermann zeigte sich unzufrieden mit der Kundenentwicklung, und will nun mit dem Netzausbau gegensteuern. AUSBAU DES DEUTSCHEN GLASFASERNETZES UNKLAR Im Heimatmarkt ging der Umsatz im vierten Quartal leicht auf 6,05 Milliarden Euro zurück. Das bereinigte EBITDA sank geringfügig auf 2,28 Milliarden Euro. Die Telekom profitierte weiterhin von der starken Nutzung des Datenstroms über Mobiltelefone. Negativ schlug die Senkung der Entgelte zu Buche, die die Telekom für die Umleitung von Anrufen auf ihr Netz verlangen darf. Da der Geldsegen aus dem gescheiterten Verkauf von T-Mobile USA ausbleibt, und die Telekom in den USA selbst investiert, ist unklar, ob die Bonner den Ausbau des deutschen Glasfasernetzes vorantreiben werden, um den leistungsstarken Angeboten der Kabelbetreiber Paroli bieten zu können.

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Quelle: dpa
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