TOKIODer Konzern sieht sich mit riesigen Entschädigungszahlungen, Aufräumkosten sowie steigender Kosten für Ersatzbrennstoffe konfrontiert. Im laufenden Geschäftsjahr rutscht das Unternehmen denn auch tiefer in die roten Zahlen als gedacht. Wie Tepco bekanntgab, dürfte zum Bilanzstichtag 31. März angesichts der steigenden Entschädigungszahlen unter dem Strich ein Fehlbetrag von 695 Milliarden Yen (6,7 Mrd Euro) anfallen. Bislang war Tepco noch von einem Nettoverlust von 600 Milliarden Yen ausgegangen. Der Umsatz dürfte sich auf 5,28 Billionen statt 5,32 Billionen Yen belaufen.
Großkunden von Tepco sollen ab April 17 Prozent mehr zahlen. Kritiker fordern jedoch, dass Tepco zuerst mehr Anstrengungen machen müsse, intern Kosten zu sparen. Industrieminister Edano forderte Tepco denn auch zu "drastischen Umstrukturierungen" auf. Die Regierung führt gegenwärtig hinter verschlossenen Türen harte Verhandlungen über eine geplante Kapitalspritze. Sie hofft, dabei mehr als zwei Drittel der Anteile an Tepco zu bekommen, während Tepco seine Unabhängigkeit behalten will. Die Summe der bislang bewilligten Steuergelder beläuft sich bereits auf mehr als 1,5 Billionen Yen.
Tepcos Überleben als unabhängiges Unternehmen steht seit dem schweren Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März 2011, bei dem das AKW Fukushima Daiichi schwer beschädigt wurde, in Frage. Japanische Medien hatten kürzlich berichtet, dass ein Sanierungsplan eine staatliche Kapitalspritze von einer Billion Yen im kommenden Steuerjahr vorsieht. Das käme einer Verstaatlichung gleich und wäre zugleich eine der weltweit größten Rettungsaktionen für ein Unternehmen außerhalb des Bankensektors. Hinzu käme eine weitere Billion Yen an Bankkrediten. Tepco und ein staatlicher Entschädigungsfonds für die Atombranche legen den Plan im März vor.



