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Economy, Business & Finance: WOCHENAUSBLICK: Athen stimmt für Sparprogramm - Experten bleiben skeptisch

Quelle: dpa

Trotz positiver Nachrichten aus Athen blicken Experten mit gemischten Gefühlen auf die neue Woche. Das griechische Parlament hat nach hitziger Debatte das umstrittene Sparpaket gebilligt und damit den Weg für ein weiteres Milliarden-Hilfspaket freigemacht. Eine Mehrheit der 300 Abgeordneten stimmte in der Nacht zum Montag für die von den internationalen Geldgebern erzwungenen Maßnahmen. Die Zustimmung aus Athen ist Voraussetzung dafür, dass die EU-Finanzminister am Mittwoch ein weiteres Hilfspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro Athen bewilligen.

FRANKFURTMarkus Reinwand von der Helaba sprach davon, dass das derzeitige Umfeld erfahrungsgemäß für Aktien die beste Phase sei. Dafür sprächen eine nachlassende Risikoscheu, anhaltend niedrige Zinsen und gleichzeitig anziehende Frühindikatoren. Viele Investoren seien aus Angst vor einer weiteren Eskalation der Staatsschuldenkrise immer noch sehr defensiv positioniert und stünden nun unter Druck. "Immerhin hat sich ein starker Januar in der Vergangenheit schon häufig als Vorbote für weiter steigende Aktiennotierungen erwiesen", meinte Reinwand.

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EXPERTE: ANZEICHEN FÜR INTAKTEN AUFWÄRTSTREND

In den insgesamt positiven Grundton mischen sich aber auch wieder skeptischere Stimmen. "Die Gefahr negativer Überraschungen hat sich mit der zuversichtlicheren Erwartungshaltung jedoch erhöht", hieß es im Wochenausblick der Landesbank Berlin. "Die Gefahr von Kursrückschlägen hat weiter zugenommen." Für eine zögerliche Haltung der Anleger sorgte dabei vor allem die Hängepartie in Griechenland.

Trotz aller Griechenland-Sorgen mehren sich für Andreas Hürkamp von der Commerzbank jedoch die Anzeichen, dass der im März 2009 gestartete Aufwärtstrend an den Aktienmärkten weiterhin intakt ist. "Während im November noch Risikofaktoren wie eine globale Rezession, ein Auseinanderbrechen des Euroraums und eine Kreditklemme im europäischen Finanzsektor im Fokus standen, erwarten mehr und mehr Investoren mittlerweile wieder ein anhaltendes, moderates Wachstum der Weltwirtschaft", so der Experte. Konkret rät er deshalb dazu, an schwächeren Tagen Positionen in Aktien aufzubauen, die potenziell besonders stark von der Globalisierung profitieren.

US-KONJUNKTUR UND BERICHTSSAISON IM FOKUS

Auch von den Konjunkturaussichten in den USA als "Weltwirtschaftsmotor" ziehen Experten positive Rückschlüsse. Trotz des insgesamt nicht überzeugenden Verlaufs der Berichtssaison stimmt es Investmentanalyst Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg zuversichtlich, dass mit den Technologie- und Konsumwerten besonders wichtige Sektoren überzeugt hätten. "Dies deutet auf eine intakte Wachstumsdynamik in den USA hin und sollte daher auch dem Aktienmarkt mittelfristig weiteren Schub verleihen."

Im Hinblick auf die Konjunktur dürften daher in der kommenden Woche einige Konjunkturdaten im Fokus der Märkte stehen: Am Dienstag werden die Einzelhandelsumsätze nach Meinung der Postbank-Experten einen ersten Einblick gewähren, wie der US-Konsum ins Jahr 2012 gestartet ist. Nach einer verhaltenen Entwicklung in den Vormonaten rechnen sie vor allem wegen gestiegener Autokäufe mit einer leichten Belebung. Im weiteren Wochenverlauf folgen aus den USA die Industrieproduktion am Mittwoch, Daten vom Immobilienmarkt und der Philly Fed Index am Donnerstag sowie die Verbraucherpreise am Freitag.

RELATIV RUHIGE WOCHE AM ANLEIHENMARKT

Aus Europa steht am Dienstag der ZEW-Index auf der Agenda: Nach einem Sprung im Januar trauen die Postbank-Experten der Konjunkturerwartung unter den Analysten keine weitere starke Verbesserung zu. Am Anleihenmarkt hingegen steht eine relativ ruhige Woche bevor: Am Primärmarkt wird lediglich eine Emission italienischer Anleihen am Dienstag erwartet. Voller ist dagegen der Kalender der Berichtssaison, der sich insbesondere auf den Wochenanfang konzentriert. Vom Baukonzern Bilfinger Berger sowie der Deutschen Börse gibt es am Montag Zahlen, gefolgt von ThyssenKrupp und MAN am Dienstag sowie Puma und Tui am Mittwoch.

Quelle: dpa
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