Energiewende: Solarbranche kritisiert EEG Novelle

Energiewende: Solarbranche kritisiert EEG Novelle

, aktualisiert 25. November 2016, 09:08 Uhr
Bild vergrößern

Künftig wird die Vergütung für Öko-Energie nicht mehr staatlich festgelegt, sondern durch Ausschreibungen ermittelt. Nur kleinere Anlagen bleiben von der Ausschreibung ausgenommen und werden weiter mittels fester Vergütungssätze gefördert.

von Thomas MerschQuelle:Handelsblatt Online

600 Megawatt Leistung will die Regierung pro Jahr ausschreiben – Projekte, die in ihrer Bewerbung die geringste Förderung veranschlagen, bekommen den Zuschlag. Der Rest bleibt außen vor. Die Branche sieht das skeptisch.

KölnWie gelingt die Energiewende? Mehr Wettbewerb, lautet die Antwort der Bundesregierung. Anfang Juni hat sie eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen. Danach soll ab 2017 die Vergütung für Öko-Energie nicht mehr staatlich festgelegt, sondern durch Ausschreibungen ermittelt werden. Die Vorgabe soll auch für große Photovoltaikanlagen ab 750 Kilowatt gelten – auf Freiflächen wie auf Gebäuden.

600 Megawatt Leistung will die Regierung pro Jahr ausschreiben – diejenigen Projekte, die in ihrer Bewerbung die geringste Förderung veranschlagen, bekommen den Zuschlag. Der Rest bleibt außen vor. Die Solarbranche sieht das Vorhaben skeptisch. „Die Teilnahme an einer Ausschreibung ist eine große Hürde“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft. „Bei ungewissem Ausgang werden Unternehmen, die größere Solaranlagen auf ihren Werkhallen errichten wollen, den Plan gleich aufgeben.“

Anzeige

Die Deckelung auf 600 Megawatt heißt auch: Das Gros des Zubaus müssen künftig kleinere Anlagen leisten. Sie bleiben von der Ausschreibung ausgenommen und werden weiter mittels fester Vergütungssätze gefördert. Aufgrund knapp bemessener Fördersätze und der teilweisen Belastung gewerblicher solarer Selbstversorger mit der EEG-Umlage befürchtet Körnig, dass die Regierung das selbst gesteckte Jahresziel von 2,5 Gigawatt Zubau verfehlen wird. 2015 wurden nur 1,5 Gigawatt neu installiert.

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hält mehr für nötig, damit die Energiewende gelingt. Sollen bis 2050 die Erneuerbaren den deutschen Energiebedarf überwiegend decken, müssten pro Jahr Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von vier bis fünf Gigawatt zusätzlich entstehen.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%