Eon-Spin-off: Uniper stellt höhere Dividende in Aussicht

Eon-Spin-off: Uniper stellt höhere Dividende in Aussicht

, aktualisiert 08. August 2017, 08:46 Uhr
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„Uniper hat sich im ersten Halbjahr 2017 ausgesprochen solide entwickelt“, sagte Klaus Schäfer.

von Jürgen FlaugerQuelle:Handelsblatt Online

Der neue Stromkonzern Uniper entwickelt sich solide. Vorstandschef Klaus Schäfer schraubt nach dem ersten Halbjahr die Prognose leicht nach oben. Nur die Querelen um die neue Ostseepipeline machen dem Unternehmen Sorgen.

DüsseldorfUniper-Chef Klaus Schäfer hat derzeit ernste Probleme mit der Geopolitik: Die neuen Sanktionen, die die USA gegen Russland derzeit verhängen, könnten auch den deutschen Energiekonzern treffen. Schließlich will sich Uniper gemeinsam mit dem russischen Energieriesen Gazprom am Bau der neuen Ostseepipeline beteiligen – und solche Projekte stehen im Fokus der Amerikaner.

Das eigene Geschäft bereitet Schäfer dagegen weniger Sorgen. Im ersten Halbjahr 2017 wies das neue Unternehmen, das Eon im vergangenen Jahr abgespaltenen hatte, einen Nettogewinn von 1,1 Milliarden Euro aus. Im Jahr zuvor hatte Uniper – belastet durch hohe Abschreibungen – noch einen Verlust von 3,9 Milliarden Euro ausgewiesen. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank zwar von 1,1 Milliarden auf 0,9 Milliarden Euro. Das lag aber nur an einem Einmaleffekt. Anfang 2016 hatte Uniper von Gazprom eine hohe Rückzahlung für zu hohe Gaspreise erhalten.

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„Uniper hat sich im ersten Halbjahr 2017 ausgesprochen solide entwickelt“, betonte Schäfer, „auf dieser Basis sehen wir uns heute in der Lage, das untere Ende der Bandbreite unserer Ergebnisprognose nach oben weiter einzugrenzen.“ Der Konzern rechnet jetzt für das Gesamtjahr mit einem Ebit von 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro, zuvor hatte die Bandbreite bei 0,9 bis 1,2 Milliarden Euro gelegen – Uniper rechnet also auf jeden Fall mit einem Ergebnis in Milliardenhöhe. Gleichzeitig will Uniper die Dividendensumme in diesem Jahr um 25 Prozent auf 250 Millionen Euro erhöhen. Bislang hatte der Konzern nur ein Plus von 15 Prozent versprochen.

Uniper ist jedenfalls nicht die „Resterampe“, als die das neue Unternehmen bei der Trennung von Eon tituliert worden war. Während Eon sich unter Johannes Teyssen komplett dem Geschäft mit der Energiewende verschrieben hat, übernahm Uniper das alte Geschäft mit den Kohle- und Gaskraftwerken und den Großhandel.

Die konventionelle Stromerzeugung ist zwar weiter schwierig. Speziell auf dem deutschen Markt werden die Anlagen von den politisch begünstigten Wind- und Solaranlagen aus dem Markt gedrängt. Die Situation hat sich aber etwas entspannt. Kostete die Megawattstunde an der Energiebörse EEX Anfang 2016, als Uniper operativ an den Start ging, kaum mehr als 20 Euro, notieren die Preise jetzt wieder stabil über 30 Euro.

Im Segment „Europäische Stromerzeugung“ kletterte das um Sondereffekte bereinigte Ebit von 120 Millionen auf 284 Millionen Euro – erhöhte sich also um mehr als das Doppelte. Die „Internationale Stromerzeugung“, also im wesentlich das Russland-Geschäft, verbesserte sich um 516 Millionen auf 477 Millionen Euro. Sie war im Vorjahr noch in der Verlustzone gewesen. Im Bereich „Globaler Handel“ sank das Ebit dagegen um 800 Millionen Euro auf 262 Millionen Euro – hier schlug der Einmaleffekt durch die Gazprom-Zahlung zu Buche.


Uniper, eine Erfolgsstory an der Börse

An der Börse ist die Story von Uniper bislang auch ein großer Erfolg. Als Eon im September 2016 gut 53 Prozent der Aktien platzierte, ging die Aktie mit etwas mehr als zehn Euro an den Start. Aktuell notiert sie bei mehr als 18 Euro. Die Aktie wird dabei allerdings auch von Übernahmespekulationen getrieben. Eon will Anfang kommenden Jahres die restlichen Anteile möglichst zügig verkaufen. Neben einer Platzierung an der Börse ist auch eine Übernahme durch Finanzinvestoren oder einen strategischen Investor möglich – der mit einem Übernahmeangebot auch die übrigen Aktien aufkaufen könnte.

Die Querelen um die US-Sanktionen gegen Russland könnten den Prozess aber belasten. Das US-Abgeordnetenhaus hat in der vergangenen Woche einen Gesetzentwurf verabschiedet, um Russland unter anderem für die Annexion der Halbinsel Krim im Ukraine-Konflikt zu bestrafen. Im Zentrum der Sanktionen steht der Energiebereich und sie können auch europäische Unternehmen treffen, die dabei helfen, russische Gas- und Ölpipelines zu bauen, zu betreiben oder auch nur zu warten.

Also auch Uniper. Der Konzern will sich neben Wintershall, OMV aus Österreich, Shell aus Großbritannien und Engie aus Frankreich an der Finanzierung von Nordstream 2 beteiligen. Die neue Pipeline soll zusätzliches russisches Gas durch die Ostsee nach Europa bringen und rund zehn Milliarden Euro kosten. Schäfer hat schon gewarnt, die US-Sanktionen dürften Nord Stream 2 nicht beeinträchtigen. Das Vorhaben sei wichtig für Europas Gasversorgung.

Quelle:  Handelsblatt Online
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