Eon-Tochter vor Börsengang: Für Uniper läuft der Countdown

Eon-Tochter vor Börsengang: Für Uniper läuft der Countdown

, aktualisiert 02. September 2016, 12:29 Uhr
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Die Eon-Tochter soll am 12. September ihr Börsendebüt geben.

von Jürgen FlaugerQuelle:Handelsblatt Online

Das neue Energieunternehmen Uniper, in das Eon die notleidenden Kohle- und Gaskraftwerke abgespalten hat, wird vermutlich am 12. September sein Debüt an der Börse geben. Die große Sause in Frankfurt bleibt aber wohl aus.

Am 12. September bekommt der Deutsche Aktien-Index (Dax) Zuwachs: Für einen Tag wird der Index der wichtigsten deutschen Unternehmen aus 31 Werten bestehen. Dann will das neue Energieunternehmen Uniper sein Debüt an der Börse geben. Und weil Uniper eine Abspaltung des Dax-Konzerns Eon ist, wird die neue Aktie kurzzeitig aus technischen Gründen auch zum wichtigsten Börsenbarometer zählen. Am Abend ist der kurze Ruhm aber schon wieder vorbei: Uniper fällt aus dem Dax, rutscht in den regulierten Markt – und muss sich zudem auf kräftige Abschläge einrichten.

Für die Chefs von Uniper, Klaus Schäfer, und Eon, Johannes Teyssen, ist alleine der Börsengang aber schon ein Erfolg. „Der Spin-off von Uniper geht auf die Zielgerade“, freute sich Teyssen am Freitag. Zuvor hatte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin) den Börsenzulassungsprospekt gebilligt.

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Damit kommt die Aufspaltung, mit der Teyssen die Öffentlichkeit Ende 2014 überrascht hatte, zum Abschluss. Eon hat in Uniper das Geschäft mit der alten Energiewelt gebündelt, die konventionellen Kraftwerke, den Großhandel und die Gasproduktion. Eon selbst konzentriert sich inzwischen auf das Geschäft mit der Energiewende, also die erneuerbaren Energien, Vertrieb und Netze. Operativ hatte Uniper die Arbeit bereits zum Jahresanfang aufgenommen. Nachdem die Aktionäre von Eon Anfang Juni die Trennung auch formell bestätigt hat, kann Eon nun wie geplant die Mehrheit abgegeben.

In einem ersten Schritt gibt Eon 53,35 Prozent der Aktien ab. Dabei erhält jeder Eon-Aktionär für jeweils zehn Anteilsscheine eine Aktie von Uniper. Die depotführende Bank wird die zugeteilten Aktien dem Depot des Aktionärs gutschreiben, nachdem die Abspaltung ins Handelsregister eingetragen ist. Das ist für den 9. September geplant – ab dem darauffolgenden Montag sollen die Aktionäre dann die Uniper-Aktien handeln können.

Mit Spannung wird der erste Kurs von Uniper erwartet. In Kreisen der beiden Unternehmen wird erwartet, dass der Titel von Beginn an unter starkem Druck steht. Da Uniper aus dem Dax fällt, dürften indexorientierte Fonds, die in Eon investiert haben, sich von der neuen Aktie direkt wieder trennen.

Aber auch für Eon ist die Kursentwicklung von großem Interesse. Der Energiekonzern wird zum Ende des dritten Quartals, Ende September, den Buchwert der verbliebenen Uniper-Aktien an den Marktwert anpassen müssen. Da das 46,65-Prozent-Aktien-Paket derzeit noch mit 5,6 Milliarden Euro in den Büchern steht und Analysten den Marktwert auf maximal 2,5 Milliarden Euro taxieren, dürfte eine weitere Milliarden schwere Abschreibung fällig sein.

Eon-Chef Teyssen verteidigte trotzdem noch einmal die Abspaltung: „Unsere Strategie ist für Eon, für Uniper, unsere Kunden, unsere Eigentümer und unsere Mitarbeiter der richtige Weg. Die neue und die klassische Energiewelt unterscheiden sich so sehr voneinander, dass sie nach vollkommen unterschiedlichen unternehmerischen Ansätzen verlangen.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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