Absolventen: Zufriedener Nachwuchs

Absolventen: Zufriedener Nachwuchs

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Wera Firak

Für Absolventen ist die Zeit mickriger Einstiegsgehälter vorbei, ergibt der große Gehaltstest von Personalmarkt und der WirtschaftsWoche.

Vom Hörsaal direkt in den Job: Mit dem richtigen Studienabschluss ist das derzeit kaum ein Problem. Wera Firak hat davon erst kürzlich profitiert. Seit Mai 2010 ist sie Trainee beim Versicherungskonzern Axa in Köln. 42.000 Euro verdient sie im ersten Berufsjahr.

Firak genügt das erst mal. Die 26-Jährige hätte sich vermutlich mit viel weniger zufriedengeben müssen, wenn sie während des Studiums nicht von einem Bachelor in spanischer Kulturwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen auf einen Master in Internationaler BWL an der Uni Konstanz umgestiegen wäre, inklusive Auslandsaufenthalten in Argentinien und den USA.

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Überhaupt können Berufseinsteiger derzeit mit besseren Gehältern rechnen. Viele Unternehmen investieren wieder in Top-Talente und wissen, dass die sich auch über gute Einstiegsgehälter locken lassen. Ein Grund: die Konkurrenz um die sogenannten High Potentials.

Mehr als zwei Drittel der deutschen Unternehmen haben derzeit Probleme, hoch qualifizierte Nachwuchskräfte zu rekrutieren, ergab erst in der vergangenen Woche eine Umfrage der Managementberatung Kienbaum unter 530 Arbeitgebern.

Dementsprechend gut ist dadurch die Verhandlungsposition der Absolventen – und das macht sich bei den Gehältern bemerkbar. Der Durchschnitt bei den zehn bestbezahlten Fachrichtungen liegt nach Personalmarkt-Berechnungen in diesem Jahr bei 40.437 Euro. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es noch 39.971 Euro.

Mehr noch: 2010 kam die Gesamtheit der Einsteiger im Schnitt auf 38.860 Euro, jetzt sind für alle etwa 40.040 Euro drin.

Damit haben die Absolventen 2011 nicht nur die symbolträchtige Grenze von 40.000 Euro überschritten. Im Jahresvergleich kommen sie damit auf ein Gehaltsplus von drei Prozent – das ist sogar ein größerer Sprung als bei den Fachkräften.

Techniker bekommen mehr

Die guten Nachrichten betreffen aber leider längst nicht alle. Sozial- und Sprachwissenschaftler zum Beispiel verdienen laut aktuellem Gehaltstest mit rund 32.900 Euro schon zu Beginn der Karriere deutlich weniger als Absolventen aus technischen oder wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten. Und diese Differenz holen sie im gesamten Berufsleben nur selten wieder auf.

Zudem sind Geisteswissenschaftler bei Arbeitgebern auch nicht so begehrt. Laut der Kienbaum-Studie suchen die Unternehmen vor allem Nachwuchskräfte für die Bereiche Controlling, Marketing und Vertrieb. Besonders Einsteiger mit einem Master-Titel in Wirtschafts- oder Ingenieurwesen haben demnach gute Chancen bei der Bewerbung. Mit dem Wechsel von Kulturwissenschaft zu Betriebswirtschaft hat Wera Firak also auch eine gute Wahl getroffen.

Verhandlungsspielraum hatte sie beim Gehalt allerdings nicht. Alle Axa-Trainees verdienen pro Jahr 42.000 Euro. Hinzu kommen Extras wie vermögenswirksame Leistungen, Seminare und Weiterbildungen, eine private Kranken-Zusatzversicherung oder eine vergünstigte Mitgliedschaft für den unternehmenseigenen Sportverein.

Mit solchen Aspekten versuchen die Unternehmen derzeit zu punkten, weil die heutige Generation von Berufseinsteigern enormen Wert auf ihre persönliche Entwicklung legt, wie erst vor wenigen Wochen eine Studie des Mischkonzerns Haniel ergab. Knapp 300 Absolventen verschiedener Fachrichtungen machten darin Angaben zu ihren wichtigsten Karrierezielen.

Wera Firak hat das erste Zwischenziel bereits erreicht. In etwa sechs Monaten ist ihr Traineeprogramm beendet – doch schon jetzt steht fest, dass sie im Finanz-Ressort der Axa bleiben wird.

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