Absolventenkongress: Unternehmen werfen die Köder aus

Absolventenkongress: Unternehmen werfen die Köder aus

von Daniel Rettig

250 Unternehmen und 12.000 Absolventen kamen zur größten Firmenmesse Deutschlands nach Köln - die Arbeitgeber zeigten sich äußerst großzügig.

Fußballer gehen immer – das weiß auch Bernd Schmitz, Leiter des Bayer-Hochschulmarketings.

Und deshalb bediente er sich für den gestrigen Auftakt des Kölner Absolventenkongresses bei der Belegschaft des Werkvereins: Nationaltorwart René Adler signierte am Bayer-Messestand eine Stunde lang geduldig Autogramme und posierte für Fotos.

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Schon am Vorabend hatte Schmitz beim Kurznachrichtendienst Twitter für den Auftritt des Fußballers geworben.

Mit Erfolg: Mehrere Dutzend Fans stellten sich brav in der Schlange an. Das Lockvogelangebot hatte sich gelohnt. Zumindest bei Bayer.

Die Szene passte irgendwie ins Bild des diesjährigen Absolventenkongresses: „250 Unternehmen, 25.000 freie Stellen für junge Akademiker“, frohlockte ein Werbeplakat vor der Messehalle. Die Veranstaltung ist die größte Firmenmesse Deutschlands. Dementsprechend großzügig zeigten sich die Unternehmen, um die Talente von morgen zu ködern.

Die Personalvermittlung Hays verloste an ihrem Stand alle zwei Stunden iPads im Wert von etwa 500 Euro, Yacht Teccon bot kostenlose Bewerbungsfotos vom Profifotografen, der Metro-Konzern bezahlte Studenten gleich die ganze Reise zur Messe – inklusive Übernachtung und Bustransfer.

Sogar der Supermarktriese Lidl, sonst nicht gerade für übermäßige Mitarbeiterpflege bekannt, wollte mit einem Stand zeigen, warum sich „Lidl lohnt“. Barkeeper mixten kostenlos Fruchtshakes, darunter auch den „Kraftspender“ und den „Gedankenanreger“.

Solche Bonusgeschenke sind kein Zufall, Unternehmen sind kein Wohltätigkeitsverein. Das Ausmaß der Gratiskultur ist vielmehr ein weiteres Indiz für den anstehenden Fachkräftemangel. Auch beim Rundgang durch die Messehallen konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass in diesem Jahr nicht die Absolventen auf der Suche nach einer Stelle waren – sondern die Unternehmen auf der Suche nach Absolventen.

Und so klagten nicht wenige Aussteller hinter vorgehaltener Hand darüber, dass es in diesem Jahr viel leerer sei. Besonders 2008 und 2009 drängelten sich die Besucher durch die Gänge, dieses Jahr hatten sie dort zumeist ausreichend Platz. Kein Wunder: In den Vorjahren war die Wirtschaftskrise noch in vollem Gange, Absolventen zitterten um einen erfolgreichen Berufseinstieg. Derzeit dominieren wieder die Berichte über den Fachkräftemangel und den Kampf um die besten Talente.

Traut man den Eindrücken des Absolventenkongresses, müssen sich Großkonzerne wie Allianz, E.On oder die Deutsche Telekom keine großen Sorgen machen. An ihren Ständen tummelten sich traditionell die meisten Besucher.

Zumindest für Nationaltorwart René Adler hatte sich der Ausflug nach Köln-Deutz gelohnt – Bernd Schmitz schenkte ihm als Dank einen Tretroller.

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