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Arbeitgeberranking : Deutschlands beliebteste Arbeitgeber

von Daniel Rettig

Kein Unternehmen kann sich ein schlechtes Image leisten – erst recht nicht in Zeiten des Fachkräftemangels. Eine exklusive Umfrage unter 7000 jungen Berufstätigen offenbart Deutschlands beliebteste Arbeitgeber. Weit vorne stehen erneut die Automobilkonzerne BMW und Audi. Größter Verlierer ist die Finanzbranche.

Arbeitgeber BMW
Arbeitgeber BMW

Selbsterkenntnis ist ja bekanntlich der erste Weg zur Besserung. Das weiß auch Alexander Dibelius. Deshalb kroch der Deutschland-Chef von Goldman Sachs vor einigen Wochen rhetorisch zu Kreuze.

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Die Investmentbanken hätten sich in den Boomjahren „vom ,normalen‘ Leben entfernt“ und „eine Art Paralleluniversum“ geschaffen, schrieb Dibelius Ende Oktober in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“. Sein Fazit: „Das hat unsere ganze Branche in Misskredit gebracht.“

Dem mag kaum einer widersprechen.

Nicht nur zahlreiche Politiker hacken seit dem Ausbruch der Krise mit Genuss auf Investmentbanken herum. Auch bei den Talenten von morgen haben die einstigen „Herren des Universums“ enorm an Beliebtheit eingebüßt.

Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle Arbeitgeberranking, das die WirtschaftsWoche exklusiv veröffentlicht. Die Beratung Universum Communications befragte dafür vor einigen Wochen bundesweit etwa 7000 sogenannte Young Professionals – also junge Arbeitnehmer mit mindestens einem Jahr und maximal acht Jahren Berufserfahrung.

Dafür wählten die Teilnehmer, allesamt Wirtschaftswissenschaftler oder Ingenieure, aus einer Liste von 150 Arbeitgebern bis zu fünf Wunschunternehmen aus. Fehlte dort eine ihrer Traumfirmen, konnten sie auch eigene Vorschläge machen. Aus allen Antworten destillierte Universum dann die Tabelle der 50 beliebtesten Arbeitgeber.

76 000 Fachkräfte fehlen

Die Umfrage ist die größte ihrer Art in Deutschland – doch nicht nur das verschafft ihr Relevanz. Zusätzliche Bedeutung bekommt sie in diesem Jahr durch den Fachkräftemangel.

Während die deutsche Wirtschaft zwei Jahre nach der Finanzkrise wieder blüht und die Zahl der Arbeitslosen auf unter drei Millionen gesunken ist, suchen die deutschen Firmen händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern. Oft vergeblich.

Bereits heute fehlen in Deutschland in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – den sogenannten Mint-Fächern – rund 76 000 Akademiker. Im Jahr 2020 werden es nach Angaben des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft schon über 200 000 sein.

Jedes dritte Unternehmen empfindet den Fachkräftemangel als größtes Risiko für die kommenden Jahre, ergab kürzlich eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags unter 800 Firmen.

Eine hohe Nachfrage bei geringem Angebot – den besten Nachwuchskräften kommt diese Situation zugute. Sie können bei der Stellensuche wieder wählerischer sein – und müssen nicht zwangsläufig bei einem Arbeitgeber anheuern, den sie eigentlich gar nicht mögen.

Die Konsequenz: Kein Konzern kann sich ein schlechtes Image leisten. Und umso stärker müssen sie ranklotzen, um die Talente von morgen für sich zu begeistern. Gut zu beobachten war das vorvergangene Woche auf dem Kölner Absolventenkongress.

Die Veranstaltung ist bereits seit Jahren die größte Firmenmesse Deutschlands. Vor dem Messegelände gaben Werbeplakate schon mal die Richtung der Ausstellung vor: „250 Unternehmen, 25 000 freie Stellen für junge Akademiker.“ Das ungleiche Verhältnis setzte sich auch in den Hallen fort.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.12.2010, 20:57 UhrDavid

    Wurden die biG4 gar nicht erst berücksichtigt?

  • 12.12.2010, 00:47 UhrLiebero

    @ b-K-A : Sie haben offenbar den Sinn des ERA Tarifvertrages, der übrigend von der Gewerkschaften in den 90igern massiv vorangetriebene worden war, nicht recht verstanden. Und wenn Sie so voller Zweifel auf die "armen" Angestellten bei den großen deutschen Automobilfirmen blicken, so empfehle ich, mal die übrigen 95% der arbeitenden Menschen und deren Einkommen zu betrachten. Das muß für Sie geradezu außerirdisch sein. Doch DAS ist die realität, nicht bMW, Audi & Co. ! Und ehrlich gesagt, den vielen vielen Mittelständlern in diesem Lande ist das image geradezu schnurz. Die kämpfen jeden Monat um die blanke Existenz, derweil sich die satten und vollgestopften Herrschaften bei den Automobilkonzernen vor lauter Anspruchsdenken nicht mehr einkriegen. Zeit, vom hohen Roß herunter zu steigen "

  • 11.12.2010, 19:31 UhrThomas

    "Die Zeiten sind seit Einführung des ERA (Einkommens-Reduzierungs-Abkommen) vorbei. Wenn ein Produktionsarbeiter neu eingestellt wird, gibt es Hilfsarbeiterlohn. Und frisch Studierte bekommen auch nicht soviel mehr. "

    Na ja, die Einstiegsgehälter für ingenieure liegen bei bMW,Audi, etc. im oberen Drittel. ingenieure in mittelständischen Unternehmen können von diesen Gehältern nur träumen. Und als berufserfahrener ingenieur sind Gehälter in Höhe von 60k bis 75k üblich, das ist immer noch Tariflohn.

    Manche haben wohl das Gefühl verloren, was derzeit in D wirklich verdient wird.

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