BASF: Lust statt Last

BASF: Lust statt Last

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„Ein Wert fürs Unternehmen“ BASF-Mitarbeiter Ngoc Hai Dang

von Manfred Engeser

Diversity soll die DNA des Unternehmens werden. Dafür gabs den Diversity-Preis.

Die dunklen Haare zum Zopf gebunden, große Ohrstecker aus Holz. Und jede Menge Tattoos an Armen, Hals und Haaren: Anfangs war die Verunsicherung fast mit Händen zu greifen. "Ach, so einer arbeitet auch bei uns?", zischelten Mitarbeiter in der Zentrale in Ludwigshafen immer wieder, wenn sie durch die Büroflure gingen. Vorbei an diesen großformatigen Fotos, die an den Wänden hingen und Mitarbeiter von BASF zeigten, in all ihrer Bandbreite. Und dem immer gleichen Motto: "Ich bin ein Wert fürs Unternehmen." Mitarbeiter wie Christian Muth, der junge Mediengestalter aus Ludwigshafen. Oder Ngoc Hai Dang, Chemielaborant mit vietnamesischen Wurzeln, der "absolut keinen Spaß" versteht, "wenn es um Qualität geht".

"Die Plakate haben bei unseren Mitarbeitern nachhaltig Eindruck hinterlassen", sagt BASF-Diversity-Beauftragter Peter van den Hoek. "Wir brauchen Mitarbeiter aller Couleur – aber nicht wegen ihrer Optik. Sondern weil sie mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Blickwinkeln zum Erfolg von BASF beitragen." Diese Haltung soll ein elf Mitarbeiter starkes Diversity-Team, das direkt unterhalb des Vorstands angesiedelt ist, weltweit in jeder Geschäftseinheit des Konzerns verankern – unterstützt von einem Diversity-Council in jeder Region und durch 170 BASF-Diversity-Botschafter weltweit. Die sollen nicht nur mehr Frauen in Führungspositionen bringen – ihr Anteil liegt mittlerweile bei rund zehn Prozent. Sondern jeden Mitarbeiter dazu anhalten, Andersartigkeit generell nicht nur zuzulassen, sondern zu fördern.

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Wenn alle das Gleiche denken, denkt keiner

Wie gut das klappt, misst der jeweilige Diversity-Beauftragte jeder Region mittels eines Diversity-Cockpits, globaler Mitarbeiterbefragungen. Immer mit dem Ziel vor Augen: „Wir bilden das beste Team der Industrie.“

Deshalb gibt es auch regelmäßig Workshops zum Thema, sind Diversity-Aspekte fester Bestandteil von Jahresgesprächen und Gehaltsverhandlungen. „Wir wollen Diversity zur DNA unseres Unternehmens machen“, sagt van den Hoek, „Eine Routine, die wir aber nicht als Last verstanden wissen wollen, sondern als Lust und Chance.“

Um möglichst allen Mitarbeitern mit spielerischen Mitteln Lust auf diese Chance zu machen, startete BASF eine interne Kommunikationsoffensive. Ließ neben besagten Plakaten mit Mitarbeiterfotos auch einen Kalender mit Comics produzieren, der wahre Geschichten aus dem Arbeitsalltag rund ums Thema Vielfalt am Arbeitsplatz aufs Korn nahm. Entwickelte ein Online-Ratespiel, bei dem man einem Pinguin Fragen zu Diversity beantwortet. Weil sich das Spiel rasch großer Beliebtheit erfreute, beschränkte der Konzern die tägliche Spielzeit schließlich auf drei Minuten. Ein auch extern zugängliches Informationsportal („Anything about Diversity and Inclusion“) sammelt Studien und News rund ums Thema.

Außerdem ließ BASF ein Video produzieren, in dem Mitarbeiter ihre unterschiedlichen Vorstellungen von Diversität kundtun konnten. „Das ist wie beim Wein“, sagte etwa BASF-Sommelier Bernhard Wolff. „Eine Cuvée aus verschiedenen Trauben schmeckt meist besser als ein Wein aus nur einer Rebsorte – weil die Summe der verschiedenen Bestandteile etwas schafft, was über die Qualität der einzelnen Traube hinausgeht.“

Oder, wie es ein Mitarbeiter aus Frankreich formulierte: "Wenn wir alle das Gleiche denken, denken wir gar nicht."

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