500 Berufe: Welches Gehalt Sie jetzt verlangen können

500 Berufe: Welches Gehalt Sie jetzt verlangen können

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Holger Jentsch ist Abteilungsleiter bei Grohe. Er verdient 80.000 Euro im Jahr.

von Daniel Rettig

Arbeitnehmer können in diesem Jahr mit mehr Einkommen rechnen – sowohl Fach- und Führungskräfte als auch Berufseinsteiger mit Uni-Abschluss. Zu diesem Ergebnis kommt der große Gehaltstest der WirtschaftsWoche, für den die Vergütungsberatung PersonalMarkt die Datensätze von 375 000 Mitarbeitern auswertete. Die Einkommen von knapp 500 Berufen im Vergleich.

Dass er Talent für handwerkliche Tätigkeiten hat, würde Holger Jentsch wohl nicht behaupten. Auch das Design von Badewannen, Duschen oder Waschbecken interessierte ihn nie besonders. Trotzdem bewarb er sich nach dem Abitur bei Europas größtem Hersteller von Sanitärarmaturen – vor allem aus heimatlicher Verbundenheit.

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Jentsch wuchs in der Nähe des 38 000-Einwohner-Städtchens Hemer im Sauerland auf. Und dort hat die Grohe AG ihren Hauptsitz. Also entschied Jentsch sich im Jahr 2004 für ein duales betriebswirtschaftliches Studium und absolvierte parallel zu den Kursen an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Arnsberg eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei Grohe. Aus heutiger Sicht genau die richtige Entscheidung.

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Gehaltserhöhung ist drin

Denn Jentsch ist sehr zufrieden mit seinem Job, fühlt sich inhaltlich herausgefordert, von Kollegen und Vorgesetzten geschätzt. Der 28-Jährige koordiniert mittlerweile die Arbeit zwischen dem Grohe-Qualitätsmanagement und dem internationalen Vertrieb, ist zuständig für 15 Mitarbeiter an drei Standorten.

Als Auszubildender verdiente Jentsch einige hundert Euro im Monat. Inzwischen kommt er auf bis zu 80.000 Euro im Jahr. Ein respektables Gehalt für eine Führungskraft Ende 20.

Wenn es weiter so gut läuft und Jentsch seinen variablen Anteil von bis zu 20 Prozent seines Grundgehalts bekommt, ist in diesem Jahr sogar wieder eine Gehaltserhöhung drin – wie bei so vielen deutschen Führungskräften.

Zu diesem Ergebnis kommt eine exklusive Studie der WirtschaftsWoche und der Hamburger Vergütungsberatung PersonalMarkt. Dafür analysierten die Berater knapp 375 000 Datensätze – 317 000 von Mitarbeitern, 57 000 von Führungskräften. Das Ergebnis: Deutschlands größter Gehaltstest. Er vergleicht 491 Basisgehälter, aufgeteilt in 23 Wirtschaftszweige und 24 Berufe – vom Geschäftsführer eines Pharmaunternehmens über den Produktionsleiter eines Chemiekonzerns bis zum Personalreferenten einer Baufirma.

Diagramm: Führungskräfte sahnen ab

Diagramm: Führungskräfte sahnen ab (zum Vergrößern bitte klicken)

Auf den ersten Blick wirken die von PersonalMarkt berechneten Basiseinkommen wie die etwa 370 000 Euro Jahresgehalt des Geschäftsführers in der Automobilindustrie womöglich zu niedrig – angesichts der Millionengehälter von Top-Managern. So prominent diese Extremfälle sind – statistisch gesehen sind sie Ausreißer, die für die errechneten Durchschnittsgehälter eine eher geringe Rolle spielen. 30 Dax-Unternehmen fallen bei insgesamt etwa drei Millionen Unternehmen eben nicht so ins Gewicht wie das Gros kleiner und mittelgroßer Betriebe.

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