
Ärger wird in den mittleren und hohen Bildungsschichten häufiger empfunden als in den sogenannten bildungsfernen Schichten. Angst ist dagegen vor allem unter ungewollt Arbeitslosen verbreitet, zeigt eine Studie. Die Wissenschaftler des Exzellenzclusters "Languages of Emotion" der Freien Universität Berlin und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung werteten Daten der repräsentativen Langzeitstudie SOEP mit mehr als 20.000 Befragten aus. Ärger wird demnach vergleichsweise häufiger in hohen beruflichen Positionen empfunden, etwa solchen, die mit Leitungs- und Personalverantwortung verbunden sind. Dagegen ärgern sich Hausfrauen, Auszubildende und Rentner deutlich seltener als Erwerbstätige. Arbeitslose hingegen ärgern sich vergleichsweise mehr als Berufstätige, wobei das verfügbare Einkommen den Ärger mildert.
Bild: dpaLange war Burn-out ein Tabuthema. Inzwischen gehen Betroffene und auch Unternehmen offener damit um. Konkrete Zahlen zu finden ist trotzdem schwierig. Das "Manager Magazin" hat nun ermittelt, in welchen Unternehmen die Gefahr am größten ist, krank zu werden. Dazu haben Experten der Asklepios-Kliniken anhand der Zahl der Patienten die sich in stationärer Behandlung befinden die tatsächliche Dimension geschätzt - die Zahlen sind alarmierend.
Beim Düngemittelkonzern K+S leiden die wenigsten Mitarbeiter unter der Diagnose Burn-out. Von insgesamt 10 147 Mitarbeitern im Jahr 2011, erkranken jährlich höchstens 20. Das entspricht etwa 0,2 % der Angestellten.
Bild: dpaVolkswagen
Gutes Ergebnis auch bei VW. Hier leiden im Verhältnis gesehen die zweitwenigsten Mitarbeiter am Burn-out. Von insgesamt 224 851 Angestellten erkrankten 3400 und 6 300 Mitarbeiter pro Jahr, das sind im Höchstfall 2,8 % der Belegschaft. Bei den anderen deutschen Autobauern sieht die Situation hingegen schon etwas anders aus...
Bild: dapdDaimler & BMW
Bei Mercedes erkranken im Jahr etwa zwischen 4 900 und 11 400 von insgesamt 167 684 Beschäftigten. Das sind im schlimmsten Fall immerhin 6,8 % der Belegschaft, von der somit fast jeder 15. dem Burn-out zum Opfer fällt.
Ähnliche, nur geringfügig schlechtere Bilanz bei BMW: Von den 73 324 Mitarbeitern wird pro Jahr beb zu 5 200 die Diagnose Burn-out gestellt. Es erkrankt also fast jeder 14.
Bild: dpaBayer, RWE und SAP
Sehr nah beieinander liegen auch die Zahlen von Bayer, RWE und SAP. Beim Pharmakonzern aus Leverkusen erkranken bis zu 2000 Mitarbeiter pro Jahr, das sind 5,6 % der 35 800 Beschäftigten.
Beim Energielieferanten RWE sind pro Jahr bis zu 2400 der 41 632 Mitarbeiter betroffen. Das sind knapp 5,8 %, also fast jeder 17.
Im Hause SAP fallen zwischen 700 und 1000 Angestellte dem Stress zum Opfer. Das entspricht im schlimmsten Falle jedem 16. der 16 011 Angestellten.
Bild: dpaCommerzbank, Metro, Deutsche Telekom und Infineon
Erhöhte Belastung in Sachen Stress auch bei der Commerzbank. Jedes Jahr erkranken hier zwischen 2300 und 3200 Mitarbeiter von 44 474 Mitarbeitern, etwa 7,2 % der Belegschaft.
Fast das gleiche Risiko gilt auch für Mitarbeiter bei Metro. Das Handelsunternehmen vermeldet bis zu 6 600 Burn-out-Fälle bei 91 189. Auch hier erkrankt annähernd jeder 14.
Bei der Telekom sind es zwischen 3800 und 8 900 Erkrankungen im Jahr. Bei einer Belegschaft von 121 564 Arbeitnehmern entspricht das gut 7,3 %.
Beim Chiphersteller Infineon ergab die Schätzung, dass höchstens 600 der 7 926 jährlich unter einem Burn-out leiden.
Bild: dapdDeutsche Bank
Der Finanzsektor scheint nicht so oft betroffen, wie man zunächst denkt. Für die Deutsche Bank ermittelten die Experten, dass im Jahr bei etwa 1 900 von insgesamt 24 801 Mitarbeitern (ohne Postbank und Sal. Oppenheim) ein Burn-out diagnostiziert wurde. Es erkrankt demnach jeder 13. Angestellte.
Bild: dapdSiemens
Das Technologieunternehmen mit 116 000 Mitarbeitern, weist nach den Schätzungen jährlich zwischen 3 800 und 9 000 Erkrankungen vor, die als Burn-out behandelt werden. Das wären im schlimmsten Fall 7,8 % der Angestellten.
Bild: APAllianz
Das Versicherungsunternehmen gehört mit bis zu 3 400 Burn-out-Fällen pro Jahr in die traurige Spitzengruppe der Dax-Unternehmen. Bei den insgesamt 40 837 Beschäftigten fällt fast jeder Zwölfte der Stress-Erkrankung zum Opfer.
Bild: dapdThyssenKrupp
Auch der Stahlkonzern ist betroffen. Die Werte des Konzerns changieren zwischen 2 500 und 5 700 Burn-out-Fällen pro Jahr. Mit der letztgenannten Zahl gerechnet, erkranken somit bis zu 8,3 % der Gesamtbelegschaft von 68 419 Mitarbeitern.
Bild: dpaHenkel
Viele Burn-out-Fälle verzeichnet auch der Dax-Konzern aus Düsseldorf. Hier erkranken jährlich zwischen 300 und 700 Mitarbeiter. Bei 8322 Angestellten sind es somit bis zu 8,4 % der Belegschaft.
Lange war Burn-out ein Tabuthema. Inzwischen gehen Betroffene und auch Unternehmen offener damit um. Konkrete Zahlen zu finden ist trotzdem schwierig. Das "Manager Magazin" hat nun ermittelt, in welchen Unternehmen die Gefahr am größten ist, krank zu werden. Dazu haben Experten der Asklepios-Kliniken anhand der Zahl der Patienten die sich in stationärer Behandlung befinden die tatsächliche Dimension geschätzt - die Zahlen sind alarmierend.
Beim Düngemittelkonzern K+S leiden die wenigsten Mitarbeiter unter der Diagnose Burn-out. Von insgesamt 10 147 Mitarbeitern im Jahr 2011, erkranken jährlich höchstens 20. Das entspricht etwa 0,2 % der Angestellten.
Darüber hinaus empfinden Arbeitslose häufiger Angst als Berufstätige, vermutlich weil sie unfreiwillig vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind. Das gilt noch mehr für westdeutsche Arbeitslose als für ostdeutsche. "Unsere Daten widerlegen die vermeintliche "Angst der Mittelschicht", von der in den Medien oft die Rede ist", analysieren die Autoren Katja Rackow, Jürgen Schupp und Christian von Scheve. Menschen mit Hochschulabschluss empfänden seltener Angst als weniger gebildete Menschen. Besonders stark wirke sich das Einkommen auf das Angstempfinden aus: "Je höher ihr sozialer Status ist und je höher das Einkommen ist, desto seltener erlebten die Befragten Angst."
Die soziale Strukturierung des emotionalen Empfindens kann die soziale Ungleichheit sogar noch verstärken, wie die Wissenschaftler herausfanden. Menschen in Führungspositionen können zum Beispiel das Gefühl von Ärger über ihre Mitarbeiter nutzen, um sich selbst aufzuwerten, schreiben die Autoren. Angst wird in der gegenwärtigen Gesellschaft vor allem von Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen empfunden. Die »Diese Angst kann auch dazu führen, dass gerade diese Menschen sich nicht als Wutbürger gegen ihre Benachteiligung und ihren Ausschluss aus der Gesellschaft zur Wehr setzen", erklärt Christian von Scheve.



























