Arbeitsmarkt: Ausländische Abschlüsse werden meist anerkannt

ThemaPersonal

Arbeitsmarkt: Ausländische Abschlüsse werden meist anerkannt

Die meisten Anträge auf Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen betreffen Gesundheitsberufe. Das zeigen die ersten Zahlen zum neuen Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz. Wanka fordert ähnliche Gesetze in den Ländern.

Im vergangenen Jahr wurden 7 458 im Ausland erworbene berufliche Abschlüsse als vollständig oder eingeschränkt gleichwertig zu einer in Deutschland erworbenen Qualifikation anerkannt. Das sind 82 Prozent der insgesamt 10 989 Anerkennungsanträge, die bei den zuständigen Behörden seit Inkrafttreten des Anerkennungsgesetzes am 1. April 2012 bis Ende des Jahres eingingen. Das gab das Statistische Bundesamt heute bekannt. 522 Anträge wurden abgelehnt, für 3 009 Anträge war Ende 2012 noch keine Entscheidung gefallen.

Besonders groß war erwartungsgemäß der Anteil der sogenannten reglementierten Berufe, bei denen die Anerkennung Voraussetzung für die Berufsausübung ist. Darauf beziehen sich rund 80 Prozent der gestellten Anträge. Der Schwerpunkt lag dabei auf den medizinischen Gesundheitsberufen, insbesondere bei Ärzten, Krankenpflegern und Krankenschwestern. Aus dieser Berufsgruppe stammten allein 6.837 der 7.458 positiv beschiedenen Anträge, darunter 5.121 von Ärztinnen und Ärzten. Rund die Hälfte der 10 989 Anerkennungsverfahren – 5 538 Verfahren – bezog sich auf Abschlüsse, die innerhalb der EU erworben wurden. Weitere 3 015 Verfahren hatten Abschlüsse aus dem übrigen europäischen Ausland zum Gegenstand. 2 268 Verfahren befassten sich mit Qualifikationen aus dem außereuropäischen Ausland, 1 464 davon mit in Asien erworbenen Abschlüssen. Zuständig für die Durchführung der Verfahren sind die gleichen Stellen, die auch für die Anerkennung der entsprechenden in Deutschland erworbenen Abschlüsse zuständig sind, beispielsweise Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und Behörden.

Anzeige

Das Anerkennungsgesetz - oder "Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen" - war von der früheren Bundesbildungsministerin Annette Schavan angestoßen worden. Es soll einen Missstand beseitigen, der nicht nur für einzelne Betroffene, sondern für den Arbeitsmarkt insgesamt offensichtlich war: Akademiker, die als Taxifahrer arbeiten, weil ihre ausländische Ausbildung in Deutschland nicht akzeptiert wird, während man gleichzeitig über den Mangel an Fachkräften klagt. Von Brain Waste, also "Gehirnverschwendung", war bis dahin die Rede.

Weitere Artikel

Das Anerkennungsgesetz des Bundes umfasst nur bundesrechtlich geregelte Berufe. Für wichtige Berufsgruppen wie Lehrer und Ingenieure sind die Länder zuständig. "Es wird deshalb höchste Zeit, dass die acht noch ausstehenden Länder ihre Anerkennungsgesetze noch in 2013 in Kraft setzen und die Anerkennungsverfahren für alle Berufe öffnen", sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. Zugleich forderte sie die Unternehmen auf, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu motivieren, ausländische Qualifikationen anerkennen zu lassen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%