Bild: FotoliaFrauen verdienen noch immer weniger als Männer - das ist keine Überraschung. Je nach Branche unterscheiden sich die Diskrepanzen aber enorm. Während in manchen Berufssparten die Gehaltsspanne 30 Prozent beträgt, sind es in einer Branche nur noch vier Prozent unterschied. Insgesamt verdienten Frauen 2010 durchschnittlich 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.
Quelle: Statistisches Bundesamt
Bild: dpaTechniker und gleichrangige nichttechnische Berufe
Die größten Unterschiede zwischen Frauen und Männern bestehen immer noch bei Techniker-Berufen und gleichrangigen Jobs. Wer hier als Frau seine Berufung gefunden hat, muss mit einem 30 Prozent geringeren Einkommen rechnen als der männliche Kollege mit der gleichen Ausbildung.
Bild: FotoliaFührungskräfte
Genauso benachteiligt sind Frauen in Führungspositionen. Auch hier liegt die Gehaltsdiskrepanz bei 30 Prozent und damit deutlich über dem Durchschnitt.
Bild: dapdAkademische Berufe
Wer als Frau einen akademischen Beruf ergreift, steht etwas besser da - aber nicht viel. Akademikerinnen müssen aktuell noch damit leben, dass der männliche Kollege am benachbarten Schreibtisch 28 Prozent mehr verdient.
Bild: dpa/dpawebHandwerks- und verwandte Berufe
Bei Schreiner, Bäcker, Friseur und Co. sieht es etwas besser aus, auch wenn die Gehaltsspanne ebenfalls noch groß ist: Frauen in Handwerksberufen bekommen durchschnittlich 25 Prozent weniger als der Kollege - immer noch ein stärkerer Gehaltsunterschied als im gesamtdeutschen Durchschnitt.
Bild: dpa/dpawebBediener von Anlagen und Maschinen und Montageberufe
Knapp unter dem Durchschnitt liegt der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen, die etwa Maschinen bedienen oder als Monteure arbeiten: 19 Prozent verdient ein männlicher Mitarbeiter hier mehr als ein Weiblicher.
Bild: APFachkräfte in Land- und Forstwirtschaft und Fischerei
Einen Sprung nach unten gibt es bei der Gehaltsspanne in der Land- und Forstwirtschaft. Wer sich in diesem Bereich ausbilden lässt oder wen es aufs Meer zieht, der verdient als Frau verhältnismäßig besser - bzw. ähnlich viel wie der männliche Kollege: Der Unterschied liegt hier bei 13 Prozent - zwar deutlich weniger als etwa bei den Akademikern, aber immer noch deutlich.
Bild: dpaHilfsarbeitskräfte
Gleiches gilt für Arbeitskräfte ohne branchenspezifische Berufsausbildung: Auch hier haben Frauen durchschnittlich 13 Prozent weniger in der Lohntüte als Männer.
Bild: obsDienstleistungsberufe und Verkäufer
Kaum geringer ist der Unterschied bei Servicekräften, Verkäufern und Co.: Frauen müssen sich mit einem durchschnittlich 12 Prozent geringeren Einkommen begnügen.
Bild: FotoliaBürokräfte und verwandte Berufe
Das beste Gehaltsniveau für Frauen findet sich bei den Bürojobs und ähnlichen Berufen. Hier beträgt der Gehaltsunterschied zu den männlichen Kollegen nur noch 4 Prozent - 18 Prozent unter der durchschnittlichen Diskrepanz.
Frauen verdienen noch immer weniger als Männer - das ist keine Überraschung. Je nach Branche unterscheiden sich die Diskrepanzen aber enorm. Während in manchen Berufssparten die Gehaltsspanne 30 Prozent beträgt, sind es in einer Branche nur noch vier Prozent unterschied. Insgesamt verdienten Frauen 2010 durchschnittlich 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.
Quelle: Statistisches Bundesamt
Die Beschäftigung von Frauen ist in Deutschland auf einen Rekordwert gestiegen. Im Jahr 2011 waren fast 72 Prozent der Frauen zwischen 15 und 64 Jahren in Arbeit - allerdings immer häufiger in Teilzeit. Das geht aus einer neuen Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die heute in Berlin vorgestellt wurde.
„Arbeit ist weiblicher geworden“, sagte dazu IW-Direktor Michael Hüther. Für ihn sind die Frauen „die Gewinner am Arbeitsmarkt“. Nach der IW-Studie sind lediglich 14 Prozent der Frauen in Teilzeit, weil sie keine Vollzeitstelle fanden. Die große Mehrheit wähle aus persönlichen Gründen einen Teilzeitjob. Grundsätzlich haben Beschäftigte einen Anspruch auf Teilzeit, wenn nicht betriebliche Gründen dagegen sprechen.
Insgesamt übertraf die Frauenerwerbsquote in Deutschland deutlich den Mittelwert der EU-Länder von zuletzt 64,9 Prozent. Höhere Beschäftigungsquoten als hierzulande gab es nur noch in den skandinavischen Ländern - etwa mit 77,7 Prozent beim Spitzenreiter Schweden. Die Zunahme der Erwerbstätigenquote von Frauen verlief in Deutschland laut IW dabei überaus dynamisch: Im Jahr 2000 waren laut IW erst 63 Prozent der Frauen in Deutschland erwerbstätig, im EU-Durchschnitt 60,1 Prozent.
Gründe für den selteneren Aufstieg von Frauen auf Führungspositionen seien etwa Erwerbsunterbrechungen wegen Kindererziehung oder aber häufig die Arbeit in Teilzeitjobs. Spitzenjobs seien erfahrungsgemäß nur schlecht „im Tandem zu organisieren“. Nach IW-Zahlen sind nur drei von zehn Führungspositionen in den Unternehmen mit Frauen besetzt.
Frauen werden nicht diskriminiert
Eine feste gesetzliche Frauenquote für Leitungsebenen lehnt Hüther als Eingriff in die Vertragsfreiheit ab. Wenn die Bundesregierung etwas tun wolle, dann solle sie die beruflichen Rahmenbedingungen für Frauen verbessern, etwa durch den versprochenen Ausbau der Kinderbetreuung. Die Kommunen dürften sich „keinen schlanken Fuß machen“.
Entgegen anderslautenden Darstellungen beträgt die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in Deutschland laut IW nur zwei Prozent, sofern Faktoren wie Bildung, Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Unternehmensgröße und Berufserfahrung berücksichtigt werden. Hüther: „Vor allem familienbedingte Auszeiten vergrößern die Verdienstunterschiede.“ Gerade Deutschland zähle zu jenen Ländern, in denen es keinen Hinweis „auf ungerechtfertigte Ungleichbehandlung von Frauen in Lohnfragen gibt“.
So führe eine Auszeit von drei Jahren oder mehr zu einem durchschnittlichen Lohnabstand für Frauen von fast zwölf Prozent. Bei maximal 18 Monaten seien es dagegen nur jene zwei Prozent im Schnitt. Nicht-bereinigte Erhebungen kommen zu anderen Ergebnissen: So lag der Bruttostundenverdienst von Frauen 2011 laut Statistischem Bundesamt im Mittel um 22 Prozent unter dem von Männern. Nach anderen Erhebungen liegt die Lohndifferenz sogar bei 25 Prozent.





















