Arbeitsrecht: Wann Sie ein Tattoo den Job kosten kann

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Arbeitsrecht: Wann Sie ein Tattoo den Job kosten kann

von Claudia Tödtmann

Arbeitsrechtlerin Cornelia Marquardt, Partnerin bei Norton Rose Fulbright, erklärt, welches Outfit sich Mitarbeiter erlauben dürfen, mit welchen Tattoos sie ihren Job riskieren und wann sie auch Uniformpflichten akzeptieren müssen.

Heute schmücken sich „nicht mehr nur noch Seefahrer und Sträflinge“ mit Tattoos – sondern Menschen aus den verschiedensten Gesellschaftsschichten – und trotzdem riskieren manche damit ihren Job. Dies gilt jedenfalls für „Repräsentanten des Staates“, sprich Beamte oder Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst – und solche, die das erst werden wollen. Das Verwaltungsgericht Darmstadt hat das gerade nochmal in einem Eilverfahren, das eine Bewerberin für die Bundespolizei in Gang gebracht hatte, bestätigt und der jungen Frau eine Abfuhr erteilt (Beschluss, Aktenzeichen 1 L 528/14.DA.).

Dr. Cornelia Marquardt arbeitet bei Norton Rose Fulbright. Ihre Schwerpunkte liegen auf dem Individualarbeitsrecht, Betriebsratsverhandlungen und Restrukturierungen. Quelle: Presse

Dr. Cornelia Marquardt arbeitet bei Norton Rose Fulbright. Ihre Schwerpunkte liegen auf dem Individualarbeitsrecht, Betriebsratsverhandlungen und Restrukturierungen.

Bild: Presse

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Große und sichtbare Tattoos sind ein NoGo
Denn: Das Tattoo war großflächig und am rechten Unterarm – also gut sichtbar. Die Bundespolizei lehnte die Zulassung der Frau deshalb zum Einstellungsauswahlverfahren ab und verwies auf internen Richtlinien, wonach niemand mit sichtbarer Tätowierung eingestellt werden darf. Bei einem Polizisten als Repräsentant des Staates könnten sichtbare Tätowierungen Anlass zu Provokationen bieten und die Toleranz anderer übermäßig beanspruchen.
Nur wenn die Tätowierung klein dezent gewesen wäre – vor allem aber auch ohne besondere Symbolik –, wäre es kein Hinderungsgrund gewesen. Denn ein generelles Verbot jeglicher sichtbarer Tätowierung lässt sich bei der großen Verbreitung von Tattoos heute nicht mehr rechtfertigen.
Generell gab es von den Gerichten in jüngster Vergangenheit diese Urteile zu zulässigen Vorgaben an Dress Code und äußeres Erscheinungsbild von Mitarbeitern oder Auszubildenden:

So kleiden Sie sich richtig

  • Wie Sie stilsicher werden

    Wie kleidet man sich ordentlich? Dabei geht es um mehr als die Frage, ob mit oder ohne Krawatte. Welche Aussagen lassen sich durch welche Kleidung transportieren? Das ist keineswegs Jacke wie Hose. Ein Crashkurs.

  • It fits

    Im Englischen heißt es „it fits“, wenn etwas passt. Daher das Wort „Outfit“. Ihre Kleidung sollte in drei Kategorien passen: Dem Anlass entsprechend, dem Typ entsprechend und der individuellen Aussage entsprechend. Genau in der Schnittmenge liegt das für sie optimale Outfit.

  • Für Banken, Versicherungen, Rechtsabteilungen und Buchhaltung

    Anzug oder Kostüm sollten Werte wie Vertrauen und Sicherheit widerspiegeln. Das gilt auch für Mitarbeiter im Back-Office. Ein Ziel ist Understatement. Die Kleidung sollte modern und nicht bieder wirken; dunkle Business-Farben wirken am besten.

  • In Management, Controlling, Marketing und PR

    Es gilt, einen Tick schicker zu sein als im klassischen Business. Hosen mit Pullover gehen maximal in der Werbebranche. Ansonsten eher kompletter Hosenanzug oder Blazer-Hose-Kombi für Damen, Anzüge und Kombinationen für Herren. Anspruchsvoll, gehobene Qualität und dunklere Farben.

  • Im B2B

    Professioneller Look ist hier unabdingbar. Klassische Kostüme, Anzüge und Kombinationen in mittleren bis dunkleren Farbtönen. Farben dürfen nicht ins Auge springen, sollten aber modern sein.

  • In Kreativ-Jobs

    In der Werbung oder bei den Medien darf es bunter und ausdrucksstark zugehen. Hier ist Nähe angesagt und schwarze Kleidung ist da sehr hinderlich.

  • Große Männer brauchen Unterteilungen

    Für besonders große Männer empfehlen sich farbliche Unterteilungen. Also zum Beispiel blaue Hose oder roter Pullover. Das unterbricht die Größe und lässt Sie weniger lang wirken. Männer mit langen Beinen tragen am besten längere Jacken und Ärmel.

  • Kleine Männer eher eintönig

    Ist Ihr Körper insgesamt kurz, empfiehlt sich farblich Ton in Ton. Farbliche Unterteilungen würden die Kürze betonen. Haben Sie kurze Beine, sollten Sie von Hosenaufschlägen absehen – und auch davon, Ärmel aufzukrempeln.

  • Passend zum Typ

    Tiefsinnige und Kreative wollen sich ausdrücken. Die Erscheinung darf Außergewöhnliches bieten, also kreativer Kragen, Schmuck, extravagante Brille oder bunte Farben. Bodenständige Typen verwenden besser natürliche Materialien und Erdtöne. Dramatiker und Extrovertierte mögen vielleicht asymmetrisch geschnittene Kleidung – sie sollten dann aber darauf achten, dass sie niemals billig wirkt. Zu sportlichen Typen passen Blau und Grün.

  • Nicht nur beim Mann entscheidet die Figur

    Sollten Sie eine schlanke Frau sein und Kleidergröße 32 bis 34 tragen, sehen Röhrenjeans super aus. Ab Kleidergröße 40 sehen Sie mit ihnen dicker aus. Es liegt also stets an der Form ihres Körpers.

  • Rechteckige Figurform

    Sind Schulter, Taille und Hüfte gleich breit, empfiehlt sich eine gerade Hose oder ein gerader Rock.

  • Dreieckige Figurform

    Die Schulter ist schmaler als die Hüfte. Hier sollten Sie Hosen und Rücke in der sogenannten A-Linie mit kurzen Oberteilen kombinieren.

  • Umgekehrtes Dreieck

    Die Schulter ist breiter als die Hüfte: Hier empfehlen sich Caprihosen, Röhrenhosen und enge Röcke. Die schmalen Hosen lassen sich gut in Stiefel stecken.

  • Die Achter-Figur

    Die Figur ist wie eine 8 geformt. Sie ist eine sehr weibliche Figurform. Die Röcke sind konisch geschnitten, sie werden zum Knie hin schmaler. Passende Hosen sind Hosen in Bootcut-Schnitten.

Arbeitgeber dürfen grundsätzlich bestimmen, welche Kleidung Mitarbeiter während der Arbeit zu tragen haben. Auch wenn sie das Persönlichkeitsrecht der Mitarbeiter beachten und berücksichtigen müssen, dass sich die allgemeinen Auffassungen zu gepflegtem Auftreten, zu Haarpracht, Bärten oder Körperschmuck verändert haben. Sehr hilfreich sind solche Formelsätze nicht.

Welche Vorgaben Unternehmen im Detail erlaubt sind, hängen vom konkreten Einzelfall ab. Arbeitgeber dürfen von Mitarbeitern, die mit Publikum zu tun haben, verlangen, dass sie ihr äußeres Auftreten dem Charakter des Unternehmens – etwa einer Bank, einem Juwelier, im Verkauf teurer Möbel und so weiter – anzupassen: Wichtig sind die konkreten Umständen des Arbeitsplatzes wie die Produkte, das Preissegment oder die Erwartungen der Kundschaft.

Fest steht: Das Unternehmen darf konkretisieren, was seine Leute anziehen und wie sie es tragen. Es darf beispielsweise verbieten, in Gegenwart von Kunden mit Jeans, Turnschuhen, ohne Krawatte und ohne Sakko aufzutreten. Je nach Branche darf das Unternehmen auch die Angestellten anweisen, bei Kundenkontakt stets Piercings herauszunehmen oder Tätowierungen abzudecken.


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