Arbeitszeit: Deutsche wollen mehr arbeiten

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Arbeitszeit: Deutsche wollen mehr arbeiten

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Willkommene Überstunden - Während viele Arbeitnehmer über die erdrückende Arbeitslast klagen, wünschen sich andere die Mehrarbeit.

von Kristin Schmidt

3,7 Millionen Deutsche würden gerne mehr arbeiten, meldet das Statistische Bundesamt. Darunter sind längst nicht nur Teilzeitbeschäftigte.

„Gestern war ich schon wieder bis 22 Uhr im Büro. Das wird mir langsam zu viel“ oder „Eigentlich würde ich heute gerne mal früher gehen“, sind Sätze, die jeder schon mal von Kollegen gehört oder selbst in den Mund genommen hat. Aber wer hat seinen Chef schon mal gefragt, ob er heute länger bleiben kann? Dennoch wollen laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes 3,7 Millionen Deutsche mehr arbeiten als bisher. Sie würden gerne mit entsprechend höherem Verdienst ihre Wochenarbeitszeit aufstocken und könnten innerhalb der nächsten zwei Wochen damit beginnen, mehr Stunden als bisher zu arbeiten. Damit gelten sie als unterbeschäftigt.

Im Schnitt möchten die Betroffenen gerne 11,5 Stunden pro Woche draufpacken – Teilzeitbeschäftigte 15,5 Stunden, Vollzeitbeschäftigte 6,9 Stunden.

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Das liebe Geld

Den Hauptgrund dafür sieht die Autorin der Studie Martina Rengers im höheren Verdienst. Die Menschen brauchen mehr Geld und sind bereit dafür auch länger zu arbeiten. Immerhin sind etwa 40 Prozent der Unterbeschäftigten in Teilzeit nur geringfügig beschäftigt, so dass ihnen das bisherige Gehalt anscheinend nicht ausreicht. Bei den Unterbeschäftigten in Vollzeit seien viele junge Väter vertreten, die ebenfalls etwas mehr Geld für ihre neugegründete Familie brauchen könnten. Der Wunsch nach Mehrarbeit wird also vielfach aus der Not heraus geboren.

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Es gibt in Deutschland aber auch die andere Seite. Knapp eine Million Menschen möchten weniger arbeiten und sind bereit für mehr Freizeit eine niedrigere Bezahlung in Kauf zu nehmen. Sie sind überbeschäftigt. Durchschnittlich würden sie gerne 11,7 Stunden pro Woche weniger arbeiten.

Studienautorin Rengers hat die Arbeitszeitwünsche der Über- und Unterbeschäftigten miteinander verrechnet. Daraus ergibt sich ein ungenutztes Arbeitspotential von 31,6 Millionen Stunden pro Woche. In der Studie heißt es: „Diese ungenutzte Potential entspräche – rein rechnerisch – rund 790.000 Vollzeitstellen.“ Eine genauere Aufschlüsselung der Ergebnisse nach Bildungsabschluss oder Beruf liegt bislang nicht vor.

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