
Die Hälfte aller deutschen Beschäftigten arbeitet im Urlaub. Doch als ob das nicht schon genug der Aufopferung wäre, tun es viele auch noch ohne finanziellen oder Freizeitausgleich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Reisewebsite lastminute.de. Im Rahmen des Urlaubsarbeiter Reports 2012 wurden über 10.000 Männer und Frauen aus neun europäischen Ländern befragt.
Zwar arbeiten Deutsche im Gegensatz zu ihren französischen, italienischen und spanischen Kollegen relativ wenig. Nämlich nicht einmal eine Stunde pro freien Tag. Die Zahlungsbereitschaft der deutschen Arbeitgeber lässt aber zu wünschen übrig. 47 Prozent der Deutschen, die im Urlaub arbeiten, erhalten weder Geld noch zusätzliche freie Stunden.
Bild: Fotolia.com1. Sprechen Sie vorher mit Ihrem Chef
Nur wenn Ihr Chef weiß, dass sie im Urlaub nicht gestört werden wollen, kann er auf diesen Wunsch eingehen. Viele Vorgesetzte realisieren das Problem nicht, weil sie selbst auch immer erreichbar sind. Steht ein wichtiges Geschäft an, sollten Sie einen Kommunikationsweg für absolute Notfälle vereinbaren.
Bild: Fotolia.com2. Bleiben Sie nicht zu Hause
Wenn Sie Urlaub haben, fahren Sie am besten weg. Denn in den eigenen vier Wänden drängen sich schnell die häuslichen Pflichten auf, die man seit Jahren vor sich herschiebt. Auch an verlängerten Wochenenden empfehlen sich Ausflüge.
Bild: Fotolia.com3. Fahren Sie an die Küste
Eine Studie der britischen Universität Plymouth zeigt, dass sich die meisten Menschen am Meer am besten erholen können. Die Weite wirkt meditativ. Savannen und Berggipfel haben eine ähnliche Wirkung.
Bild: Fotolia.com4. Schalten Sie Handy und Laptop aus
Emails schreiben, mit den Mitarbeitern telefonieren und Kundentermine vereinbaren, ist im Urlaub tabu. Schalten Sie Ihren Laptop und das Handy am besten gar nicht erst an.
Bild: Fotolia.com5. Packen Sie den Kalender nicht zu voll
Nehmen Sie sich im Urlaub nicht zu viel vor. Wer im Beruf ständig Termine hat, sollte sich auf Reisen Freiräume schaffen und spontan entscheiden, was er an dem einen oder anderen Tag machen will. Von Stadt zu Stadt oder Nationalpark zu Nationalpark zu hetzen, ist nicht entspannend.
Bild: Fotolia.com6. Schaffen Sie Kontraste zum Alltag
Der Urlaub sollte unbedingt eine Abwechslung zu dem bieten, was Sie auf der Arbeit jeden Tag erleben. Sitzen Sie den ganzen Tag nur am Schreibtisch, kann Bewegung im Urlaub nicht schaden. Sind Sie geschäftlich ständig unterwegs, legen Sie besser mal die Beine hoch.
Bild: Fotolia.com7. Machen Sie mehrere Kurzurlaube
Alle Urlaubstage auf einen Schlag zu verbraten, ist nicht ratsam. Körper und Geist brauchen mehrmals im Jahr Auszeiten, in denen Sie sich regenerieren können.
Bild: obs8. Vermeiden Sie Streit mit Ihrer Reisebegleitung
Am besten legen Sie im Vorfeld fest, wer welchen Reisetag bestimmen darf. Damit sind Meinungsverschiedenheiten erst einmal abgewendet. Können Sie sich mit dem Vorschlag Ihrer Begleitung überhaupt nicht anfreunden, sollten sie für ein paar Stunden getrennte Wege gehen.
Bild: dapd9. Zwingen Sie sich nicht in den Liegestuhl
Wer denkt, nur absolute Ruhe kann entspannen, liegt falsch. Zwingen Sie sich nicht tagelang am Strand zu liegen, wenn Sie merken, dass Sie Bewegung brauchen. Aber: Übertreiben Sie es nicht! Es muss ja nicht an einem Tag Wildwasser-Rafting und am nächsten schon Felsklettern sein.
Bild: Fotolia.com10. Planen Sie Puffertage ein
Vor und nach dem Urlaub sollten Sie mindestens einen Tag frei haben, sonst wird es hektisch. Arbeiten Sie direkt am Tag nach Ihrer Rückkehr wieder, ist der Erholungseffekt schnell verpufft.
1. Sprechen Sie vorher mit Ihrem Chef
Nur wenn Ihr Chef weiß, dass sie im Urlaub nicht gestört werden wollen, kann er auf diesen Wunsch eingehen. Viele Vorgesetzte realisieren das Problem nicht, weil sie selbst auch immer erreichbar sind. Steht ein wichtiges Geschäft an, sollten Sie einen Kommunikationsweg für absolute Notfälle vereinbaren.
Über so viel freiwillige Arbeitszeit freuen sich natürlich die Unternehmen. Jörg Burtscheid, Geschäftsführer von lastminute.de, warnt aber: „Mittel- und langfristig aber leiden Motivation, Einsatz und Kreativität.“ Deshalb sollten Chefs ihre Mitarbeiter zum Erholen ermuntern, anstatt ständige Erreichbarkeit zu erwarten. Arbeitspsychologin Carmen Binnewies von der Universität Münster rät Mitarbeitern diese Probleme selbst anzusprechen, weil Chefs von selbst oft nicht darauf kommen. „Für manchen Chef ist es ganz normal im Urlaub erreichbar zu sein und deshalb denkt er nicht darüber nach, bevor er die Nummer des im Urlaub weilenden Mitarbeiters wählt“, sagt die Professorin. Es liege nicht immer an den verständnislosen Chefs, sondern häufig auch an den Mitarbeitern, die ihre Bedürfnisse nicht mitteilen.
So sieht es anderswo aus
Frankreich
Die Franzosen arbeiten zwei Stunden täglich in ihrem Urlaub. Damit führen sie im Vergleich zu den anderen acht Ländern. Gleichzeitig ist die Zahlungsbereitschaft der Arbeitgeber sehr hoch. 65 Prozent erhalten einen finanziellen oder zeitlichen Ausgleich.
Italien
In Italien leisten die Urlaubsarbeiter durchschnittlich 98 Minuten pro Tag ab. 37 Prozent werden dafür nicht belohnt.
Spanien
93 Minuten täglich arbeiten spanische Urlauber. Mit Blick auf die schlechte Vergütung – ganz schön viel. 46 Prozent sehen keinen zusätzlichen Cent für ihr Engagement.
Großbritannien
Dort sieht es für die Arbeitnehmer noch schlechter aus. Sie schuften 92 Minuten täglich in ihrem Urlaub. Aber nur 42 Prozent werden dafür auch belohnt.
Irland
Im Nachbarland sind 88 Minuten täglich für den Chef reserviert. 43 Prozent erhalten dafür nichts.
Schweden
Die Schweden arbeiten 71 Minuten täglich, obwohl sie die Füße hochlegen könnten. Immerhin bekommen fast zweidrittel der Urlaubsarbeiter dafür auch entweder Geld oder zusätzliche Freizeit.
Norwegen
Die nordischen Nachbarn der Schweden arbeiten mit 68 Minuten etwas weniger. Außerdem erhalten hier über Zweidrittel eine Belohnung.
Dänemark
Eine Stunde und eine Minute verbringen die Dänen in ihrem Urlaub täglich mit dem Job. 37 Prozent tun das für lau.
Und das birgt dann Frustration, Stress und Ärgernis. Die häufigste Auswirkung von Arbeit im Urlaub ist für die Befragten der fehlende Abstand zum Alltag. Jeder Vierte gab dies an. 21 Prozent konnten sich nicht richtig erholen. 18 Prozent klagten, nicht genug Zeit für sich zu haben. 13 Prozent ärgern sich sogar konkret über ihren Chef, weil dieser Zeit von ihnen bekommt, die ihm eigentlich nicht zusteht.
Die Auswirkungen auf die vermeintlichen Urlauber sind aber nicht ausschließlich negativer Natur. 19 Prozent gaben an, sorgenfreier aus dem Urlaub zurückzukommen, wenn sie selbst zwischendurch gearbeitet haben. Für 18 Prozent erleichtert die Urlaubsarbeit das Gewissen. 13 Prozent glauben, dass es ihrer Karriere hilft.
Insgesamt können sich Frauen offenbar besser von der Arbeit abgrenzen als ihre männlichen Kollegen. Sowohl in Deutschland als auch im europäischen Durchschnitt verbringen Frauen im Urlaub weniger Zeit mit Arbeit als Männer.




















