Beruf: Wenn der nächste Karriereschritt nicht kommt

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Beruf: Wenn der nächste Karriereschritt nicht kommt

Viele Führungskräfte warten auf den nächsten Sprung nach oben. Doch viele warten vergebens. Eine Studie zeigt: Nur wenige finden im Unternehmen eine höhere Position, potenzielle Manager sind ihrer Firma zu treu.

Der Manager befand sich kurz vor dem nächsten Karriereschritt. Aus Gesprächen mit seinem Vorgesetzten glaubte er klare Anzeichen dafür heraus zu deuten. Als er schließlich aus dem Flurtalk entnahm, er sei der geeignete Kandidat für die nächsthöhere Stelle, war er sich seines Aufstiegs sicher. Prompt bat er seine Sekretärin nach Möbelkatalogen. Das neue Büro sollte schließlich mit den passenden Sessel und Schreibtisch bestückt sein. Der Manager legte sich ins Zeug – und studierte akribisch die verschiedenen Entwürfe für das neue Arbeitszimmer. Spät in der Nacht leuchteten noch die Lampen in seinem Büro.

Der Alltag vieler Manager entspricht nicht dieser Szene, die aus einer Kurzgeschichtensammlung des Schweizer Schriftstellers Martin Suter stammt. Stattdessen sitzen viele Führungskräfte am Schreibtisch und suchen eine Antwort auf die Frage: Wohin soll es mit meiner Karriere gehen?

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So finden Sie den Spaß im Job wieder!

  • Tipps vom Ex-Banker

    "Keinen Bock mehr?" lautet der Titel des Buches von Klaus Schuster. Der ehemalige Vorstand einer internationalen Bankengruppe gibt Tipps, wie Sie wieder mehr Spaß bei der Arbeit haben. Das Buch ist 2012 im Redline Verlag erschienen.

  • Bullshit-Jobs bekämpfen!

    Sie müssen die gleiche Tätigkeit immer wieder erfüllen - ohne, dass sich ein Sinn ergibt: Sprechen Sie mit Ihrem Chef. Ist es zum Beispiel ein Statusbericht, greifen Sie auf den alten zurück und aktualisieren Sie lediglich die Daten. Wenn der Chef dahinterkommt, ist ein Gespräch immer noch möglich. Es ist die Entscheidung zwischen Kadavergehorsam und Emotional Leadership.

  • Seien Sie nicht die Spaß-Bremse!

    Ein langer Konflikt im Vorstand eines Unternehmens. Alle Beteiligten schreiben einen Brandbrief, der zur Klärung auffordert und mit Streik droht. Beteiligen Sie sich daran.

  • Entscheidungsprozesse optimieren!

    Wenn Arbeit keine Freude bereitet, dann liegt das oft daran, dass eine Entscheidung verschleppt wurde. Treffen Sie diese! Wenn Sie nicht zuständig sind, bringen Sie einen übergeordneten Entscheidungsträger auf Trab. Opfer haben wenig Spaß, Spaß haben die Gestalter.

  • Lassen Sie aus dem Spaß keine Sucht werden!

    Kennen Sie den Unterschied? In vielen Führungsjobs gibt es die Gefahr, dass man es mit dem Spaß übertreibt, einfach zu viel davon haben will. Es gibt Gründe, wieso einige Manager zerrüttete Familien haben, Ehefrauen sich scheiden lassen, die Gesundheit leidet und die Kinder verhaltensauffällig sind. Wieso? Weil man sich selbst verarscht. Spaß muss gemanagt werden - bevor man eine Überdosis davon schnupft. Sonst nutzt er nicht.

  • Erfolg ist keine Sünde, man schämt sich nicht dafür!

    Es eröffnet sich für Sie eine Chance, eine potentielle Erfolgsgelegenheit - hadern Sie nicht lange: Treffen Sie die Entscheidung. Sonst zieht sie an Ihnen vorbei. Es gilt: Du bist Manager! Du willst Erfolg! Und für Erfolg schämt man sicht nicht! Diese Imperative sollte man konsequent im Alltag beherzigen und verfolgen. Das ist Emotional Leadership.

  • Je mehr Offenheit, desto mehr Vertrauen!

    Wenn man Ihnen mit beruflichem Misstrauen begegnet, versuchen Sie die Gründe zu finden und reagieren Sie darauf. Sprechen Sie die Person darauf an. Vielleicht können Sie den Spieß sonst umdrehen. Seien Sie in jedem Fall so offen wie möglich - das schafft Vertrauen!

  • Menschen haben keine Freude an Produkten, sondern an Problemlösungen!

    Niemand braucht einen Hammer. Aber viele einen Nagel in der Wand. So weit der Leitspruch. Das sollte man auch im Geschäftsalltag beherzigen. Wenn es um den Verkauf geht zum Beispiel. Eine Schuhverkäuferin sollte es nicht darum gehen, um jeden Preis ein Paar zu verkaufen. Sondern als Emotional Leader auch dem Kunden ein gutes Gefühl mitgeben. Dann kommt er wieder.

  • Lernen Sie Ihre Präferenzen besser kennen!

    Je besser Sie sich selbst kennen, desto mehr Spaß haben Sie an Leben und Arbeit. Es gibt verschiedene Typen: Exra- und Introvertierte, Kopf- und Bauchmenschen, Praktiker und Visionäre, Ordnungsliebende und Spontane. Wenn Sie wissen, welcher Typ Sie selbst sind, können Sie Ihre eigenen Entscheidungen besser einschätzen und wissen, wie Sie damit umgehen sollten.

  • Bleiben Sie Ihrer Erfolgsdefinition treu!

    Es geht um Mohrrüben: Chefetagen halten sie Managern gerne vor die Nase. Sie wollen den Mitarbeitern Anreize geben. Das führt oft dazu, dass man sich zu Falschem verleiten lässt und über das Ziel hinaus schießt. Vermeiden Sie Pyrrhus-Siege, lassen Sie sich nicht aufs Kreuz legen - bleiben Sie Ihrer Erfolgsdefinition treu.

  • Spaß macht Erfolg!

    Sich die Zähne putzen - ob man dabei Spaß hat oder nicht, das Ergebnis ist das gleiche. Anders ist es im Job. Den großen Durchbruch, Quantensprünge im Job dagegen, das ist viel leichter, wenn wir Freude an unserer Arbeit haben.

  • Freude ist ein Tool. Setzen Sie es verantwortungsvoll ein!

    Natürlich ist Freude eine Emotion, aber auch ein Tool. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie zu viel Spaß abgekommen, verhalten Sie sich wie ein Emotional Leader: Ziehen Sie sich selbst aus dem Verkehr und gehen Sie zum Beispiel für drei Tage in eine Therme. Sie sollten die Kontrolle über Ihren eigenen Spaß behalten.

  • Vertrauen ist Supermotivation!

    Schenken Sie Ihren Mitarbeitern Vertrauen: Nicht den Dumpfbacken und Lemmingen, wohl aber den selbstständig denkenden und engagierten Kollegen. Setzen Sie mehr kontrolliertes Vertrauen in Ihre Leistungsträger. Als Lohn bekommen Sie Motivation, Engagement, Respekt, Loyalität und Leistung.

  • Auch als Kopfmensch können Sie Ihr Baugefühl aktivieren!

    Zwei junge Leute kommen zu Reinhard, er ist im Vorstand einer Volksbank tätig. Als Bauchmensch will er ihnen eine Freude machen. Damit hilft er dem jungen Paar. Die sind so dankbar, dass sie bald darauf zu ihm kommen und ihr ganzes Geld mitbringen: Sie vertrauen ihm. Er soll alles anlegen. Die größte Freude ist das Vertrauen des Kundens. Es ist mehr wert als Preis, Qualität und Leistung. Deshalb versuchen Sie auch als Kopfmensch Ihr Baugefühl zu aktivieren.

  • Es zählen nicht nur Zahlen, Umsatz und Preis!

    Notieren Sie die Liste mit fünf Kundennamen. Was fällt Ihnen, wenn Sie die Namen durchgehen, bei den Einzelnen auf Anhieb ein. Dem Emotional Leader fällt sofort ein, was dem jeweiligen Geschäftspartner am meisten Spaß im Leben oder im Business bringt. Das ist das Sesam-öffne-dich jeder Verhandlung.

Einer Umfrage des Kölner Beratungsunternehmen für Führungskräfte Galileo.Insitut fehlt es der Mehrheit der Manager und Leistungsträger in deutschen Unternehmer nach einer beruflichen Perspektive. 64 Prozent der befragten Manager gaben diesbezüglich an, keine Klarheit darüber zu haben.

Der Wunsch nach einem Karriereaufstieg und nach mehr Souveränität über die eigene Rolle im Unternehmen wird von entsprechend 48,4 Prozent und 43,8 Prozent der Befragten angegeben. „Gerade die besten Leistungsträger eines Unternehmens versäumen es oft, sich über die persönlichen Karriereziele Gedanken zu machen“, sagt Gudrun Happich, die für Galileo Führungskräfte coacht. Die Folgen: 42 Prozent der Befragten hätten der Umfrage zufolge keinen Spaß mehr bei der Arbeit.

Als Grund für das Karrierehindernis nannten sie veränderte Situationen im Unternehmen (36 Prozent) oder Probleme bei der Suche nach der geeigneten Position im Unternehmen.

Die Studie zeigt auch, dass viele Führungskräfte mit fehlenden Berufsperspektiven tatsächlich nichts unternehmen, um aus dieser misslichen Situation rauszukommen. Gaben 98 Prozent der Befragten an, als Lösung das Unternehmen zu wechseln oder gar aus der Karriere auszusteigen (40 Prozent), blieben schließlich immer noch 89 Prozent der interviewten Führungskräfte der alten Firma treu. Nur 6,7 Prozent schaffte es eine bessere Position in der Firma zu finden. Das zentrale Problem aus Sicht Happichs: „Häufig identifizieren sich die Führungskräfte zu sehr mit dem Unternehmen.“

In der Kurzgeschichte von Martin Suter wurde ein Vorgesetzter auf das Licht im Büro des aufsteigenden Managers in Spe aufmerksam. „Der macht jetzt schon Überstunden?“, sagte der Chef, „Ich glaube, wir müssen jemanden anderes für die Stelle suchen“.

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