Berufsleben: Jeder Zehnte ist mit seiner Arbeitszeit unzufrieden

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Berufsleben: Jeder Zehnte ist mit seiner Arbeitszeit unzufrieden

Millionen Berufstätige in Deutschland sind unglücklich mit ihrer Arbeitszeit: Während drei Millionen Beschäftigte gerne mehr arbeiten würden, fühlt sich knapp eine Million überlastet und will lieber kürzer treten.

Zu viel Arbeit ist auf zu wenig Menschen verteilt - das kommt Ihnen bekannt vor? Kein Wunder. Während rund 900.000 der deutschen Berufstätigen über eine zu hohe Belastung klagen, fühlen sich 2,9 Millionen Beschäftigte im Gegenzug unterfordert und würden gerne mehr arbeiten. Das geht aus am Montag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die auf Umfragen zum Mikrozensus 2014 beruhen. Befragt wurden dafür Menschen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren.

Ob die Befragten ihr Arbeitspensum als zu hoch oder zu niedrig empfinden, hängt auch mit dem Geschlecht zusammen. Unterbeschäftigt fühlten sich nach eigener Einschätzung vor allem teilzeitbeschäftigte Frauen. Sie würden ihre bestehende Wochenarbeitszeit von 19,3 Stunden im Schnitt gern um 13,4 Stunden erhöhen. Überfordert fühlten sich hingegen meist Männer – sie würden gern rund elf Wochenstunden weniger arbeiten.

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Die Lücke zwischen den Unter- und Überbeschäftigten klafft weit auseinander: So kamen alle Unterbeschäftigten mit Wunsch nach Mehrarbeit 2014 insgesamt nur auf eine durchschnittliche gewöhnliche Wochenarbeitszeit von 28,4 Stunden. Alle Überbeschäftigten, die lieber weniger arbeiten wollten, hatten 2014 dagegen Wochenarbeitszeiten in Höhe von durchschnittlich 42,4 Stunden.

Überstunden Jeder Dritte arbeitet 45 Stunden pro Woche

Deutschland macht Überstunden: Mehr als die Hälfte der Angestellten arbeitet länger als im Vertrag vorgesehen, jeder Dritte ist sogar 45 Wochenstunden und mehr im Büro. In welchen Branchen es besonders schlimm ist.

Nach Einbruch der Dunkelheit noch sitzt ein Angestellter in seinem Büro Quelle: dpa

Unzufrieden zeigten sich bei der Befragung insbesondere die Teilzeit-Beschäftigten. Diese Gruppe arbeitete 2014 durchschnittlich 19,5 Stunden pro Woche. Diejenigen von ihnen, die sich unterbeschäftigt fühlten, hatten eine wöchentliche Arbeitszeit von 19,1 Stunden. Sie gaben an, ihr Arbeitspensum gern um 14,7 Stunden aufstocken zu wollen. Überbeschäftigte in Teilzeit arbeiteten 25,2 Stunden pro Woche. Ihrer Meinung nach zu viel: Sie wollten lieber 7,6 Stunden weniger pro Woche arbeiten.

In diesen Branchen sind Überstunden am häufigsten

  • Mitarbeiter mit und ohne Leitungsfunktion

    Grundsätzlich arbeitet der Manager eines Unternehmens länger als der gewöhnliche Angestellte. Insgesamt geben 44 Prozent der Vollzeitkräfte mit Leitungsfunktion an, mehr als 45 Stunden pro Woche zu arbeiten, bei den Angestellten ohne Leitungsfunktion sind es 28 Prozent.

    Quelle: DGB-Sonderauswertung

  • Verkehr und Lagerei

    Laut der DGB-Auswertung gibt es auch zwischen den einzelnen Branchen große Unterschiede. Im Bereich "Verkehr und Lagerei" geben 54 Prozent der Beschäftigten an, deutlich länger zu arbeiten, als vertraglich vereinbart. Hier besonders betroffen die Gruppe der Fahrzeugführer: 59 Prozent der Spediteuere, Busfahrer, LKW-Fahrer & Co. machen Extraschichten.

  • Land- und Forstwirtschaft

    Im Sektor Land- und Forstwirtschaft, Energie, Wassser und Entsorgung geben 47 Prozent an, dass eine Arbeitswoche von 45 Stunden un dmehr nichts Ungewöhnliches ist.

  • Wirtschaftliche Dienstleistungen

    In den Bereich "sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen" fallen unter anderem Gebäudebetreuung, Garten- und Landschaftsbau sowie Unternehmensdienstleistungen. Für 43 Prozent der Arbeitnehmer aus diesem Sektor sind 45 Stunden und mehr pro Woche die Regel.

  • Gastgewerbe

    Im Gastgewerbe arbeiten durchschnittlich 41 Prozent mehr als 45 Stunden. Schaut man sich die einzelnen Branchen des Sektors genauer an, trifft es besonders die Arbeitnehmer aus den Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufen: Dort geben 63 Prozent an, mehr als 45 Stunden in der Woche zu arbeiten.

  • Gesundheits- und Sozialwesen

    Im Gesundheitsbereich gaben 29 Prozent - also mehr als jeder vierte an, 45 Wochenstunden und mehr zu arbeiten.

  • Verarbeitende Gewerbe

    Im verarbeitenden Gewerbe machen ebenfalls 29 Prozent die 45-Stunden-Woche voll.

  • Andere Dienstleistungen

    In den Bereich andere Dienstleistungen fallen überwiegend persönliche Dienstleistungen also Beratung, Personentransport, Schulung, Unterhaltung & Co. Hier arbeitet jeder Vierte (25 Prozent) 45 Stunden pro Woche oder mehr.

  • Finanz- und Versicherungsdienstleistungen

    Bei Banken und Versicherungen machen 23 Prozent viele Überstunden. Damit entfällt auf diese Branche der geringste Anteil an überlangen Arbeitszeiten.

Der Großteil der deutschen Erwerbstätigen zeigte sich aber zufrieden: 90 Prozent der insgesamt 39,7 Millionen Beschäftigten wünschten sich keine Veränderung ihrer wöchentlichen Arbeitszeit.

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