Besprechungen: Deutsche jammern, Amerikaner lachen

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Besprechungen: Deutsche jammern, Amerikaner lachen

Kulturelle Unterschiede zeigen sich auch in Meetings. Deutsche verhalten sich in Besprechungen deutlich anders als Amerikaner, wie eine Untersuchung zeigt. Internationale Teams sollten sich darüber klar sein.

Deutsche Kollegen sprechen häufig über Probleme und die Umsetzung von Maßnahmen, jammern dabei auch. US-amerikanische Teams reden häufiger über Lösungen und lachen in Besprechungen häufiger. Das ist das Ergebnis einer Studie einer Forschergruppe um Nale Lehmann-Willenbrock von der Freien Universität Amsterdam, über die die Zeitschrift "Wirtschaftspsychologie Aktuell" berichtet.

Die Sozialforscher ließen insgesamt 73 US-amerikanische Studenten und 52 deutsche Studenten in jeweils 15 Kleingruppen darüber diskutierten, ob ein bestimmter Student an einer Elite-Uni promovieren sollte oder nicht. Sie mussten dabei zu einer einmütigen Empfehlung kommen. Die Gespräche wurden aufgenommen und danach in Sinneinheiten zerlegt, die wiederum bestimmten Kategorien zugeordnet wurden. Dann analysierten die Forscher, welche Gruppen wie oft problemfixiert, jammernd, gefühlsbetont oder lösungsorientiert waren.

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Deutsche: problemfixiert, jammernd, umsetzungsbezogen

Durchschnittlich 13-mal sprachen deutsche Teammitglieder Probleme an: was genau das Problem war oder wodurch es verursacht wurde. Die Amerikaner sprachen im Durschschnitt nur sechs mal konkrete Probleme an. Die Deutschen jammerten auch häufiger: Doppelt so oft wie die Amerikaner. Das heißt, sie wollten keine Veränderungen, äußerten sich negativ oder gar mit unpassenden Bemerkungen oder Vorwürfen, wiesen Verantwortung von sich. Die Deutschen sprachen aber auch häufiger über die Umsetzung von Maßnahmen. Fast doppelt so oft wie die Amerikaner diskutierten sie Ziele, Abläufe, Aufgabenverteilung oder Kosten-Nutzen-Verhältnisse. Und fassten am Ende alles Gesagte diszipliniert zusammen.

Amerikaner: lösungsorientiert, gefühlsbetont

Die untersuchten Amerikaner sprachen häufiger über Lösungen. Pro Diskussionsrunde äußerten sie sich im Schnitt 42 mal dazu, wie konkrete neue Lösungen aussehen könnten, welche Ziele und Vorteile diese Lösungen haben könnten. Die Deutschen taten das nur rund 30 mal. Die Amerikaner zeigten mehr "positive" Gefühle: Ermunterungen zur Mitarbeit, Signale der Unterstützung oder Dankbarkeit, Humor. Solche Äußerungen zeigten die amerikanischen Studenten im Schnitt 70 mal, deutsche aber nur 50 mal in den Gruppengesprächen.

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Lehmann-Willenbrock und ihre Ko-Autoren raten Unternehmen und Organisationen mit kulturell gemischten Teams, sich über die kulturellen Unterschiede bewusst zu werden und entsprechend weiterzubilden. Wichtig sei dabei, dass das Team einen Eindruck seines eigenen Kommunikationsverhaltens bekomme. Am besten eignen sich dazu Videoaufzeichnungen, mit deren Hilfe Teammitglieder ihr Verhalten spiegeln können.

fk

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