Bonus-Zahlungen: Gewinnbeteiligungen erhöhen den Leistungsdruck

Bonus-Zahlungen: Gewinnbeteiligungen erhöhen den Leistungsdruck

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Leistungsanreize können zu Leistungsdruck führen.

Boni sind immer wieder ein Aufregerthema: Sie bescheren Bankern und Top-Managern Mondgehälter und schüren Neid. Den normalen Angestellten können sie sogar krank machen.

Wer viel arbeitet, soll auch viel verdienen und wer seinem Unternehmen satte Gewinne beschert, darf dafür ruhig belohnt werden. Das ist der Gedanke hinter Gewinnbeteiligungen und Boni. Trotzdem sind die kleinen Extras vom Chef ein heikles Thema in Deutschland: Wer sie in Aussicht gestellt bekommt, handelt unvorsichtiger, betrügt und lügt: Hauptsache es kommt zum Vertragsabschluss beziehungsweise Umsatzwachstum, was sich im eigenen Geldbeutel bemerkbar macht. Soweit das gängige Klischee.

Forscher aus Dresden, Genf und Köln haben sich mit dem Thema befasst und anhand der Bonuszahlungen von 1,2 Millionen Bankern belegt, dass Chefs sich keine raffgierigen Betrüger heranziehen, wenn sie Boni für gute Leistungen auszahlen. Auch werden Manager nicht für jeden Euro mehr in der Firmenkasse in Gold aufgewogen, wie eine Kienbaumstudie aus dem vergangenen Oktober zeigt. Gerade im Top-Management werden die Boni immer häufiger an langfristige Ziele geknüpft, heißt es dort. 22 Prozent der Geschäftsführer haben langfristige Vergütungsanreize in ihren Verträgen stehen.

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  • Anleitung

    Summieren Sie die Anzahl der zutreffenden Aussagen

  • 1.

    Ich komme an Arbeitstagen schwer aus dem Bett.

  • 2.

    Abends bin ich meistens völlig erledigt.

  • 3.

    Trotzdem grübele ich im Bett noch über die Arbeit nach...

  • 4.

    ...und kann schlecht schlafen.

  • 5.

    Ich trinke abends oft Alkohol, um zu entspannen.

  • 6.

    Morgens wache ich kaputt auf.

  • 7.

    Ich werde tagsüber häufiger und schneller müde.

  • 8.

    Am Wochenende oder im Urlaub erhole ich mich kaum noch.

  • 9.

    Mein Job laugt mich aus.

  • 10.

    Ich bin sehr ehrgeizig.

  • 11.

    Zu Aufgaben kann ich selten Nein sagen...

  • 12.

    ...selbst wenn ich weiß, dass ich eigentlich schon zu viel zu tun habe.

  • 13.

    Ich habe Angst, dass mein Chef mir eine Absage übel nehmen würde.

  • 14.

    Deswegen arbeite ich mehr als meine Kollegen.

  • 15.

    Auch am Wochenende gehe ins Büro oder arbeite von zu Hause.

  • 16.

    Trotzdem weiß das niemand zu schätzen.

  • 17.

    Meine Arbeit macht mir immer weniger Spaß.

  • 18.

    Es ist anstrengend, mit Kollegen zusammenzuarbeiten.

  • 19.

    Ich fühle mich im Job isoliert.

  • 20.

    Anderen gegenüber bin ich gleichgültiger geworden.

  • 21.

    Meine engsten Freunde sehe ich inzwischen selten.

  • 22.

    Meine Familie findet, dass ich mich verändert habe.

  • 23.

    Hobbys pflege ich kaum noch.

  • 24.

    Ich befürchte, dass ich durch meinen Job abstumpfe.

  • 25.

    Meine Arbeit frustriert mich.

  • 26.

    Ich habe in meiner derzeitigen Position kaum etwas erreicht.

  • 27.

    Emotionale Probleme im Job bringen mich aus der Ruhe.

  • 28.

    Ich werde neuerdings schnell aggressiv.

  • 29.

    Wenn mir etwas gelingt, kann ich mich kaum darüber freuen...

  • 30.

    ...Misserfolge sind mir ebenfalls egal.

Trotzdem können Bonus-Zahlungen auch mehr Schaden als Nutzen anrichten, wie der Bericht "Preventive Healthcare: Impact on Corporate Sector" eines indischen Industrieverbandes zeigt. Befragt wurden 1250 Firmenangestellte von 150 Unternehmen aus verschiedenen Branchen, darunter Medien, Telekommunikation und Finanz- und IT-Dienstleister. Demnach setzen die in Aussicht gestellten Zahlungen die Mitarbeiter zusätzlich unter Druck. Allerdings liegt das nicht unbedingt am Boni selbst, sondern daran, dass Chefs vielmehr nur noch Ziele ausgeben, anstatt klare Weisungen auszugeben. Viele Angestellte versuchen laut der Studie mit allen Mitteln, die gesteckten Ziele zu erreichen. Mehr als ein Drittel der Befragten schieben Überstunden und schlafen weniger als sechs Stunden pro Nacht.

Auswertung

  • 0 bis 10 Punkte

    Glückwunsch! Sie können sehr zufrieden sein, offenbar ist Ihr Job genau der richtige. Sie sind fast rundum ausgeglichen und glücklich. Ihr einziges (Luxus-)Problem: Es ist immer leichter, an die Spitze zu kommen, als dort zu bleiben. Gehen Sie also auch weiterhin achtsam und vorsichtig mit sich um.

  • 11 bis 20 Punkte

    Noch ist bei Ihnen alles einigermaßen im grünen Bereich. Womöglich haben Sie nur kurzfristig Stress, und der geht hoffentlich auch wieder vorbei. Schaffen Sie trotzdem mehr Ausgleich, egal, ob im Beruf oder Privatleben. Soll heißen: Gönnen Sie sich regelmäßige Pausen, treffen Sie sich mit Freunden, und schlafen Sie ausreichend. Auch leichter Sport hilft dabei, Stress abzubauen.

  • Über 21 Punkte

    Das sind definitiv zu viele Zustimmungen. So banal es klingen mag, aber der erste Schritt ist der wichtigste: Sie dürfen Ihren Zustand nicht länger ignorieren oder verneinen. Akzeptieren Sie stattdessen, dass Sie der Burn-out-Spirale vermutlich nicht ohne fremde Hilfe entkommen. Suchen Sie also einen Arzt oder Psychiater auf. Wichtig: Diesen Schritt dürfen Sie nicht als Zeichen von Schwäche verstehen – sondern von Stärke.

Da die Arbeitswelt in Indien natürlich nicht eins zu eins auf deutsche Betriebe übertragbar ist, sollte man die Erkenntnisse der Studie allerdings mit Vorsicht genießen. Doch auch in Deutschland gibt es Anreizmodelle für die Mitarbeiter, die Experten Bauchschmerzen bereiten. Wer seinen Mitarbeitern wie Daimler 300 Euro extra zahlt, wenn sie ein Jahr lang nicht krankheitsbedingt fehlen, macht die Mitarbeiter nicht gesünder. Es kommen höchstens mehr Menschen krank zur Arbeit.

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