Branchenvergleich: Gehälter driften weiter auseinander

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Branchenvergleich: Gehälter driften weiter auseinander

Quelle:dpa

In den vergangenen Jahren haben sich Niedrig- und Hochlohnbranchen herausgebildet, sagt das Instituts für Wirtschaftsforschung Halle. Manche Löhne steigen stark an, während andere immer weiter schrumpfen.

Je nach Branche wird in Deutschland immer unterschiedlicher verdient, denn nach Angaben des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) driften die Einkommen in den verschiedenen Branchen immer weiter auseinander.

In den vergangenen Jahren haben sich Niedrig- und Hochlohnbranchen herausgebildet, teilte das IWH am Mittwoch mit. In exportorientierten Bereichen wie dem produzierenden Gewerbe seien die Löhne und Gehälter stärker gestiegen als in vielen Dienstleistungsbereichen. So verdiene knapp ein Drittel der bundesweit 111.000 Beschäftigten im Wachschutz weniger als 7,50 Euro brutto je Stunde, mehr als die Hälfte von ihnen weniger als 8,50 Euro, sagte die Tarifexpertin des Instituts, Birgit Schultz.

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Ähnlich sei es bei den rund 22.000 Floristen und rund 136.000 Friseuren in Deutschland: Für diese Beschäftigten habe es teilweise seit Jahren keine Tariflohnerhöhungen gegeben. Hingegen wurden laut IWH ungewöhnlich hohe Tarifabschlüsse in den Jahren 2011 und 2012 für die Chemie sowie die Metall- und Elektrobranche und im öffentlichen Dienst für Bund und Gemeinden getätigt.

Effektivlöhne nehmen tendenziell ab

In der Chemie gibt es für die 530.000 Beschäftigten laut Schultz derzeit keine Tarifgruppe mit einem Stundenverdienst von unter zehn Euro brutto. Die Ursachen für die Einkommensentwicklung seien vielschichtig. „Dazu gehört, wie gefragt eine Branche am Markt und wie stark exportorientiert sie ist, die unterschiedliche Qualifikation der Beschäftigten oder in welchem Umfang gesuchte Fachkräfte am Arbeitsmarkt vorhanden sind“, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. Zudem beschäftigen Firmen auch Leiharbeiter.

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Die Bedeutung der Tariflöhne für die tatsächlich an die Arbeitnehmer insgesamt ausgezahlten Bruttolöhne - die Effektivlöhne - nehme aber seit Jahren tendenziell ab. Waren den Angaben zufolge 2008 noch 35 Prozent der Betriebe in Deutschland an einen Tarifvertrag gebunden, waren es 2011 nur noch 31 Prozent.

Andererseits werden in Unternehmen außertarifliche Zusatzvergütungen, Prämien für die Stammbelegschaft oder andere zusätzliche Lohnbestandteile gezahlt, erklärte die Expertin. Sie hatte die Einkommensentwicklung in Deutschland seit dem Jahr 2000 untersucht.

Quelle:  dpa
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