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Büro: Der große Tassenkampf

von Oliver Voß

In vielen Büros tobt der morgendliche Tassenstreit, manche Unternehmen haben individuelle Becher daher verboten. Das Phänomen Bürotasse ist auch wissenschaftliches Studienobjekt und ein großes Geschäft.

Jeden Morgen stellt sich in Büros die gleiche Frage: Wer schluckt woraus? Auch bei der WirtschaftsWoche gibt es eine große Sammlung von Bürotassen, darunter sind einige typische Vertreter der deutschen Kaffeebecherkultur.

Bild: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

In vielen deutschen Büroküchen ist jeden Morgen das gleiche Spiel zu beobachten: Der Wettlauf um die schönste Tasse. Wobei es im Tassenkampf zwei Fraktionen gibt. Die eine hat Kampf gegen den Tassenklau bereits resigniert oder nimmt von vornherein das erstbeste Trinkgefäß. Doch die andere Fraktion verteidigt ihren Lieblingsbecher mit Händen und Klauen. Idealerweise wird er auf dem Schreibtisch gebunkert oder gleich eingeschlossen.

Schließlich verheißt die Tasse „ein Stück Privatheit am Arbeitsplatz“, erklärt Kulturwissenschaftler Matthias Henkel in seiner wissenschaftlichen Studie über die „Trinkkultur am Arbeitsplatz“. Immerhin 70 Prozent der Angestellten haben demnach eine persönliche Tasse.

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"Stiller Protest gegen die Uniformität"

Zwar ist die Untersuchung bereits 15 Jahre her, trotzdem dürften auch viele der Erkenntnisse über die „Heißgetränkeversorgung am Arbeitsplatz“ weiter gelten. So konnte Tassologe Henkel nachweisen, dass die Rate des Eigenbesitzes einer Bürotasse mit zunehmendem Alter ansteigt. Während von den fast 2500 befragten Personen nur etwas mehr als 40 Prozent der unter 30-jährigen eine Privattasse nutzten, stieg der Wert bei über 60-jährigen Frauen auf 83 Prozent.

Für viele ist die eigene Tasse ein „stiller Protest gegen die Uniformität moderner Büroausstattungen“ erklärt der Tassenforscher. Wobei der Protest auch schnell recht plakativ ausfällt, Sprüche wie „Woanders ist es auch scheiße“ oder "Besser acht Stunden Arbeit als gar kein Schlaf" sind Klassiker des Bürotassenhumors.

Tassenverbot bei Nissan

Doch nicht alle Unternehmen dulden solch plumpen Protest. So hat die Werbeagentur Publicis nach einem Bericht der „Welt“ die Individualtassen verbannt – nur eine Sekretärin bestand auf ihren Bayern-München-Becher. Auch Nissan machte mit einem Tassenverbot Schlagzeilen. Vor zwei Jahren teilte das Unternehmen seinen deutschen Mitarbeitern per Rundmail mit, dass die Privattassen wegzuräumen seien, da von nun an 300 Tassen mit Firmenlogo zur Verfügung stünden.

Von einem strikten Verbot möchte der Autobauer allerdings nicht sprechen. „Wir haben nicht jedem seine Tasse entrissen“, sagt Nissan-Sprecherin Kirsten Schmitz, „wenn jemand unbedingt seine Lieblingstasse behalten möchte, kann er das tun.“

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 29.08.2012, 22:31 Uhrpeter

    Oliver Voß ... dieser Artikel gehört in die Bild .... vielleicht starten sie dort ihr Karriere

  • 28.08.2012, 11:59 UhrF_W

    Ich bin auch schon mal durchs halbe Büro gerannt um den Tassendieb aufzuspüren. Nur um dann festzustellen, dass es der Boss war...

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