Büroalltag: Lob der kleinen Pause

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Büroalltag: Lob der kleinen Pause

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"Nur wer auch Pausen macht, kann Leistung bringen."

von Kristin Schmidt

Eine ausgedehnte Mittagspause reicht nicht aus, um einen ganzen Tag leistungsfähig zu sein. Entspannende Momente sind unbedingt notwendig.

Heute bleibt keine Zeit für eine richtige Mittagspause. Schnell zum Bäcker um die Ecke, ein belegtes Brötchen kaufen und dann wieder vor den Rechner. Kauend Unterlagen durchsehen, Emails beantworten, Präsentationen vorbereiten. So pausenlos sieht die Arbeitsrealität vieler Menschen aus. Laut einer Umfrage der Jobsuchmaschine Monster aus dem vergangenen Jahr essen 21 Prozent während der Arbeit oder machen gar keine Pause. 13 Prozent nehmen sich immerhin 15 Minuten Zeit. Im internationalen Vergleich sieht es noch schlimmer aus. Weltweit macht fast ein Drittel der Arbeitnehmer keine richtige Pause. Und das obwohl sie für unsere Konzentration und Leistungsfähigkeit so wichtig ist.

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So macht die Welt Pause

  • "Ich esse während der Arbeit." oder "Ich mache keine Pause."

    30 Prozent der Arbeitnehmer wählten diese Antwort. In Großbritannien ist diese Haltung mit 45 Prozent am verbreitetsten.

  • "Ich mache 15 Minuten Pause."

    18 Prozent der mehr als 10.000 Befragten gaben diese Antwort.

  • "Ich mache richtig Pause für mindestens 30 bis 45 Minuten."

    Insgesamt entschieden sich 34 Prozent für diese Antwort. Vor allem in Schweden und Mexiko sind Pausen zwischen 30 und 45 Minuten beliebt. Hier machen fast die Hälfte der Arbeitnehmer eine solche Pause. 

  • "Ich mache eine volle Stunde Pause."

    So viel Muse haben weltweit nur 18 Prozent der Befragten. In Deutschland lassen sich 28 Prozent viel Zeit zum Essen. In Frankreich sind es sogar 32 Prozent.

"Nur wer auch Pausen macht, kann Leistung bringen", sagt Zeitforscher Karlheinz Geißler. Dennoch unterschätzen viele Arbeitnehmer die Notwendigkeit solcher Ruhezeiten. Denn durch sie wird Stress abgebaut, der Kopf kann sich erholen und die Konzentration steigt wieder. "Wer keine Pausen macht, erhöht sein Burnout- und Herzinfarktrisiko", sagt Geißler. Keine Frage: Ist viel zu tun, müssen Pausen auch mal kürzer ausfallen. Zum Dauerzustand darf das aber auf keinen Fall werden.

Vor allem die Mittagspause ist enorm wichtig. "Um wirklich zu regenerieren, wäre eigentlich eine Siestakultur notwendig", sagt Wirtschaftspädagoge Geißler. Zwei bis drei Stunden Mittagsruhe ist in manchen Ländern Europas wie Spanien oder Griechenland ganz normal. In Deutschland hingegen undenkbar.

Darum sollten Arbeitnehmer die wenige Zeit, die sie freigestalten können auch richtig nutzen. Psychologin Anne Katrin Matyssek schlägt in ihrem Büchlein "Mensch, mach mal Pause!" einen Leitfaden für eine entspannte Mittagspause vor:

Matysseks Tipps für eine gelungene Mittagspause

  • Planen Sie Zeit fürs Mittagessen fest ein

    Am besten machen Sie das schon morgens. Außerdem sollten Sie sich mit Kollegen verabreden. Soziale Kontakte in der Mittagspause können Ihnen gut tun.

  • Verlassen Sie Ihren Arbeitsplatz

    Tun Sie das nicht, ist es keine echte Pause.

  • Bewegen Sie sich

    Nehmen Sie zum Beispiel die Treppe statt des Aufzugs. Das hält Sie fit.

  • Überdenken Sie die Auswahl Ihres Essens

    Suchen Sie sich etwas Leichtes aus. Außerdem sollten Sie zum Mittagessen unbedingt  etwas trinken.

  • Sorgen Sie für passenden Gesprächsstoff

    Sprechen Sie beim Essen nicht (nur) über die Arbeit! Ablenkung tut gut.

Zeitforscher Geißler sieht in der Mittagspause ebenfalls mehr als nur eine Auszeit für Körper und Geist. "Sie hat eine soziale Funktion." Doch diese sei durch die neuen Medien bedroht. "Junge Leute sitzen lieber alleine in der Kantine und drücken auf ihrem Smartphone herum, anstatt sich zu unterhalten", sagt der 68-Jährige.

Vor allem Mitarbeiter, die ihre Aufgaben meist alleine von ihrem Computer aus erledigen und nicht ständig im Team arbeiten, sollten in der Pause den Kontakt zu anderen pflegen. Denn eine Unterbrechung geht immer mit Abwechslung einher. Wer nur am Schreibtisch sitzt, sollte eine Runde um den Block gehen. Wer körperlich arbeitet, kann sich auch einfach mal im Pausenraum oder auf einer Parkbank ausruhen.

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