Dammanns Jobtalk: Einzelkämpfer ade

kolumneDammanns Jobtalk: Einzelkämpfer ade

Kolumne von Angelika Dammann

In keinem anderen Land der Welt ist das Einzelbüro noch derart verbreitet wie in Deutschland. Doch viele Unternehmen kommen nicht mehr daran vorbei, Bürowände einzureißen, um neue Raumkonzepte für ihre Mitarbeiter zu schaffen.

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Google-Großraumbüro in Zürich

Bei Google in Zürich können die Mitarbeiter in der Hängematte, am Pult, in der Bibliothek oder in einem mit Palmen bestückten Raum namens „Jungle“ arbeiten. Beim Logistikdienstleister Hellmann in Osnabrück arbeiten die Büroangestellten im Indienzimmer hinter einer prunkvoll handgeschnitzten Tür, an coolen Designerschreibtischen, im Kaminzimmer oder im „Schiff“, einer Bürofläche mit Schiffsgemälden, Holz vertäfelten Wänden und Bullaugen. Und beim Chiphersteller Infineon in München gibt es gar einen betriebseigenen Park mit sieben Naturteichen, der Mitarbeiter beim Flanieren zum kreativen Diskurs einlädt.

Intelligent gestaltete Büros können  Stress reduzieren und Mehrwert schaffen

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Nach Marmor, prunkvollen Fassaden oder Bauten, die das Gefühl  vermitteln,  sie seien mächtiger als die Menschen, die darin arbeiten, sucht man bei Google, Hellmann und Infineon vergebens. Die modernen Kraftzentren der Wirtschaft setzen außen auf Understatement und innen auf offene Bürowelten  mit Wohlfühlcharakter.  

Was mal als designverliebte Spielerei, mal als avantgardistisch angehauchte Architekturverrücktheit daherkommt, soll in Zeiten ständiger Veränderung, beschleunigtem Arbeitstempo und stetig zunehmender Spezialisierung helfen das zu erzeugen, was immer mehr zur Mangelware wird: ein starkes Wir-Gefühl in der Belegschaft.

Aber auch die Effizienz steigt: Durch die räumliche Nähe funktional voneinander abhängiger Teams oder Einbindung von Experten – z.B. die Integration des Controllers in die Marketing oder Sales Funktion, wird nicht nur ganzheitlicher und schneller gearbeitet, sondern auch unnötige Frustration vermieden.

Bildergalerie: Arbeiten im Park und im Chillout-Bereich

Gebäude verraten, welche Rolle eine Firma in der Gesellschaft spielen will

„Gebäude sagen viel darüber aus, welche Rolle ihr Bauherr in einer Gesellschaft spielt und welchen Beitrag er für sie zu leisten bereit ist“, urteilt Architekt Gunter Henn, auf dessen Konto die Autostadt Wolfsburg, die Gläserne Manufaktur in Dresden genauso wie das Forschungs- und Innovationszentrum von BMW in München gehen.

Stimmt, was Henn sagt, so darf der Trend weg von der architektonischen Inszenierung der eigenen Macht hin zu gläserner Transparenz,  ökologischer Nachhaltigkeit und Wohnzimmeratmosphäre als Zeichen eines neuen Selbstverständnisses zukunftsweisender Unternehmen verstanden werden. „Let´s work together“ heißt es bei Google, „Thinking Ahead – Moving Forward“ bei Hellmann Worldwide Logistics, “Bring Technology to Life” bei Infineon – Leitbilder, mit denen diese Unternehmen auch bei ihren Mitarbeitern für gute Zusammenarbeit,  gemeinsame Innovation und erfolgreiche Zukunftsgestaltung werben.

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