Drei Säulen innerer Freiheit: Delegieren, delegieren, delegieren

GastbeitragDelegieren : Wer alles selbst macht, macht sich kaputt

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Zeit haben wie Warren Buffett.

Lass doch mal die anderen machen: Wer immer alles selbst erledigen will, schadet nicht nur sich, sondern dem Projekt. Mit delegieren tun sich viele schwer. Wer klare Strukturen schafft, macht sich das Abgeben leichter.

Wer sich nicht klonen kann, sollte Aufgaben abgeben (lernen). Egal ob Bürotiger, Bankvorstand oder Bäckermeister, irgendwann kommt fast jeder an den Punkt, nicht mehr alles alleine erledigen zu können. Doch delegieren oder das einfachere „Aufgaben abgeben“ will gelernt sein. Sonst wird der Job womöglich nicht im Sinne des Abgebers erledigt. Das kann tatsächlich (und nicht nur in der Wahrnehmung des Einzelnen) fatale Folgen haben. Etwa, wenn in einem kleinen Betrieb Rechnungen nicht ordnungsgemäß geschrieben und in Folge dessen auch nicht bezahlt werden – um ein Bürobeispiel zu bemühen.

Oder wie wäre es, wenn eine Mutter ihrer Freundin den Auftrag gibt, das vierjährige Kind von der Kita abzuholen? Dabei aber versehentlich den falschen Straßennamen angibt. Alleine in Berlin gibt es diverse Mozartstraßen, -wege und einen -ring. Hier entscheidet also das Detail über den Erfolg.

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Jetzt zu sagen: Wenn ich es nicht selber mache, macht es jemand falsch ist aber der falsche Weg. Besser ist es, klare Strukturen zu schaffen. Strukturen sind die Grundlage dafür, dass Dritte Aufgaben übernehmen können, die sonst ein anderer macht. Wer etwas delegieren möchte, muss seinem Gegenüber also möglichst exakte Informationen übergeben – und das am besten schriftlich. Nur dann sind einzelne Arbeitsschritte auch skalierbar.

Zur Person

  • Manuel Marburger

    Autor Manuel Marburgerwar ein beachteter Industriekletterer. Seine 50-Mann-Firma hat er mit Millionengewinn verkauft. Sein Buch „Aufschlagen und einschlagen“ erscheint demnächst. Heute ist er Chef der Unternehmensberatung www.muve.de.

Wird die Familie, die Abteilung oder der Betrieb größer, ist der nächste Schritt die Organisation. Um Streit in der Familie vorzubeugen, hilft es, Verantwortlichkeiten zu definieren: Wer putzt das Bad, bringt den Mülleimer runter oder kauft Lebensmittel ein?

Analog sollte es in einem Unternehmen ablaufen. Regelt in einer Firma die Organisation nur, wer für Vertrieb und Einkauf zuständig ist, bleibt unklar, um welche Regionen oder Materialien es geht. Je feingliedriger diese Pflichten gegliedert sind, desto weniger Nachfragen gibt es.

Weiterer Vorteil: Sind Struktur und Organisation – etwa in Form eines Handbuchs und eines Organigramms – öffentlich in der Firma zugänglich, entsteht Transparenz. Das hilft neuen Kollegen, sich schneller zurecht zu finden. Die Chefin oder der Familienmanager wiederum gewinnt dadurch Zeit. Und die ist das mittlerweile höchste Gut der Ständig-Online-Gesellschaft. Dafür lohnt sich delegieren.

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