Deutscher Arbeitsalltag: 43 Prozent klagen über Stress im Job

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Deutscher Arbeitsalltag: 43 Prozent klagen über Stress im Job

Hektik, Stress und Arbeitsbelastung nehmen eher zu als ab. Das empfindet gut die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer. Immerhin: Die Zusammenarbeit mit den Kollegen klappt bei 80 Prozent.

43 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland sind überzeugt, dass ihr Arbeitsstress in den vergangenen zwei Jahren zugenommen hat. Das zeigt der „Stressreport Deutschland 2012“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, für den bundesweit mehr als 17.000 Arbeitnehmer unter anderem zu psychischen Anforderungen, Belastungen und Stressfolgen ihres Arbeitsalltags befragt wurden.

Demnach arbeitet jeder zweite Befragte (52 Prozent) unter starkem Termin- und Leistungsdruck. Knapp 60 Prozent der Befragten gaben an, verschiedene Aufgaben gleichzeitig betreuen zu müssen. Fast jeder Zweite (44 Prozent) wird bei der Arbeit etwa durch Telefonate und E-Mails unterbrochen. Weil für 47 Prozent der Beschäftigten Ruhepausen nicht in den Arbeitsablauf passen oder sie nach eigenem Bekunden zu viel Arbeit haben (38 Prozent), lässt jeder Vierte (26 Prozent) die Pause ausfallen. Insgesamt 64 Prozent arbeiten auch samstags, 38 Prozent an Sonn- und Feiertagen.

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Dem Stress den Kampf ansagen

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nahm den Report zum Anlass, um in der Bild-Zeitung "dem chronischen Stress den Kampf" anzusagen. Sie erwarte, "dass die Betriebe mitziehen." Stress bei der Arbeit könne vorkommen, aber nicht dauerhaft. "Und er darf auch nicht krank machen."

Die Stressbelastung ist zwischen Wirtschaftszweigen und Berufen sehr unterschiedlich. Vergleichsweise selten überdurchschnittliche Belastungen scheint es zum Beispiel bei Verwaltungs- und Büroberufen zu geben. Sehr hoch sind die psychischen Anforderungen bei Ingenieuren, Chemikern, Physikern und Mathematikern, also den sogenannten MINT-Berufen. Allerdings sind die "negativen Beanspruchungsfolgen" (zum Beispiel "Burnout") bei diesen nicht überdurchschnittlich. Die Studienautoren vermuten, dass das damit zu tun hat, dass diese Berufstätigen gleichzeitig auch hohen Handlungsspielraum und "Soziale Unterstützung" genießen, die die Beanspruchungen ausgleichen.

Die Studie förderte aber auch positive Aspekte zutage: So können sich über 80 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland auf gute Zusammenarbeit mit Kollegen verlassen und helfen sich gegenseitig im Job. Die überwiegende Mehrheit (96 Prozent) sieht keine Bedrohung durch eine Entlassung. Drei Viertel fühlen sich fachlich und mengenmäßig den Anforderungen ihres Jobs gewachsen. "Arbeit hat grundsätzlich für die meisten von uns eine positive und psychisch stabilisierende Wirkung", schreibt die Autorin der Studie, Andrea Lohmann-Haislah.

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