DGB-Ausbildungsreport: Überstunden und miese Bezahlung schrecken Azubis ab

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DGB-Ausbildungsreport: Überstunden und miese Bezahlung schrecken Azubis ab

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Dachdecker-Auszubildende bei der Arbeit: Jeder sechste Azubi bekommt für Überstunden laut DGB keinen Ausgleich.

Zehntausende Lehrstellen könnten dieses Jahr unbesetzt bleiben. Doch daran ist so mancher Betrieb selbst schuld. Das geht aus dem aktuellen DGB-Ausbildungsreport hervor.

Hunderttausende Auszubildende in Deutschland leiden laut einer neuen Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) unter Überstunden, mieser Bezahlung und schlechten Arbeitsbedingungen. Unbegreiflich sei, dass Branchen wie das Hotel- und Gaststättengewerbe, der Handel und Teile des Handwerks die Ausbildung nicht verbesserten, sagte DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller. Mit rund 71 Prozent ist die Mehrheit der Auszubildenden aber zufrieden, wie aus dem am Donnerstag in Berlin präsentierten DGB-Ausbildungsreport 2014 hervorgeht.

Ende August gab es laut Bundesagentur für Arbeit (BA) noch 119.000 unbesetzte Ausbildungsplätze. „Jugendliche, die noch in diesem Jahr eine Ausbildung beginnen wollen, haben beste Chancen - auch nach dem offiziellen Ausbildungsstart am 1. September“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstag).

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Diese Ausbildungsberufe haben die höchsten Abbrecherquoten

  • 51,0

    Am häufigsten werfen junge Menschen die Lehre hin, die Kellner oder Kellnerin werden wollten.

  • 50,9

    50,9 Prozent derjenigen, die eine Ausbildung zum Umzugshelfer begonnen haben, halten nicht durch.

  • 49,5

    Auch den Beruf des Wachmanns haben sich 49,5 Prozent der Auszubildenden offenbar anders vorgestellt, als er letztlich ist.

  • 49,4

    Dichtauf folgen die Köche: Am Herd brechen 49,4 Prozent ihre Ausbildung ab.

  • 45,0

    45 Prozent der Kosmetiker-Azubis halten die Lehre nicht durch.

  • 44,3

    Auch bei den Gebäudereinigern ist die Abbrecherquote mit 44,3 Prozent sehr hoch.

  • 44,2

    Bei den Friseuren werfen 44,2 Prozent der Lehrlinge vorzeitig das Handtuch.

  • 43,7

    Und bei den Lkw-Fahrern brechen 43,7 Prozent vorzeitig ab.

Auf der anderen Seite hatten laut BA insgesamt 102.000 registrierte Bewerber im August keinen Platz; rechnet man unversorgte Bewerber etwa aus den Vorjahren und Bewerber mit einer Alternative hinzu, kommt man sogar auf 312.000 Bewerber ohne Platz. Im vergangenen Jahr waren nach DGB-Angaben insgesamt 286.000 ohne Stelle geblieben. Mit 531.000 Ausbildungsverträgen wurden 2013 laut DGB so wenige abgeschlossen wie noch nie im wiedervereinigten Deutschland. Der Anteil der Betriebe, die ausbilden, sei auf einen Tiefstand von rund 21 Prozent gesunken.

Die Qualität der Ausbildung schwankt laut DGB-Studie stark - mit abschreckenden Ausreißern nach unten. So müssten 13 Prozent der minderjährigen Auszubildenden mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten - „ein klarer Gesetzesverstoß“, stellte Haggenmiller fest. Bei den Hotelfachleuten und Köchen seien das sogar rund 60 Prozent. Entsprechend breche rund die Hälfte aller angehenden Köche die Ausbildung vorzeitig ab. Nur wenig besser sehe es bei den Lebensmittel-Fachverkäufern aus. „Gerade diese Berufe beklagen sich über einen hohen Anteil unbesetzter Ausbildungsberufe.“

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Auch an der Vergütung hapere es oft. Sie erhöhte sich laut Tarifvereinbarungen laut offizieller Statistik 2013 insgesamt auf im Schnitt 761 Euro. Angehende Friseure im Osten bekämen etwa nur 269 Euro, angehende Mechatroniker in Westdeutschalnd 938 Euro.

Anhaltend hohe Qualität bescheinigen die jungen Leute der Ausbildung bei den Industriemechanikern und den Industrie- und Bankkaufleuten.

12 Prozent der Auszubildenden müssen nach eigenen Angaben oft Sachen machen, die gar nicht zur Ausbildung zählen. Fast jeder vierzehnte Befragte hat keinen Ausbilder, bei weiteren 11 Prozent ist dieser kaum ansprechbar. Jeder sechste Auszubildende bekommt für Überstunden laut DGB keinen Ausgleich. Nur 39 Prozent der Auszubildenden im letzten Ausbildungsjahr haben eine Zusage für eine Übernahme.

Die in Unternehmen weit verbreitete Ansicht, es fehle vielen jungen Menschen an Ausbildungsreife, setzte Haggenmiller die Forderung nach mehr Energie und Bereitschaft der Betriebe zur echten Ausbildung entgegen. Von der Regierungskoalition forderte der DGB einen Gesetzesanspruch auf einen Ausbildungsplatz für alle Interessierte. Zudem seien mehr Qualitätsstandards und Kontrollen nötig.

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