Digitales Büro: 86 Prozent halten IT für zu umständlich

Digitales Büro: 86 Prozent halten IT für zu umständlich

Bild vergrößern

Vielen Deutschen sind IT- und Softwarelösungen einfach zu kompliziert.

Forscher wollten wissen, welche Auswirkungen die Digitalisierung aufs Büro hat. Die Antwort: Je weniger Papier, desto produktiver. Das Problem: Die Mehrheit schwört aufs Notizbuch statt auf Google Docs & Co.

Der Mensch ist überall erreichbar, immer vernetzt, kann zu jeder Zeit auf alle Informationen, Dienste und Produkte zugreifen. Da der Mensch aber nicht nur Konsument, sondern auch Produzent all dieser Informationen, Dienste und Produkte ist, muss er mitunter anders arbeiten, um seine Bedürfnisse und die der anderen Konsumenten zu befriedigen. Dass das mitunter negative Auswirkungen auf das Schlafverhalten, die eigenen Ansprüche an sich selbst und die Fähigkeit abzuschalten hat, ist hinreichend erforscht.

Arianna Huffington warnt „Wir haben nur noch Stress und Überlastung“

Forscher und Technikunternehmer wollen uns im Schlaf produktiver machen. So ließe sich enormer Wohlstand zusätzlich erwirtschaften. Arianna Huffington warnt vor dem Angriff auf unseren Schlaf.

Arianna Huffington warnt vor dem Angriff auf den Schlaf. Quelle: Laif

Aber wie steht es um die eigentliche Arbeit? Experten vom Fraunhofer Institut wollten wissen, welche Auswirkung die Digitalisierung auf die Büro-Arbeit hat. 687 Fach- und Führungskräfte aus Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen haben zwischen September 2015 und Januar 2016 an der Online-Befragung teilgenommen. Die Auswertung zeige deutlich, dass die große Mehrheit der Studienteilnehmer verstärkt digital arbeitet. Doch was heißt hier digital? Glaubt man der Studie, bedeutet digitales Arbeiten die Nutzung von E-Mail-Programmen: "Bei 70 Prozent der Teilnehmer erfolgt der Austausch von Dokumenten und Informationen weitgehend digital", heißt es.

Anzeige

Wie Arbeitnehmer Veränderungen in ihrem Berufsfeld bewerten

  • 37,4 Prozent

    37,4 Prozent der von Statista im Auftrag von Xing befragten Arbeitnehmer sagten, dass sie Veränderungen in ihrem Berufsfeld auf sich zukommen sehen und ihnen gegenüber neutral eingestellt sind.

    Quelle: "Kompass Neue Arbeitswelt"

  • 33,7 Prozent

    33,7 Prozent sehen Veränderungen und freuen sich darauf.

  • 17,1 Prozent

    17,1 Prozent der Befragten negieren Veränderungen in ihrem Berufsfeld.

  • 11,8 Prozent

    Etwas mehr als ein Zehntel der Befragten sieht zwar Veränderungen auf sich zukommen, bewertet das jedoch negativ.

Dass mehrheitlich E-Mailprogramme statt Faxgeräte eingesetzt werden, ist im Jahr 2016 nichts Neues. Eher überraschend ist, dass knapp ein Viertel der Teilnehmer noch auf Papier schwört. Gerade in Besprechungen dominiert das Notizbuch. Nahezu zwei Drittel der Studienteilnehmer verwenden in Meetings überwiegend ausgedruckte Dokumente oder handgeschriebene Notizen. Die Idee vom papierlosen Büro ist - vermutlich auch aus Datenschutzgründen - weiterhin bloß eine Idee. Vollkommen digital und papierlos arbeiten nur rund zehn Prozent der Befragten.

Nach den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage des Fraunhofer IAO sind bei Unternehmen, in denen die digitale Transformation weit fortgeschritten ist, klare Produktivitätsvorteile erkennbar.

Das sind die wichtigsten Gründe für digitales Arbeiten

  • Finden und Weitergeben von Dokumenten

    Wer seine Unterlagen nicht mehr im Aktenschrank im Büro aufbewahrt, sondern so, dass alle Berechtigten immer darauf Zugriff haben, wird diesen Punkt unterschreiben: Als wichtigste Motive für digitales Arbeiten nennen 91 Prozent der Fach- und Führungskräfte das schnelle Finden und Weitergeben von Dokumenten.

    Quelle: Fraunhofer Institut

  • Teilen

    Das einfachere Teilen von Informationen ist für 86 Prozent ein guter Grund für digitales Arbeiten.

  • Ortsungebunden arbeiten

    78 Prozent schätzen orts- und zeitunabhängiges Arbeiten.

Außerdem ist die Produktivität bei Unternehmen höher, die stets die neueste verfügbare IT nutzen als bei Unternehmen, die gängige oder ältere IT-Geräte und Systeme nutzen. Logisch. Beides - neue Software und weniger Papierkram - sorgen für schnelleres Arbeiten und vor allem die Möglichkeit, dass jeder, der die entsprechende Berechtigung dazu hat, auf Daten und Informationen zugreifen und damit arbeiten kann. Hat dagegen Kollege Mayer wichtige Papier in der verriegelten Schreibtischschublade und fällt dann krankheitsbedingt eine Woche aus, ruht auch Mayers Projekt für eine Woche.

Damit sich daran etwas ändert, wird es jedoch noch viel Überzeugungsarbeit brauchen: 86 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass ihnen Software und Computer zu umständlich sind und sie deshalb viele Dinge lieber in Papierform erledigen.

Anzeige

3 Kommentare zu Digitales Büro: 86 Prozent halten IT für zu umständlich

  • Nun ja, man arbeitet halt so, wie es am einfachsten ist. Solange ich mit dem papierenen Terminkalender auf dem Schreibtisch meine Termine schneller finde als der Kollege auf seinem Smartphone, bleibe ich dabei. Und mit ein paar Seiten Infos auf Papier in der Hand behält man besser den Überblick als mit dauerndem Gewische über ein Display.

  • - Also das Beispiel mit "Kollege Mayer" ist totaler QUTSCH
    - Datenschutz gibt es nur in meiner verschlossenen Schublade
    - Und das Projekt von Mayer - da haben andere MItarbeiter eh kein Zugriff
    Der Abteilungsleiter hat aber in Papierform immer eine Kopie.

    Wenn man die Ausbildungszeit auf neue Programme/Abstürze u.s.w. addiert

    Datenklau wird einfacher - sonst NICHTS

  • Ich habe die EDV immer als Hilfsmittel bzw. Werkzeug gesehen. Das papierlose Büro kann nicht funktionieren, da man auf Anträgen, Erklärungen, Verträgen, Weisungen, Wertpapierorders etc. immer noch die Original-Unterschrift braucht.

    Es ist sehr leicht, mit einer eingescannten Unterschrift ein Dokument zu fälschen, welches der Betroffene nie gesehen hat.

    Dazu kommt noch der Datenschutz. In vielen Unternehmen wird die IT eher stiefmütterlich behandelt und es wird nicht viel Geld für neue Programme und bessere Hardware ausgegeben. Oftmals wird sogar Freeware genommen. Die Mitarbeiter werden oftmals nur hausintern geschult, die Zeit- und Leiharbeitskräfte vielfach gar nicht. Damit haben es Hacker leicht, in Unternehmen zu kommen.

    Ich persönlich nutze auch einen Papier-Terminkalender. Wenn ich ein Konzept erstelle, tue ich dies auch am liebsten auf dem Papier. Das geht viel schneller und einfacher, als die Parameter in einem komplizierten Programm zu ständig ändern und Anmerkungen dort anzubringen, wo ich sie haben möchte.

Alle Kommentare lesen
Jobletter:Der exklusive Jobservice für Juristen
Jobletter-Bild

Der WirtschaftsWoche-Jobletter schickt Ihnen wöchentlich alle Stellenangebote zu, die Ihrem Profil entsprechen. Mehr...

STELLENMARKT


Mit dem Jobturbo durchsuchen Sie mehr als 215.000 Stellenanzeigen  in 36 deutschen Stellenbörsen.
Diese Jobs suchen die wiwo-Leser:
1. Ingenieur   6. Bauingenieur
2. Geschäftsführer   7. Marketing
3. Financial Analyst   8. Jurist
4. Controller   9. Volkswirt
5. Steuerberater   10. Designer
My Best Company:Den passenden Arbeitgeber finden

Werden Sie initiativ! Hier finden Sie die Firmen, bei denen Sie sich initiativ bewerben können. Mehr...

Siedler Online
Anno Online
Eine neue Welt: Länder entdecken, Grenzen erweitern, Wirtschaft optimieren.

Testen Sie jetzt Ihr Handelsgeschick in der Welt von Anno Online.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%