Digitalisierung der Arbeitswelt: Unternehmen schulen ihre Mitarbeiter zu wenig

Digitalisierung der Arbeitswelt: Unternehmen schulen ihre Mitarbeiter zu wenig

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Enterprise 2.0 ist in den Unternehmen angekommen.

In acht von zehn Unternehmen gehören virtuelle Meetings und Online-Brainstorming mittlerweile zum Alltag. Dafür brauchen die Mitarbeiter auch neue Kompetenzen – doch die Firmen bieten kaum Trainings an.

Vor zwei Jahren setzte sich gerade einmal jedes zweite Unternehmen mit der Digitalisierung am Arbeitsplatz auseinander. Heute ist Enterprise 2.0 in den Unternehmen angekommen: Acht von zehn Firmen integrieren virtuelle Meetings, Online-Brainstormings und Team-Chatrooms in ihren Arbeitsablauf. Das ist das Ergebnis der "Enterprise 2.0 – Status Quo 2015"-Studie, die die Wiesbaden Business School in Kooperation mit der Plattform feelgood@work mit 213 Teilnehmern durchgeführt hat.

Demnach sind die meistgenutzten Social-Media-Tools das interaktive Intranet und Teamrooms. Fast genauso häufig tauschen sich Mitarbeiter laut Studie in virtuellen Meetings und durch Instant Messaging aus. Nahezu alle Befragten sind sich einig, dass sich dadurch die Kommunikation und Zusammenarbeit im Unternehmen ebenso wie die Produktivität verbessert. Die Hälfte ist darüber hinaus davon überzeugt, dass sich durch Enterprise 2.0 Wissen besser speichern lässt und deshalb besser zugänglich für alle Mitarbeiter ist.

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Auf welche Bereiche wirkt sich die Digitalisierung im Arbeitsalltag aus?

  • Eigenständigkeit in der Arbeit

    47 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sich die Digitalisierung positiv auf das eigenständige Arbeiten auswirkt. 37 Prozent spüren keine Auswirkung, zehn Prozent beklagen negative Einflüsse.

     

    Quelle: Edenred-Ipsos-Barometer 2015, "Wohlbefinden & Motivation der Arbeitnehmer"

  • Zusammenarbeit unter den Teams

    45 Prozent sagen, dass die Digitalisierung die Zusammenarbeit verbessert, 13 Prozent sehen eine Verschlechterung.

  • Lebensqualität bei der Arbeit

    43 Prozent spüren einen positiven Einfluss der Digitalisierung auf ihre Lebensqualität im Job, 36 Prozent merken gar keine Veränderung und 15 Prozent spüren negative Einflüsse auf die Teamarbeit.

  • Qualität der Kundenbeziehungen

    Die Zusammenarbeit mit Kunden verbessert sich laut 42 Prozent der Befragten. Neun Prozent sehen hier eine Verschlechterung.

  • Gestaltungsfreiheit und Innovationsmöglichkeiten

    Eine Verbesserung durch die Digitalisierung erleben 41 Prozent, elf Prozent beklagen negative Einflüsse.

  • Kompetenzen

    43 Prozent sagen, dass die Digitalisierung an den Kompetenzen nichts verändert hat. 40 Prozent sehen einen positiven Einfluss und acht Prozent einen negativen.

  • Arbeitsmotivation

    40 Prozent fühlen sich durch die Digitalisierung bei der Arbeit motivierter, bei elf Prozent sehe es durch die Digitalisierung schlechter aus mit ihrer Motivation. Für 43 Prozent hat sich durch die Digitalisierung nichts an ihrer Motivation verändert.

  • Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben

    Dank der Digitalisierung können 34 Prozent der Befragten berufliches und privates leichter vereinen. Bei 16 Prozent ist es dagegen schwieriger geworden, beides unter einen Hut zu bekommen. 42 Prozent spüren keine Veränderung.

  • Führungskräfteverhalten

    Bessere Chefs dank Digitalisierung? Keine Veränderung bemerkten 42 Prozent. Einen positiven Einfluss glauben 28 Prozent bei ihren Vorgesetzten bemerkt zu haben, eine Verschlechterung beklagten 28 Prozent.

Obwohl die Unternehmen klare Ziele vor Augen haben, verfolgen sie paradoxerweise keine konkrete Strategie. Die Mehrheit, nämlich jedes dritte Unternehmen, integriert Enterprise 2.0. situationsbezogen in die Arbeitswelt. Die Studie zeigt aber: Firmen, die eine klar definierte Digital-Strategie verfolgen, sind erfolgreicher. Die Aktivitäten dieser Firmen stufen nahezu alle Mitarbeiter mindestens als erfolgreich, wenn nicht sogar als sehr erfolgreich, ein.

Ein weiteres Problem, das die Digitalisierung der Arbeitswelt mit sich bringt, ist, dass die Mitarbeiter dafür auch soziale und kommunikative Kompetenzen benötigen. Unternehmen erwarten vor allem, dass die Angestellten offen gegenüber neuen Kommunikationsmethoden sind und sie auch anwenden können. Zwar ist die Kommunikation in den Unternehmen dadurch bereits gestiegen – aber nicht so, wie es die Befragten vorab erwartet hätten.

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Zwar fordern Unternehmen Anpassungsfähigkeit und neue soziale Kompetenzen – aber sie bieten kaum Trainings an, damit die Mitarbeiter die Fähigkeiten erlernen können. Vier von zehn Befragten geben an, dass es keine berufsbegleitenden Programme gibt. Nur jeder Dritte bekommt eine technische und inhaltliche Einführung in die Social-Media-Tools – dabei ist Enterprise 2.0 schon in mehr als 80 Prozent der Unternehmen angekommen.

Derzeit sind vor allem IT- und Marketingabteilungen verantwortlich dafür, dass Enterprise 2.0 in den Unternehmen integriert wird. Die Mitarbeiter wünschen sich aber, dass sich neben der Kommunikationsabteilung, die Geschäftsführung sowie eine eigenständige Abteilung mit der virtuellen Kommunikation befassen.

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