Druck im Job: So machen Sie Stress zum Produktivitätskick

GastbeitragDruck im Job: So machen Sie Stress zum Produktivitätskick

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Stress ist vor allem eines: Einstellungssache.

Anti-Stress-Tee, Stressball oder Goodbye-Stress-Pflegebad: Belastungsbekämpfung ist in. Dabei ist Stress nicht per se schlecht, er erhöht Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit. So legen Sie den Stressschalter um.

Am Arbeitsplatz, in der Familie und sogar in der Freizeit - Stress ist allgegenwärtig. Und hat einen ziemlich schlechten Ruf. Dabei ist Stress gar nicht unser größter Feind. Denn Stress ist grundsätzlich gut. Bei Stress schüttet der Körper Botenstoffe aus, die Energiereserven des Körpers freisetzen und uns auf eine bevorstehende Flucht oder Auseinandersetzung vorbereiten. Erfolgt kein Abbau dieser Botenstoffe, wirkt sich Stress negativ auf unser Befinden aus und wird zum Disstress.

Über den Autor

  • Ray Popoola

    Ray Popoola ist Wirtschaftsinformatiker (FH), Betriebsökonom (FH) und MBA-Absolvent und gilt als einer der führenden Mental Coaches, Trainer und Coach-Ausbilder in Europa. Popoola ist zudem Redner, Präsident des Verbandes der Persönlichkeitstrainer sowie Mitglied in zahlreichen Fachverbänden.

Eustress, die positive Stressvariante hingegen, erhöht die Aufmerksamkeit und lässt uns Höchstleistungen vollbringen. Der Körper kann die physischen Reaktionen auf Stress allerdings nicht selbst unterscheiden. Die Unterscheidung findet in der Wahrnehmung der jeweiligen Person statt. Ein und derselbe Stressfaktor kann somit sowohl Disstress als auch Eustress hervorrufen.

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Im Umkehrschluss bedeutet das, dass sich negativer Stress in positiven umwandeln lässt. Da der Arbeitsplatz der Ort ist, an dem Stress am häufigsten vorkommt, sollten Sie hier damit anfangen. Auf Dauer sind Sorgen um Kundenzufriedenheit, Umstrukturierung oder Verkaufszahlen nämlich weder gut für die Gesundheit noch für das Geschäft.

Bedenken Sie: Egal, welchen Situationen Sie ausgesetzt sind, es gibt immer eine zweite Seite der Medaille. Stress ist keine unveränderbare Konstante, sondern hängt in erster Linie von der persönlichen Wahrnehmung ab. Schaffen Sie sich die richtigen Strategien, formen Sie ihr Umfeld und verändern Sie ihre Wahrnehmung. So erreichen Sie Ihre Bestleistung.

So wandeln Sie Distress in Eustress um

  • Führen Sie ein Erfolgstagebuch

    Führen Sie Tagebuch, allerdings eines, das sich nur auf die positiven Aspekte Ihrer Situation konzentriert. Welche Aufgabe konnten Sie am heutigen Tag besonders günstig lösen? Wo kommen Sie – entgegen Ihrer ersten Befürchtungen – im Arbeitsalltag voran?

  • Arbeiten Sie an Ihrer Grundeinstellung

    Eine Vielzahl von Problemen liegt zwischen den Ohren. Positives Denken fördert eine positive Grundeinstellung. Einen Menschen mit positiver Grundeinstellung kann nichts erschüttern – weder eine Versetzung, noch ein Feedbackgespräch.

  • Machen Sie Sport

    Laufen Sie negativem Stress einfach davon: Körperliche Aktivität baut nicht nur Stresshormone ab, sie kann auch dabei helfen, Dinge klarer zu sehen. Selbst ein Spaziergang anstatt gemütlicher Mittagspause in der Kantine kann dabei helfen, auf positive Gedanken zu kommen.

  • Denken Sie positiv

    Ein Glas kann halb leer oder halb voll sein. Positive Affirmationen helfen Ihnen dabei. Benutzen Sie diese vor dem Einschlafen oder kurz vor dem Aufstehen, während der Fahrt zur Arbeit oder auf dem Nachhause-Weg.

  • Machen Sie einen Stress-Plan

    Entwerfen Sie, ganz professionell, einen Business-Plan gegen den Stress. Denn nachhaltiges Stressmanagement bedarf einer konsequenten Planung und einer bewussten Auseinandersetzung mit dem, was Stress auslöst. Business-Pläne haben Sie zur Genüge geschrieben, nun widmen Sie sich einfach mal einer anderen Zielgruppe: dem eigenen Ich.

  • Machen Sie Entspannungsübungen

    Auch kurzfristige Strategien helfen dabei, den Stress umzuwandeln: Autogenes Training, Meditation, Yoga, Massage, Wellness. Auch wenn Sie progressive Muskelentspannung nur als „Tropfen auf den heißen Stein“ empfinden, tun Sie es trotzdem. Selbst im Büro: stehen Sie auf, öffnen Sie das Fenster und atmen tief ein und aus. Nehmen Sie dann wieder Platz und gehen Sie einfach im Geist alle Partien Ihres Körpers durch, spannen Sie an und lassen Sie los.

  • Schreiben Sie auf, was Sie beschäftigt

    Unser episodisches Gedächtnis ist nicht dafür geschaffen, um komplexe Probleme, die uns stressen im Kopf zu lösen. Was auf Papier ist muss man nicht mehr im Kopf haben. Man kann sich also neuen Lösungsmöglichkeiten widmen, um den Stress in neue Bahnen zu lenken – eine Mindmap kann helfen, Licht in den Gefühlsdschungel zu bringen.

  • Wechseln Sie die Perspektive

    Verschaffen Sie sich einen Perspektivenwechsel und kommen Sie aus der Defensive. Eine offensive Haltung dem Problem oder der Herausforderung gegenüber wirkt Wunder. Stellen Sie sich nur mal vor, dass Sie vermutlich nicht die erste Person sind, die vor dem personellen Umbau einer Abteilung steht. Und gehen wir mal davon aus, dass die Person, die während eines Mergers für das Personal zuständig war diese Aufgabe gemeistert und überlebt hat. Dann bestünde die Möglichkeit, dass auch Sie in der Lage sind, das Problem zu lösen.

  • Analysieren Sie die Situation

    Machen Sie sich klar, ob die aktuelle Arbeitsbelastung eine temporäre und absehbare Situation ist, oder ein Umstand, der schon über längere Zeit anhält oder noch länger anhalten wird. Je nachdem werden Sie andere Strategien benötigen, um die Situation zu meistern.

  • Erkennen Sie Ihre Schwächen

    Schon das Gefühl, Situationen nicht gewachsen zu sein, ruft Stress hervor. Wenn Sie Ihre Schwächen anerkennen, dann stehen sie vielem gelassener gegenüber. Keiner ist perfekt, selbst Ihr Chef nicht.

  • Gestatten Sie sich, gestresst zu sein

    Ihre To-Do-Liste im Büro wird einfach nicht kürzer und Ihr Chef fordert auch noch eine Überarbeitung des Marketingkonzepts? Nehmen Sie die Herausforderung an, denn es hilft nichts, dagegen anzukämpfen. Stress bedeutet, dass das Körper-Geist-System auf Alarmbereitschaft schaltet. Das macht es aus gutem Grund und hat evolutionäre Gründe. Gegen die kommen wir mit ein paar logischen Begründungen nicht an. Daher sollten Sie nicht Ihr eigenes Warnsystem zum Feind erklären.

    Quelle: Ray Popoola

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