E-Learning: Besser lernen mit Multimedia?

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InterviewE-Learning: Besser lernen mit Multimedia?

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Tina Seufert ist Professorin am Instititut für Psychologie und Pädagogik der Universität Ulm und eine der führenden Experten im Bereich multmediales Lernen

E-Learning ist ein erfolgreicher Trend, aber auch höchst umstritten. Im Interview mit WirtschaftsWoche Online erklärt Tina Seufert, Professorin am Instititut für Psychologie und Pädagogik der Universität Ulm und eine der führenden Experten im Bereich multmediales Lernen, was ein gutes E-Learning-Angebot auszeichnet, ob digitale Angebote die Lernleistung verbessern - und was sie von den umstrittenen MOOCs hält.

Kann multimediales Lernen die Lernleistung verbessern?

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Ja und nein. Qualitativ hochwertige Präsenzlehre steht qualitativ hochwertiger multimedialer Lehre höchstwahrscheinlich in nichts nach und umgekehrt. Die größere Flexibilität kann jedoch für spezielle Nutzergruppen unschlagbare Vorteile bieten. Es ist beispielsweise möglich, zeitunabhängig E-Learning-Angebote wahrzunehmen und so auch neben Beruf und Familie oder bei Krankheit Lerngelegenheiten zu nutzen, die sonst evtl. nur zu starren Präsenzzeiten zur Verfügung stünden. Multimediale Angebote nutzen zudem, wie der Name schon sagt, mehrere Möglichkeiten, um Inhalte zu vermitteln. So besteht auch die Möglichkeit, das passende Medium für die Darstellung von  Inhalten zu wählen. Beispielsweise lässt sich Aussprache in einer Fremdsprache weniger gut aus einem Buch lernen, technische Abläufe lassen sich gut in Animationen oder Videos darstellen.

Unsere Lern-Tipps

  • Planen

    Viele haben Probleme, Lernziele umzusetzen. Überlegen Sie sich genau, was Sie lernen wollen, und teilen Sie sich den Stoff in Häppchen auf - besser viele kleine Schritte als wenige große. "Ich will spanisch lernen" ist kaum zielführend. "Ich will jeden Samstag vor dem Frühstück zehn neue Vokabeln lernen" schon eher. So erleben Sie schneller Erfolge und bleiben länger motiviert.

  • Wiederholen

    E-Mails, Termine, Besprechungen - der Berufsalltag lenkt unser Oberstübchen ständig ab. Deshalb sollten Sie sich Gelerntes regelmäßig aufschreiben, aufsagen oder anderen erklären.

  • Schlafen

    Klingt seltsam, hilft aber tatsächlich. Ein gesunder Schlaf ist extrem wichtig für ein besseres Gedächtnis. Studien, etwa der Universität von Kalifornien, zeigen: Wer sich mittags 20 Minuten hinlegt, steigert sein Denkvermögen gegenüber Nichtschläfern. Offenbar leert das Nickerchen das Kurzzeitgedächtnis und schafft Platz für neue Informationen.

Was sind die wichtigsten Qualitätskriterien für E-Learning?

Entscheidend sind zunächst einmal nutzerorientierte Aspekte wie Usability, User Experience und die Berücksichtigung lerntheoretischer und wahrnehmungspsychologischer Kriterien. Hinzu kommen lerngegenstandsorientierte Kriterien, also medien- und fachdidaktische Aspekte, die Qualität der Inhalte, der Ziele und der Vermittlung sowie natürlich die Ergebnisse.

Und wirtschaftliche Aspekte spielen auch eine Rolle: Kosten-Leistungsverhältnis, Wiederverwendbarkeit und Nachhaltigkeit sind hier die Stichworte.

Welche Rolle spielt die Technik?

Da sind vor allem die Lauffähigkeit und die Verfügbarkeit auf Seiten des Anbieters und des Nutzers wichtig.

Lernen in Prozenten

  • Lernen für die Motivation

    89 Prozent der Personalchefs glauben, Weiterbildung erhöhe die Motivation der Mitarbeiter.

  • Neues lernen

    40 Prozent der Deutschen macht es glücklich, Neues lernen zu können.

  • Lernen bei der Arbeit

    72 Prozent der Deutschen lernen an einem Werktag nichts Neues.

Werden digital gestützte Lernformen wie Webinare, Online-Videos oder Online-Kurse den klassischen Präsenzunterricht ganz verdrängen?

So allgemein lässt sich die Frage nicht beantworten. Bei der beruflichen Fortbildung ist dies bereits geschehen. Im schulischen Bereich ist von solchen Änderungen nur in Ausnahmefällen etwas zu sehen - das wird sich auch nicht so schnell ändern.

Im Hochschulbereich werden in den nächsten Jahren zunehmend Mischformen wie der so genannte Flipped Classroom zu finden sein. Aber von "Verdrängung" kann man in naher Zukunft nicht sprechen. Eher von "Konkurrenz", wenn man an Masterstudiengänge denkt, die könnten künftig zunehmend durch Online-Varianten bedient werden.

Warum?

Weil es bei Masterstudiengängen eine große Interessentengruppe gibt, die beruflich eingebunden ist und daher nicht ohne Probleme Präsenzveranstaltungen besuchen kann.

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