Elsässers Auslese: Die Berufswahl unserer Kinder – auf Irrwegen?

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Nach einer langen Reise, die mehr Klarheit bringen sollte, sind junge Schulabgänger oft nicht schlauer als vorher, was ihre berufliche Zukunft betrifft.

Kolumne von Markus Elsässer

Die Zukunft sieht gut aus. Es wächst eine starke Generation heran. Doch mit der Berufswahl der Schulabgänger sieht es nicht gut aus.

Für die Zukunft bin ich optimistisch gestimmt. Die Generation der jungen Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahre macht auf mich einen guten Eindruck. Da wachsen starke Persönlichkeiten mit vielseitigen Talenten heran. Ich sehe da viel Substanz. Die Meinung, dass da alle zu verwöhnt sind, teile ich nicht.

Doch wenn es um die Berufswahl gegen Ende der Schulzeit geht, da wundert mich doch einiges. Es haben sich in den letzten Jahren Unsitten eingeschlichen, die mich nachdenklich stimmen. Schauen wir uns das Ganze mal konkret an. Wie sieht so ein typischer Abitur-Jahrgang in Nordrhein-Westfalen in einer mittelgroßen Kreisstadt aus?

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Da beenden so etwa 100 bis 120 Schüler nach acht Gymnasial-Schuljahren ihre Schullaufbahn, bis vor kurzem waren es ja noch neun Gymnasial-Schuljahre. Seit einigen Jahren schaue ich mir bei uns vor Ort das jeweilige Abitur-Jahrgangsbuch genauer an. Dort kann ich nachlesen, was der einzelne Schulabgänger für konkrete Berufswünsche und entsprechende Ausbildungspläne hat.

Da zeichnet sich ein erstaunliches Bild ab: Etwa die Hälfte der Schüler wissen zum Zeitpunkt des Abiturballes nicht, was sie für eine Ausbildung angehen wollen. Und ebenso hat die Hälfte keinen wirklichen Berufswunsch, noch nicht mal einen echten „Berufstraum“. Das Fazit lautet: ich weiß noch nicht so recht.

Die schulischen Anforderungen sind immer heftiger geworden. Der Druck auf die Schüler hat sich in den vergangenen Jahren immens erhöht und gleichzeitig lassen es Eltern und Lehrer zu, dass die Jugendlichen nicht auf eine Berufswahlentscheidung konsequent hingeführt werden. Als wenn die Zeit nach dem Gymnasium eine Art „Nirvana“ sei, wird es einfach hingenommen, dass die halbe Mannschaft sich sozusagen erst einmal erholt und die Seelen baumeln lässt.

Entsprechend haben die Deutschen den Weltrekord im „Gap-Year“ errungen. In Neuseeland und Australien allein sind pro Jahr sage und schreibe etwa 20.000 Deutsche Schulabgänger bis zu einem Jahr als Rucksacktouristen unterwegs. Das sind mehr als aus allen anderen europäischen Nationen zusammen.

Deutschlands beste Universitäten im Überblick

  • BWL

    40,2 Prozent der Personaler finden, dass BWL-Studenten von der Uni Mannheim am besten auf das Berufsleben als Betriebswirt vorbereitet sind. Damit ist die Uni Mannheim Deutschlands beste Hochschule für die Fachrichtung BWL.

  • Wirtschaftsinformatik

    28,7 Prozent der Personaler sind besonders von den Studenten der TU Darmstadt begeistert. Sie ist im Ranking die beste Uni im Bereich Wirtschaftsinformatik.

  • Wirtschaftsingenieurwesen

    Bei 49,3 Prozent der Personaler sind Wirtschaftsingenieure von der RWTH Aachen sehr beliebt. Sie ist die beste Uni in der Fachrichtung Wirtschaftsingenieurwesen.

  • Naturwissenschaften

    Die TU Berlin ist im Bereich der Naturwissenschaften besonders beliebt bei den Personalern. 22,3 Prozent von ihnen halten die Studenten dieser Uni für besonders gut.

  • Jura

    Unter den Universitäten, die Jura als Fach anbieten, ist bei den Personalern besonders die LMU München beliebt. 20,8 Prozent bevorzugen Studenten dieser Uni.

  • Informatik

    Auch bei Informatik hat die RWTH Aachen bei den Personalern die Nase vorn. 27,9 Prozent finden Studenten dieser Uni besonders gut.

  • Elektrotechnik

    Bei 30,8 Prozent der befragten Personaler sind Elektrotechnik-Studenten der TU München besonders gefragt.

  • Maschinenbau

    35,1 Prozent der Personaler finden im Bereich Maschinenbau Studenten der RWTH Aachen besonders gut.

  • VWL

    Bei 23,8 Prozent der Personaler sind die Studenten der Johann-Wolfgang-Goethe Universität Frankfurt am Main besonders beliebt.

Das ursprünglich mal für eine kleine Minderheit gedachte „Work and Travel“ Programm, bei dem man zumindest gut Englisch lernen und eine gewisse Berufserfahrung sammeln sollte, hat sich in der Realität zu einem gewaltigen Happening fernab der Heimat entwickelt. Aus „Work and Travel“ ist bei vielfach „Travel and Travel“ geworden. Statt ein Jahr mit Einheimischen zu verbringen, treffen sich ganze deutsche Freundesgruppen im Hinterland von Australien und reisen Deutsch redend fröhlich durch die Gegend. Das Luxus-Phänomen wird typischerweise von vielen Großeltern großzügig finanziert und bezuschusst, damit die „Armen“ es ja nicht so schwer haben.

Sicherlich: Reisen bildet. Ich habe aber viele dieser Gap-Year Reisenden nach ihrer Rückkehr nach Deutschland gesprochen. Unisono bekomme ich zu hören, dass sie genau so klug wie vorher zurückkehren, und keinen blassen Schimmer haben, was sie eigentlich nun – ein Jahr nach dem Abitur – beruflich machen wollen. In puncto Beruf haben sie eben nichts dazugelernt. Im Gegenteil sie haben sich nur weiter vom geregelten Alltag des Lernens und Arbeitens entfernt.

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