Engagement und Karriereschub: Warum der Chef gerne Ihre Weiterbildung zahlt

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Engagement und Karriereschub: Warum der Chef gerne Ihre Weiterbildung zahlt

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Chefs finanzieren laut einer Studie gerne die Weiterbildung ihrer Arbeitnehmer, da sie für das Engagement und die Leistungsbereitschaft des Mitarbeiters spricht. Deshalb sollte sich jeder Arbeitnehmer überlegen, ob er nicht den Weiterbildungsurlaub nimmt, der ihm zusteht.

Zwar müssen Chefs nicht für die Weiterbildung zahlen, machen es häufig aber trotzdem, weil sie das Engagement ihrer Mitarbeiter schätzen, so eine Studie. Was Sie alles beachten müssen, wenn sie sich weiterbilden wollen.

Wer Initiative zeigt und sich für den Beruf weiterbildet, sammelt Pluspunkte bei seinem Chef und kann außerdem mit Unterstützung rechnen. So das Ergebnis der aktuellen TNS Infratest-Studie "Weiterbildungstrends in Deutschland 2012". Die Studie im Auftrag der Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD) unter 301 Personalverantwortlichen zeigte, dass weiterbildungsengagierte Arbeitnehmer als leistungsbereiter wahrgenommen werden und auch auf eine finanzielle Beteiligung der Chefs oder mehr Freizeit hoffen können.

Fakten zur Weiterbildung

  • Gesetzliche Regelungen

    Da Bildung Ländersache ist, wird der Bildungsurlaub in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. Welches Recht gilt, entscheidet sich nach dem Ort des Arbeitsplatzes. Während für Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Thüringen keine gesetzlichen Regelungen über den Bildungsurlaub haben, sind die Gesetze in den übrigen Ländern recht ähnlich geregelt.

  • Anspruch

    In den Bundesländern, die eine gesetzliche Regelung haben, hat ein Arbeitnehmer nach sechs Monaten in einem Unternehmen Anspruch auf Bildungsurlaub. Einzige Ausnahme: Rheinland-Pfalz. Dort sind es zwei Jahre. Zudem hat Nordrhein-Westfalen für Auszubildende und Beamte sowie Mitarbeiter in Kleinbetrieben mit weniger als zehn Beschäftigten getroffen. Ihnen steht gesetzlich kein Bildungsurlaub zu.

  • Länge

    Wer fünf Tage die Woche arbeiten geht, hat üblicherweise Anspruch auf fünf Tage Bildungsurlaub im Jahr. Wer weniger arbeitet, bekommt auch entsprechend weniger Bildungsurlaubstage. Möchte man längere Weiterbildungen besuchen als die jährlichen fünf Tage, kann der Bildungsurlaub auch verlängert werden. Dann gelten zehn Tage für zwei Jahre, die dann am Stück genommen werden können.

  • Voraussetzungen

    Wer eine Fortbildung besuchen möchte, muss seinen Arbeitgeber mindestens sechs Wochen im Voraus informieren – im Saarland sind es acht, in Niedersachsen und Bremen vier Wochen im Voraus. Der Arbeitgeber muss seine Zustimmung generell geben. Ablehnen kann er ihn nur, wenn es wichtige betriebliche Gründe gibt, die gegen einen Weiterbildungsurlaub zu diesem Zeitpunkt sprechen.

  • Arten der Weiterbildung

    Generell fallen unter den Begriff der Weiterbildung, die einen Bildungsurlaub rechtfertigt, berufliche und politische Fortbildungsmaßnahmen. In Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, dem Saarland und Schleswig-Holstein ist der Arbeitnehmer noch freier in seiner Wahl: Hier spricht der Gesetzgeber von Weiterbildung allgemeiner Art. In Brandenburg wird darüber hinaus auch die kulturelle Weiterbildung noch eingeschlossen.

  • Einschränkungen

    Obwohl die Arten der Weiterbildung zunächst sehr schwammig klingen und viel Auswahl bieten, müssen Weiterbildungsgewillte doch die eine oder andere Einschränkung beachten. So gibt es verschiedene Ausschlusskriterien, die die Bundesländer festgelegt haben. Veranstaltungen, die in erster Linie der Erholung oder Unterhaltung dienen – also eher allgemeine Freizeitveranstaltungen sind – können nicht als Weiterbildungsmaßnahmen genutzt werden. Auch Angebote, die nur dadurch zugänglich werden, dass man beispielsweise einer bestimmten Gewerkschaft, Partei oder Religionsgemeinschaft angehört, werden vom Gesetzgeber zumeist ausgeschlossen. Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Weiterbildungseinrichtung muss vom jeweiligen Bundesland anerkannt werden. Das gilt etwa für Volkshochschulen oder verschiedene Fortbildungswerke.

  • Wer zahlt die Weiterbildungskosten?

    Wer Bildungsurlaub macht, bekommt zunächst auf jeden Fall seinen Lohn in voller Höhe weitergezahlt. Handelt es sich um eine betriebliche Weiterbildung trägt der Arbeitgeber zudem die Seminarkosten. Handelt es sich allerdings um eine andersartige Weiterbildung, muss der Arbeitnehmer selbst dafür aufkommen. Trotzdem lohnt es sich mit dem Arbeitgeber zu sprechen. Auch wenn dieser gesetzlich nicht dazu verpflichtet ist, übernehmen viele Chefs trotzdem die Kosten, wenn es sich für die Firma lohnt. Außerdem gibt es verschiedene Förderungen, die Arbeitnehmer für ihre Weiterbildung beantragen können. So gibt es bei der Agentur für Arbeit sogenannte „Bildungsgutscheine“, die für Fortbildungen verwendet werden können. Wer in Hessen arbeitet, kann zudem auf einen Qualifizierungsscheck vom hessischen Wirtschaftsministerium hoffen.

Bereits zum vierten Mal wurden Personalchefs befragt, wie sehr sie darauf achten, ob sich Mitarbeiter in Eigeninitiative weiterbilden. Das Fazit: Tatkräftiger Wissensdurst wird immer wichtiger, wenn es um eine Beförderung im Unternehmen oder den Joberhalt geht. Auch potenzielle Arbeitgeber achten bei der Einstellung neuer Mitarbeiter auf deren Weiterbildungsbereitschaft.

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"Wer sich für eine berufliche Weiterbildung entscheidet, zeigt Vorgesetzten Eigeninitiative, Engagement und Leistungsbereitschaft", so Andreas Vollmer, Leiter Studienprogramm und Services bei der SGD. "Dies sind persönliche Eigenschaften, die Chefs gerne sehen. Gleichzeitig profitieren die Unternehmen von dem neuen Wissen, das die Mitarbeiter einbringen." Es verwundert also nicht, dass Personaler diesen positiven Effekt immer mehr nutzen möchten.

Geht es darum, einem Mitarbeiter Karrierechancen zu eröffnen, halten mittlerweile 91 Prozent der befragten Personalverantwortlichen Eigenengagement in der Weiterbildung für wichtig bis äußerst wichtig. Zum Vergleich: 2009 waren es 79 Prozent.

Viele Chefs unterstützen Weiterbildung

Es lohnt sich übrigens in den meisten Fällen, den Vorgesetzten auf Unterstützung anzusprechen: 91 Prozent der Personalverantwortlichen sind bereit, die Weiterbildungspläne ihrer Mitarbeiter beispielsweise durch Kostenübernahme oder durch Freizeit zu fördern.

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Für Arbeitnehmer, die sich 2012 für einen Karriereschub oder einen Jobwechsel wappnen möchten, kann also eine Weiterbildung zum entscheidenden Erfolgsfaktor werden. "Doch viele tun sich schwer, inmitten ihres Berufsalltags das Weiterbildungsthema herauszufiltern, das sie langfristig weiterbringt“, so Vollmer. Sein Tipp: Das Ziel im Auge zu behalten. "Der Blick in entsprechende Stellenprofile oder auch -ausschreibungen gibt Aufschluss über Qualifikationslücken."

Für viele Jobs wird beispielsweise BWL-Wissen oder Know-how im Projektmanagement vorausgesetzt. Ausgebildete Fachkräfte etwa im Handwerk können durch eine Aufstiegsfortbildungen ihre Karrierechancen verbessern: Eine Weiterbildung zum Techniker, Meister oder Fachwirt machen eine Beförderung in die mittlere Managementebene aussichtsreicher.

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