Erfolg 2015: Die besten Karrieretipps von Top-Managern

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Erfolg 2015: Die besten Karrieretipps von Top-Managern

von Kristin Schmidt

Was muss ich können, um im Job voranzukommen? Welche Studienfächer versprechen den besten Einstieg? Und wie überwinde ich Hindernisse? Deutsche Top-Manager verraten ihre wichtigsten Karrieretipps.

Suche kommunikativen, sozial engagierten Digitalexperten mit Auslandserfahrung, der keine Angst davor hat, mit ambitionierten Projekten auch mal zu scheitern.“ So könnte eine Wunschanzeige aussehen, mit der Unternehmen 2015 nach neuen Mitarbeitern fahnden.

Natürlich: Um ein Flugzeug sicher von Berlin nach Boston zu steuern, braucht es andere Fähigkeiten als beim Optimieren einer Produktionsstraße. Und sicher erwartet der Chef vom altgedienten Abteilungsleiter etwas anderes als vom Berufseinsteiger.

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Dennoch: Die Arbeitswelt ist im Wandel – und mit ihr ändern sich die Anforderungen, mit denen sich Unternehmen und Mitarbeiter konfrontiert sehen und mit denen sie in einer digitalisierten, sich in immer kürzeren Abständen erneuernden Wirtschaftsordnung bestehen wollen und müssen.

Sechs Tipps für Jobsucher

  • 1. Konkret schlägt Allgemein

    Nicht nach Jobs im "kaufmännischen Bereich" suchen, sondern die exakten Berufsbezeichnungen benutzen, zum Beispiel Industriekaufmann oder Controller.

  • 2. Verschiedene Berufsbezeichnungen testen

    Der Controller kann auch unter Finanzbuchhalter laufen, der Key-Account-Manager heißt mitunter Großkundenbetreuer.

  • 3. Profile anlegen

    Auf den meisten Portalen können Jobsucher kostenlose Profile mit ihrem Lebenslauf anlegen. Das ist zwar mühsam und erfordert regelmäßige Aktualisierungen – doch dadurch landen sie in einem Bewerberpool, auf den die Unternehmen zugreifen.

  • 4. Angebote abonnieren

    Suchkriterien lassen sich speichern, so bekommen Jobsuchende passende Jobangebote auf ihr Smartphone geschickt. Laut Crosspro-Umfrage machen das derzeit allerdings nur 0,6 Prozent aller Bewerber.

  • 5. Donnerstags suchen

    Laut Crosspro-Studie sind kurz vor Ende der Woche die wenigsten Arbeitnehmer in den Jobbörsen unterwegs.

  • 6. Breit streuen

    Neben den spezialisierten Jobbörsen sollten Bewerber auch bei den Branchenführern nachgucken – sowie regelmäßig auf den Seiten der Unternehmen. Denn dort veröffentlichen sie viele Stellen zuerst.

Welche das sind, hat das Institute of the Future aus dem Silicon Valley in seiner Studie „Future Work Skills 2020“ ermittelt: eine rasant wachsende Datenmenge, auf deren Basis künftig immer mehr Entscheidungen gefällt werden, und die zunehmende Anzahl intelligenter Maschinen, die so manchen Job gleich ganz übernehmen.

Schon heute fahren U-Bahnen, wie etwa in Nürnberg, ohne dass ein Mensch im Führerhäuschen sitzt. Aus solchen Entwicklungen leiten die Forscher zehn Kompetenzen ab, die für den Mitarbeiter im Jahr 2020 unerlässlich sein werden: etwa das Herausfiltern der wichtigsten Infos aus dem Datenwust und das Übersetzen dieser in strategische Konzepte.

Aber auch das Arbeiten in virtuellen Teams sowie ein hohes Maß an sozialer Intelligenz. Denn auch künftig basieren die meisten Geschäftsbeziehungen nicht nur auf Kosten-Nutzen-Berechnungen – Vertrauen ist ebenso wichtig.

„Weil Computer immer mehr Basisaufgaben übernehmen werden“, sagt Jan Müller, Europachef des Recruitingspezialisten Futurestep, „sind besonders die Mitarbeiter wertvoll, die soziale Kompetenzen wie Empathie, Begeisterungsfähigkeit und Innovationskraft mitbringen.“

Neues Jahr, neues Glück So klappt es mit der Karriere 2015

Bewerber sollten ihre Lebensläufe für kommendes Jahr herausputzen. Was zu tun ist, welche Berufsgruppen Chancen haben und welche Branchen und Unternehmen vielversprechend erscheinen.

So klappt es 2015 mit der Karriere Quelle: Getty Images

Auf diese Kombination aus Technikverständnis und sozialen Fähigkeiten setzt auch die große Mehrheit der Top-Manager, die für die WirtschaftsWoche die wichtigsten Fragen zur Karriere 2015 beantwortet haben. Während Facebook-Manager Martin Ott Abiturienten rät, programmieren zu lernen, pocht BASF-Personalchefin Margret Suckale auf ehrenamtliches Engagement: „Wer einmal eine Jugendmannschaft trainiert hat, der weiß, wie man führen und motivieren kann.“

Nach diesen Uni-Absolventen such die meisten Unternehmen (Klicken Sie für eine detaillierte Ansicht bitte auf die Grafik) Quelle: Staufenbiel

Nach diesen Uni-Absolventen such die meisten Unternehmen (Klicken Sie für eine detaillierte Ansicht bitte auf die Grafik)

Bild: Staufenbiel

Kurz: Der ehrgeizige Karrierist ist nicht länger gefragt. „In unserer schnelllebigen und komplexen Wirtschaft braucht es Persönlichkeiten, die eigene Vorstellungen von der Welt haben und neugierig auf Neues sind“, sagt Personalexperte Müller. „Gute Noten und glattgebügelte Lebensläufe sind keine Karrieregarantie mehr.“

Wer etwa beim Konsumgüterkonzern Henkel aufsteigen will, soll mindestens in zwei Abteilungen, zwei Geschäftsbereichen und zwei Ländern gearbeitet haben. Rewe-Chef Alain Caparros überzeugen Mitarbeiter, die in der Lage sind „über den Tellerrand ihrer eigenen Karriere hinauszublicken“.

Scheitern als Weiterentwicklung

Das gilt umso mehr, wenn sich die Arbeitsstrukturen in den Unternehmen ändern. „Bis 2025 werden 40 Prozent der Arbeitnehmer in Projekten arbeiten, die im Schnitt zwei Jahre dauern“, sagt Trendforscher Sven Janszky. „Danach müssen sie sich wieder auf etwas ganz Neues einstellen.“

Selbst Scheitern gilt inzwischen als Form der Weiterentwicklung: „Ich frage Bewerber immer nach Rückschlägen und wie diese gemeistert wurden“, sagt Henkel-Personalvorstand Kathrin Menges. „Wir suchen Mitarbeiter, die Herausforderungen engagiert annehmen und bereit sind, ein Leben lang dazuzulernen.“

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1 Kommentar zu Erfolg 2015: Die besten Karrieretipps von Top-Managern

  • Aufschlussreiche Hinweise und Tipps aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
    Besonders das "Pochen auf das Ehrenamt" von Frau Margret Suckale (Personal-Chefin von BASF)finde ich aus eigener Erfahrung bemerkenswert: " „Wer einmal eine Jugendmannschaft trainiert hat, der weiß, wie man führen und motivieren kann.“
    Ich kann diesen Weg für junge Menschen nur unterstützen, weil hier im täglichen Tun ("auf dem Platz") gelernt werden kann, und dies nicht nur bzgl. "Vorbild sein" und Verantwortung übernehmen.
    Die Anforderungen an eine Führungskraft im (Mannschafts) Sport und in Unternehmen gleichen sich nämlich und man kann aus beiden Lebenswelten lernen. Es geht um das Entwickeln und Umsetzen eines klaren Konzeptes, um das Formen und Motivieren von Teams, Konfliktmanagement, Fordern und Fördern von Zusammenhalt und Zusammenspiel, Einsatz für das Team, Verkraften von Niederlagen und natürlich auch um das kräftige Feiern bei Erfolgen!

    Ich wünsche viel Erfolg auf dem Weg vom Sportplatz in den Chefsessel!

    Ernst Holzmann

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