Erschöpfung: Junge Arbeitnehmer können nicht mehr

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Erschöpfung: Junge Arbeitnehmer können nicht mehr

Sie stehen erst am Anfang ihrer Karriere, und doch macht sich schon Erschöpfung breit: Knapp zwei Drittel der 18- bis 34-Jährigen fühlen sich häufig müde und schlapp - bei den Frauen liegt der Anteil noch etwas höher.

Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Schwenninger Krankenkasse unter 1.000 jungen Erwachsenen in Deutschland. Jeder Dritte im Alter zwischen 18 und 34 Jahren fühlt sich an vier bis fünf Tagen in der Woche müde. Gut jeder Zweite gibt an, sich oft gestresst zu fühlen.

Schwenninger-Chef Thorsten Bröske sieht die Zahlen als Warnsignal: "Dass bereits junge Menschen in diesem Umfang mit Stress zu kämpfen haben, überrascht uns", sagt er. "Ein Grund für die Überlastung schon in jungen Jahren liegt in der zunehmenden Arbeitsverdichtung. Sie kann schnell zu chronischer Überforderung bis hin zum Burn-Out führen." Dabei sind die 18- bis 34-Jährigen durchaus gesundheitsbewusst. Für sie zählt wenig Stress neben ausreichendem Schlaf und einer gesunden Ernährung zu den wesentlichen Voraussetzungen einer gesunden Lebensweise.

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Burnout

  • Persönlichkeitsstruktur

    Peter Michael Roth ist seit August 2012 Chefarzt der Oberbergklinik in Wendisch Rietz. Der Psychiater weiß, dass Burnout-Patienten wie Sättele häufig eine ähnliche Persönlichkeitsstruktur haben.

  • Betroffene

    Betroffen sind selten die faulen oder untätigen Mitarbeiter, sondern meist die besonders Engagierten, Perfektionisten oder solche, die sich für unersetzbar halten. „Wenn hohe Leistung in der Kindheit eine große Rolle gespielt hat, trifft es solche Menschen im Berufsleben zuerst“, sagt Roth. Denn sie muten sich häufig zu viel zu.

  • Krankschreibungen 2012

    Im vergangenen Jahr ließen sich in Deutschland so viele Arbeitnehmer aufgrund psychischer Leiden krankschreiben wie noch nie. Wie die Deutsche Angestellten-Krankenkasse bekannt gab, fehlte 2012 wegen psychischer Beschwerden jeder 22. Arbeitnehmer – mehr als doppelt so viele wie 1997.

  • Sensiblere Ärzte

    43 Prozent der Erwerbstätigen glauben, dass der berufliche Stress in den vergangenen zwei Jahren gestiegen ist. Das heißt aber nicht, dass heute mehr Menschen psychische Störungen haben. Vielmehr sind Ärzte und Patienten mittlerweile sensibler. Das ist auch gut so, findet Psychiater Roth: „Lieber ein Patient mehr, der sich fälschlicherweise für depressiv hält, als ein Depressiver, der sich keine Hilfe holt.“

Ein Mittel, um Burn-Out schon in jungen Jahren zu verhindern, ist Prävention. "Wir brauchen eine langfristige Strategie, bei der alle Partner an einem Strang ziehen", erklärt Bröske. Besonders die Unternehmen stehen in der Pflicht, nicht nur zum Schutz der Mitarbeiter. Die Ausfälle verursachen hohe Kosten – selbst dann, wenn die Krankenkassen nach einiger Zeit die Lohnfortzahlung übernehmen. Je nach Position kann ein einzelner Burnout-Fall 50-100.000 Euro kosten.

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Auch die jungen Arbeitnehmer selbst wünschen sich Hilfe: 83 Prozent von ihnen sehen es der Umfrage zufolge als zentrale Aufgabe der Kassen an, sie bei der Gesundheitsvorsorge zu unterstützen. Mehr als 70 Prozent schätzen beispielsweise Informationen und Angebote der Krankenversicherungen zur Stressbewältigung und Burn-Out-Prävention.

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