Fortschrittsbericht 2014: Dem Fachkräftemangel ist nicht beizukommen

Fortschrittsbericht 2014: Dem Fachkräftemangel ist nicht beizukommen

, aktualisiert 11. Februar 2015, 14:49 Uhr
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Deutschland muss nach Ansicht von Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer alles daran setzen, dem wachsenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Irgendwann war klar: Wenn Wirtschaft und Politik dem steigenden Fachkräftemangel weiter zusähen, droht der Kollaps. Seit dem gibt es ein Fachkräftekonzept und einen jährlichen Fortschrittsbericht. Doch getan hat sich nicht viel. Der Arbeitgeberpräsident malt ein düsteres Bild der Zukunft.

Die Arbeitgeber haben vor erheblichen Einbußen für die Wirtschaft gewarnt, falls Deutschland den Fachkräftemangel nicht in den Griff bekommt. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wenn wir nicht gegensteuern, werden die volkswirtschaftliche Leistungskraft und unsere Sozialsysteme massiv gefährdet. Es drohen Wertschöpfungsverluste in Milliardenhöhe und hohe Risiken für unseren Wirtschaftsstandort.“

So steht es um die Personalplanung in deutschen Unternehmen

  • 85 Prozent

    85 Prozent aller Personaler entwickeln die Strategie zur Personalbeschaffung ausschließlich mit der Geschäftsleitung - und fragen bei den Fachbereichen gar nicht erst nach.

    Quelle: Studie "Personalbedarfsplanung und -beschaffung in Unternehmen" der Unternehmensberatung Hays.

  • 82 Prozent

    82 Prozent berücksichtigen keine Freiberufler bei der strategischen Personalplanung.

  • 81 Prozent

    81 Prozent aller Personalverantwortlicher sind unzufrieden mit der Deckung ihres Personalbedarfs.

  • 72 Prozent

    72 Prozent der Fachbereiche sehen sich in der Hauptverantwortung bei der Personalbeschaffung.

  • 58 Prozent

    58 Prozent legen eine Personalstrategie zur Bindung festangestellter Mitarbeiter an.

Nach Ansicht des Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, muss vor allem das Zuwanderungsrecht transparenter, übersichtlicher und verständlicher gefasst werden. Grillo sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Mittel- bis langfristig kann es Sinn machen, das bisherige Regelwerk für dauerhafte Zuwanderung nach Deutschland um ein Punktesystem zu ergänzen. Allerdings sollte man sich genau ansehen, wie das System zum Beispiel in Kanada funktioniert.“ Es gehe darum auszuloten, „wie man ein solches System an deutsche Bedürfnisse anpassen kann“.

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Kramer argumentierte: „Wir müssen mehr inländische Potenziale als Fachkräfte erschließen. Gleichzeitig müssen wir auch Fachkräfte aus dem Ausland - und gerade aus außereuropäischen Staaten - dauerhaft für ein Leben und Arbeiten in Deutschland gewinnen.“ Ausländische Mitarbeiter bereicherten deutsche Betriebe „auch durch Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenz“, fügte Kramer hinzu.

Mittelstand findet wieder leichter Fachkräfte

Immerhin findet der deutsche Mittelstand findet etwas leichter Fachkräfte. In vielen Berufen wie in der Pflege, im Maschinenbau oder der Elektrotechnik gibt es aber weiter spürbare Engpässe. Das geht aus dem „Fortschrittsbericht 2014 zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung“ hervor, der am Mittwoch das Kabinett passierte.

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71 Prozent der Unternehmen gaben im vergangenen Jahr an, dass es für sie derzeit sehr oder eher schwer sei, neue und ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden. 2013 waren es noch 75 Prozent. Die Zahlen schwanken: 2011 waren es 72 Prozent.

Bei den Berufen mit Engpässen an qualifiziertem Nachwuchs ist neu ein Mangel an Altenpflegern hinzugekommen. Mangel herrscht auch im Metallbau, in der Ver- und Entsorgung, bei Klempnern, in den Bereichen Sanitär, Heizung und Klimatechnik - aber auch bei IT-Berufen.

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