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Frauen und Karriere: Männer sind eifersüchtig auf erfolgreiche Frauen

von Daniel Rettig

Von wegen Gleichheit der Geschlechter. Eine US-Wissenschaftlerin behauptet: Das Ego der Männer leidet unter dem Erfolg ihrer Frauen.

1.  Frauen lassen sich von Stellenanzeigen einschüchtern

Keine Frage, Bewerber sollten Stellenanzeigen sorgfältig durchlesen. Aber zu viel Sorgfalt schadet eher. Ein Problem, das vor allem Frauen betrifft. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Online-Stellenbörse Jobware. 151 Männer und 79 Frauen lasen darin 150 Stellenanzeigen. Währenddessen wurden ihre Augenbewegungen aufgezeichnet, hinterher bewerteten die Studienleiter ihre Aussagen. Das Ergebnis: Frauen klickten im Schnitt nicht nur auf mehr Jobprofile, die sie auch länger durchlasen. Mehr noch: Sie ließen sich wesentlich stärker von vermeintlich männlichen Stellentiteln und Qualifikationen beeindrucken – und wollten sich gar nicht erst bewerben. Ein Indiz dafür, dass sich Frauen von manchen Anforderungen immer noch zu stark beeindrucken lassen. Ein Problem, das schon früh beginnt...

Bild: Fotolia

Seit einigen Jahren diskutieren Politik und Wirtschaft viel und hitzig über eine Frauenquote in Vorständen und Aufsichtsräten. Kern des Problems: Noch immer sind die Chefetagen überwiegend männlich dominiert.
Nun ist es für Frauen schon schwierig genug, Kinder und Karriere zu vereinbaren. Doch die Psychologin Kate Ratliff von der Universität von Florida glaubt, dass es ehrgeizige Frauen noch durch einen weiteren Faktor schwerer haben – ihren eigenen Mann. „Erfolgreiche Frauen schaden nicht nur dem Ego ihres Partners”, sagt Ratliff, „sondern verschlechtern auch dessen Eindruck von der Beziehung.“

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Zu diesem Ergebnis kam Ratliff in einer neuen Studie, für die sie fünf Experimente konzipierte. Zunächst wollte sie von knapp 900 Personen wissen, wie glücklich sie mit ihrer Partnerschaft waren. Dann konfrontierte die Psychologin sie mit verschiedenen Szenarien.

Berufsalltag Frauen stehen auf Kooperation, Männer auf Wettbewerb

Im Berufsleben geben sich Männer gerne als Einzelkämpfer, Frauen hingegen arbeiten lieber im Team. Was nach einem Klischee klingt, konnten zwei Wissenschaftler nun in einer Studie beweisen.

Berufsalltag: Frauen stehen auf Kooperation, Männer auf Wettbewerb

In einem Versuch sollten die Teilnehmer eine Rätselaufgabe lösen. Hinterher erfuhr die eine Hälfte, dass ihr Partner in derselben Aufgabe in der Spitzengruppe gelandet war. Die andere Hälfte ging davon aus, dass der Partner besonders schlecht abgeschnitten hatte. In anderen Experimenten sollten sich die Teilnehmer an eine Situation zurückerinnern, in der ihr Partner Erfolg gehabt oder versagt hatte.

Nun wollte Ratliff wissen, wie die Probanden sich fühlten. Deshalb reichte sie ihnen den impliziten Assoziationstest, bei dem es darum geht, Wörter am Monitor in Kategorien einzuteilen. Der Computer hält fest, wie lange sie dafür brauchen – und daraus können Forscher schließen, wie präsent verschiedene Begriffe bei den Teilnehmern sind.

Ratliff wollte den so genannten impliziten Selbstwert testen, sozusagen das unterbewusst empfundene Selbstbild. Eine Person mit großem Ego würde ein Wort wie „Ich“ in die Kategorie wie „hervorragend“ packen, jemand mit niedrigem Selbstbewusstsein würde „mies“ wählen.

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Und siehe da: Die Männer fühlten sich Ratcliff zufolge angesichts der Erfolge ihrer Partnerinnen weniger selbstbewusst, sowohl bei akademischen als auch bei privaten Triumphen. Mehr noch: Sie waren sogar unglücklicher mit der Beziehung. Die Frauen reagierten völlig anders. Ihr Selbstbewusstsein litt nicht unter dem Erfolg ihres Mannes. Ganz im Gegenteil: Sie waren sogar glücklicher mit der Beziehung.

Aber warum leidet das männliche Ego unter erfolgreichen Frauen?

Erstens seien Männer tendenziell stärker auf Konkurrenz aus als Frauen, sagt Ratliff. Deshalb fühlten sie sich von erfolgreichen Partnerinnen stärker bedroht. Zweitens definierten sich Männer weiterhin über Stärke und Überlegenheit. Daher leide ihr Selbstbild, wenn sie unterlegen sind. Drittens sei denkbar, dass Männer sich als Partner weniger attraktiv finden, wenn sie Schwäche zeigen müssen.

Trotz Emanzipation und Gleichberechtigung sind es demnach vor allem die Frauen, die den Ruhm ihres Mannes genießen – aber umkehrt gilt nicht dasselbe.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 09.09.2013, 16:57 UhrSamBonCar

    Na, so wirklich brandneu ist diese Erkenntnis aber nicht! Aus eigenem Erleben kann ich bestätigten, dass man(n) sich zwar eine erfolgreiche und unabhängige Frau an seiner Seite wünscht. Aber ZU erfolgreich und ZU unabhängig ist auch nix - da geht dann die Libido mal sehr schnell auf Urlaub...

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