Frauenquote: Frauenanteil in DAX-Aufsichtsräten verdoppelt

Frauenquote: Frauenanteil in DAX-Aufsichtsräten verdoppelt

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Ann-Kristin Achleitner sitzt bei Metro und Linde im Aufsichtsrat. In einer ganzen Reihe von DAX-Unternehmen mischen nun Frauen in den Kontrollgremien mit.

Der gesellschaftliche und politische Druck zeigt Wirkung: Die Zahl der Frauen in den Aufsichtsräten der börsennotierten Konzerne steigt stark an.

Frauen besetzen immer mehr Aufsichtsratsmandate der Anteilseignerseite in den Dax-30-Konzernen.  In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Anzahl weiblicher Aufsichtsräte dort auf rund 15 Prozent verdoppelt. Eine Ämterhäufung durch einen festen Kreis von Frauen ist bislang jedoch nicht erkennbar: Nur rund zwölf Prozent der Frauen, die in diese Aufsichtsräte gewählt wurden, besetzen mehr als eine Aufsichtsratsposition. Dies ergab eine Analyse der Managementberatung Kienbaum. Die Autoren untersuchten sämtliche Aufsichtsratspositionen der Anteilseignerseite der wichtigsten deutschen Aktienindizes, also DAX-30, M-Dax, Tech-DAX und S-DAX. „Derzeit gibt es unter den Aufsichtsrätinnen kein Girls-Network, analog zum sogenannten Old-Boys-Network, das im Laufe der Jahre zwischen männlichen Aufsichtsräten in Deutschlands wichtigsten Aktiengesellschaften entstanden ist", sagt Anke Hoffmann, Geschäftsführerin der Kienbaum Berlin GmbH.

Mit der Verdopplung der weiblichen Aufsichtsräte geht auch eine erkennbare Verjüngung einher: Diejenigen Frauen, die bis einschließlich 2010 gewählt wurden, sind heute durchschnittlich 56 Jahre alt, während die neu berufenen weiblichen Aufsichtsräte im Schnitt fünf Jahre jünger sind. Je nach Aktienindex unterscheidet sich der Frauenanteil in den Aufsichtsräten erheblich: Im Dax-30 ist er mit 15 Prozent mehr als doppelt so hoch wie im TecDax, wo lediglich sieben Prozent der Mandate mit Frauen besetzt sind. Im S-Dax sind es sogar nur sechs Prozent, während in den M-Dax-Unternehmen immerhin elf Prozent der Aufsichtsratspositionen von einer Frau bekleidet werden. Über alle Indizes hinweg beträgt die durchschnittliche Frauenquote in den Aufsichtsräten mittlerweile zehn Prozent.

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Neu gewählte Frauen bewähren sich im Aufsichtsrat

"Die neu berufenen Aufsichtsrätinnen leisten in der langjährigen Männerdomäne der Dax-Aufseher offenbar gute Arbeit", schreiben die Autoren. Zumindest sind alle 23 Frauen, die seit 2009 in Dax-30-Aufsichtsräte gewählt wurden, heute noch im Amt. Es könnte allerdings auch am gesellschaftlichen Druck liegen, Frauen auf führende Posten zu berufen, und am Mangel geeigneter Kandidatinnen. Auch in den DAX-30-Vorständen hat erst eine von den 14 Frauen, die seit 2010 neu berufen wurden, ihr Amt niederlegen müssen.

Weibliche Aufsichtsräte haben meist nur ein Mandat inne

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Frauen haben deutlich seltener mehr als ein Aufsichtsratsmandat inne als ihre männlichen Kollegen: Während 76 Prozent aller Aufsichtsratspositionen im DAX-30, in die weibliche Aufseher gewählt wurden, von unterschiedlichen Mandatsträgerinnen besetzt werden, sind es bei den Männern nur 72 Prozent. Über alle Indizes hinweg sind 79 Prozent der an Frauen vergeben Aufsichtsratsmandate an Aufseherinnen vergeben, die nur in einer AG als solche aktiv sind.

Im Dax-30 sind derzeit 62 Aufsichtsratsmandate an Männer vergeben, die in zwei, drei oder vier solcher Gremien aktiv sind. Damit hat knapp ein Drittel aller männlichen Aufsichtsräte mehr als ein Mandat inne. Eine Gruppe von zwölf Prozent sämtlicher Aufsichtsratsmitglieder vereint damit ein Viertel aller Aufsichtsratsmandate in den Dax-30-Konzernen auf sich.

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