Frührente: Wer seinen Job mag, hält länger durch

Frührente: Wer seinen Job mag, hält länger durch

Können Krankenschwestern mit Mitte 60 noch Patienten versorgen? Ersetzt der 67-jährige Dachdecker mühelos marode Schindeln? Wenn er mit seinem Beruf zufrieden ist, schon. Wer glücklich ist, hält länger durch.

Rente mit 63, 65, 67, vielleicht sogar mit 70: Je älter die Menschen werden, desto länger müssen sie arbeiten. Wie lange genau, diskutiert die Politik immer wieder. Aktuell hat der CDU-Wirtschaftsrat Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) aufgefordert, den Weg für Rentner freizumachen, die bis 70 arbeiten wollen. Denn nicht alle wollen mit 63 Jahren aufhören zu arbeiten. Und nicht alle sind spätestens mit 65 körperlich am Ende. Selbst körperlich und psychisch belastende Berufe führen nicht zwangläufig in den vorzeitigen Ruhestand, wie eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigt.

Demnach hängt es viel mehr davon ab, wie hoch die Arbeitsqualität im Allgemeinen ist. Also: die "Gesamtheit aller auf den Arbeitenden einwirkenden Anforderungen und Arbeitsbedingungen". Und dazu zählen nicht nur der Arbeitsablauf, Weiterbildungsmöglichkeiten oder das Gehalt - sondern vor allem: der Spaß am Job.

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Das ZEW stellte nämlich fest, dass nicht diejenigen früher in Rente gingen, die besonders anstrengende Berufe hatten - sondern die, die besonders unzufrieden mit ihrem Job waren.

Die gute Nachricht: Allgemein sind die Deutschen recht zufrieden mit ihrem Beruf. So sagen 86 Prozent der Frauen und 84 Prozent der Männer, dass ihre Arbeit vielseitig und abwechslungsreich ist. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Initiative Gesundheit und Arbeit unter rund 2000 Erwerbstätigen.

Außerdem sagen 84 Prozent der Frauen und 79 Prozent der Männer, dass ihre Arbeit ihnen Anerkennung bringt, was ebenfalls zum Wohlbefinden beiträgt. Und 80 Prozent der Frauen und 81 Prozent der Männer gaben an, dass ihr Job sie fit hält.

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Wenn die ZEW-Studie Recht behält, sollten die Zahlen der Vorruheständler also in Zukunft wieder sinken. Das dürfte auch die Bundesregierung freuen. In den vergangenen Jahren gab es nämlich immer mehr Frührentner.

So waren im Jahr 2010 von insgesamt 674.000 Neu-Rentnern 47,5 Prozent (320.000 Menschen) Vorruheständler. 2011 nahmen 48,1 Prozent der Neu-Ruheständler Abzüge in Kauf und verabschiedeten sich vorzeitig in den Ruhestand. In konkreten Zahlen gingen 2011 knapp 700.000 Menschen in den Ruhestand, davon quittierten fast 337.000 vorzeitig den Dienst.

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