Gehälter und Tarife: Bundesbank setzt sich für mehr Gehalt ein

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Gehälter und Tarife: Bundesbank setzt sich für mehr Gehalt ein

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Die Bundesbank will mit höheren Löhnen die Deflationsgefahr bekämpfen.

Überraschender Umschwung bei der Bundesbank: Statt auf niedrigere Tarifabschlüsse drängt sie jetzt auf höhere Gehälter. Drei Prozent mehr sollen es sein. Doch was verdienen die Deutschen eigentlich pro Monat?

Regelmäßig gehen Menschen für mehr Geld auf die Straße, jetzt bekommen sie Rückendeckung: Angesichts der niedrigen Inflation wirbt die Bundesbank für höhere Tarifabschlüsse. Über Jahre hätten die Tarifparteien „sehr verantwortungsbewusst Lohnzurückhaltung“ geübt, sagte Bundesbank-Chefvolkswirt Jens Ulbrich dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Die Lohnentwicklung in Deutschland sei „vor dem Hintergrund der guten konjunkturellen Lage, der niedrigen Arbeitslosigkeit und der günstigen Perspektiven durchaus moderat“.

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Noch deutlicher sprach sich der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, für Tarifanhebungen aus. „Wenn man eine längerfristige Perspektive einnimmt, kann die Lohnentwicklung auch für ein, zwei Jahre über den Verteilungsspielraum hinausgehen“, sagte Fratzscher. In den vergangenen 15 Jahren seien die Reallöhne von mehr als der Hälfte der deutschen Arbeitnehmer gefallen.

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Bruttomonatslöhne in Deutschland

Doch was heißt das in konkreten Zahlen? Laut dem Statistischen Bundesamt hat der deutsche Durchschnittsarbeitnehmer im Jahr 2013 ohne Sonderzahlungen genau 31.089 Euro brutto heimgebracht. Im Monat hat er also einen durchschnittlichen Bruttoverdienst von 2590,75 Euro. Wirft man einen Blick auf einzelne Branchen, bietet sich folgendes Bild:

- im Gastgewerbe beträgt der Durchschnittslohn 2089 Euro brutto

- bei wirtschaftlichen Dienstleistungen gibt es monatlich 2259 Euro brutto

- im Baugewerbe verdienten Arbeitnehmer 2767 Euro brutto

- in Verkehr und Logistik gab es 2862 Euro brutto

- Menschen, die in der Wasserversorgung tätig waren, bekamen 3101 Euro

- im Handel gab es im Schnitt 3185 Euro

- bei sonstigen Dienstleistungen 3207 Euro im Monat

- In den Branchen Kunst, Unterhaltung und Erholung verdienten Angestellte 3384 Euro brutto

- und im Gesundheits- und Sozialwesen gab es 3393 Euro

- für Angestellte aus der öffentlichen Verwaltung gab es 3425 Euro

- im Grundstücks- und Wohnungswesen 3688 Euro

- im verarbeitenden Gewerbe 3702 Euro

- im Bergbau verdienen Angestellte 3845 Euro brutto im Monat

- in der Branche Erziehung und Unterricht beträgt der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst 4072 Euro

- Freiberufler aus dem wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungsbereich bekommen 4181 Euro

- Angestellte bei Energieversorgern bekommen im Mittel 4465 Euro brutto im Monat

- in den Branchen Information und Kommunikation beträgt der durchschnittliche Bruttomonatslohn 4662 Euro

- im Bereich der Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen lag der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst im 1. Quartal 2014 bei 4677 Euro

Tarifgehälter steigen real um zwei Prozent

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Doch auch ohne Eingreifen der Bundesbank hat sich die Lohnentwicklung hierzulande schon etwas verbessert: Tarifbeschäftigte können sich über das größte Gehaltsplus seit 15 Jahren freuen. Nach den Abschlüssen im ersten Halbjahr hat das WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung eine durchschnittliche Tarifsteigerung von 3,1 Prozent errechnet.

Dieser Wert liegt über den Vorjahren und auch deutlich oberhalb der erwarteten Inflationsrate, weshalb hohe Reallohnsteigerungen anstehen. Anders als zu Beginn des Jahrtausends werden die Gehaltserhöhungen nicht von steigenden Preisen aufgefressen: „Angesichts einer Preissteigerung von rund 1,1 Prozent in diesem Jahr werden die Tariflöhne im Durchschnitt real um etwa zwei Prozent steigen“, erwartet der WSI-Leiter Reinhard Bispinck. „Eine solche Steigerung hatten wir seit 1999 nicht mehr.“

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