Gehalt: Arbeitnehmer zweifeln am Sinn von Boni

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Gehalt: Arbeitnehmer zweifeln am Sinn von Boni

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Jamie Dimon, CEO von JP Morgan Chase musste 2012 auf die Hälfte seines Bonus verzichten. Warum er die andere Hälfte trotz 6,2 Milliarden Euro Handelsverlusten seiner Bank einstreichen konnte, leuchtet nicht allen Beobachtern ein.

Intransparente Bonuszahlungen fördern nicht den Einsatz fürs Unternehmen, sondern einseitige egoistische Ziele der Vergüteten. Das glaubt die Mehrheit der Deutschen, wie eine Umfrage zeigt.

Fast 90 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland ziehen eine Gehaltserhöhung einer einmaligen Bonuszahlung vor. Eine flexible Vergütung führt nach Ansicht von mehr als der Hälfte der Befragten dazu, dass nicht die Unternehmensziele im Mittelpunkt stehen, sondern lediglich der eigene Erfolg des Vergüteten. Dies ergab eine bevölkerungsrepräsentative Befragung der Unternehmensberatung ROC Deutschland unter mehr als 1.300 Arbeitnehmern.

84 Prozent der Befragten halten Bonuszahlungen zwar prinzipiell für einen guten Leistungsanreiz, doch sie sehen deutliche Nachteile bei flexiblen Vergütungsmodellen. 42 Prozent halten es zum Beispiel für ein Problem, dass Boni die Mitarbeiter dazu verleiten, höhere Risiken in ihrer täglichen Arbeit einzugehen.

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"Unsere Befragung zeigt, dass viele Arbeitnehmer erfolgsabhängigen Zuschlägen immer noch reserviert gegenüberstehen", sagt Oliver Back, Geschäftsführer von ROC Deutschland. "Unternehmensleitungen sollten sich daher stärker um Akzeptanz bei den Mitarbeitern für Sonderzahlungen bemühen. Voraussetzung ist dabei, dass variable Vergütungsmodelle nachvollziehbar sind."

Dies sei umso wichtiger, da längst nicht mehr nur beim Top-Management das Gehalt in fixe und variable Bestandteile aufgeteilt wird. Immer mehr Unternehmen beziehen weite Teile der Belegschaft in flexible Vergütungsformen ein. Das gilt auch als eine Methode, in schlechten Zeiten ohne Entlassungen an den Gehältern sparen zu können.

Sonderzahlungen sollten nach Überzeugung von 82 Prozent der Befragten auf langfristigen Erfolg ausgerichtet sein. Einbezogen werden sollten dabei neben der individuellen Bewertung auch die Ergebnisse der Abteilung und des Unternehmens insgesamt, fordern drei von vier Arbeitnehmern. "Dies setzt zuverlässige Kennzahlen voraus. Flexible Vergütungsformen erfordern daher eine hohe Qualität des Reportings verbunden mit der Bereitschaft zur Transparenz gegenüber den Mitarbeitern", so ROC-Geschäftsführer Back.

Für die Unternehmen bieten variable Gehaltsbestandteile zudem Möglichkeiten der gezielten Steuerung über die klassischen Erfolgskennzahlen hinaus. ROC empfiehlt beispielsweise, auch die Kundenzufriedenheit als Bonifizierungsfaktor einzubeziehen. Bewerten Kunden die Leistung eines Mitarbeiters schlecht, macht sich das dann für diesen auch bei der Bezahlung negativ bemerkbar. "Ein akzeptiertes Bonussystem funktioniert nur dann, wenn die Beurteilungsmaßstäbe eindeutig definiert aber gleichzeitig flexibel sind und Anpassungen ermöglichen", so HR-Experte Back.

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