Gehalt: Wie Frauen mehr Geld rausschlagen

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Gehalt: Wie Frauen mehr Geld rausschlagen

Die Buchautorin und Verhandlungsexpertin Claudia Kimmich rät Frauen bei Gehaltsverhandlungen zu mehr Härte. Dabei hilft nicht nur die Sahnehäubchen-Taktik.

Die Empörung in geschlechtspolitischen Debatten über die angebliche Benachteiligung der Frauen im Berufsleben blendet meist ein zentrales Faktum aus. Die Gehälter - sofern sie nicht ohnehin durch Tarife festgelegt sind - werden von Arbeitgebern und Bewerbern frei ausgehandelt. Der "Gender Gap", also die geringere Bezahlung von Frauen im Vergleich zu Männern für den gleichen Job, ist ein Verhandlungsergebnis. Offensichtlich ist es daher grade für Frauen wichtig, mit ihrem Arbeitgeber cleverer zu verhandeln, wenn sie das Gehalt bekommen wollen, das sie verdienen.

„Frauen fehlt die Liebe zum Geld“, stellt Melanie Vogel, Initiatorin der Messe women&work, fest. Befragt nach den Wünschen und Anforderungen an potenzielle Arbeitgeber, wählten 300 von den Veranstaltern der Messe befragte Frauen ein gutes Einstiegsgehalt nur auf Platz 26 von insgesamt 51 zur Wahl stehenden Kriterien. Vogel rät Frauen zur "Sahnehäubchen-Taktik". „Wenn Frauen nicht um die Sahnehäubchen verhandeln, bleiben ihnen am Ende des Berufslebens nur die Brotkrumen“, fasst sie ihre Erfahrungen zusammen.

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Claudia Kimich, Verhandlungsexpertin und Autorin des Buches „Um Geld verhandeln“ hat ähnliche Erfahrungen gemacht: „Frauen versäumen zu oft, in Gehaltsverhandlungen geschickt zu taktieren.“ Sie hat daher drei Tipps zusammengestellt, die helfen, bei Gehaltsverhandlungen das bestmögliche Gehalt herauszuholen.

Tipps für Gehaltsverhandlungen - nicht nur für Frauen

  • Gehaltskompromiss ohne Gesichtsverlust

    Wollen Frauen in einem Bewerbungsgespräch 60.000 Euro Jahresgehalt, der Arbeitgeber bietet aber nur 40.000 Euro, bedeutet ein Nachgeben einen Gesichtsverlust für die Bewerberin, selbst wenn sich beide in der Mitte einigen. Die einzige Chance das Gesicht zu wahren und gleichzeitig Selbstsicherheit auszustrahlen liegt nach Ansicht von Claudia Kimich, Verhandlungsexpertin und Autorin des Buches „Um Geld verhandeln“, in folgender Antwort: "Während der Probezeit arbeite ich zu Ihren Bedingungen, danach richten Sie sich nach meinen!" Wichtig ist, sich auf diesen Deal nur mit schriftlicher Vereinbarung einzulassen.

  • Nachlass nur gegen Leistung

    Beim Verhandeln kommt es darauf an, nie ohne Gegenleistung nachzugeben: „Wenn Frauen zuerst ein Gehalt X verlangen und sich dann um 30 Prozent drücken lassen, hätten sie ja gleich weniger verlangen können. Die Glaubwürdigkeit leidet.“ Kimmich rät, weniger Arbeitsstunden, andere Aufgaben, mehr Urlaub, Weiterbildung, Zuschüsse zu Kinderbetreuung oder Kantinenessen oder einen Dienstwagen als Gegenleistung zu verlangen. „Nur dann bleiben Frauen bei ihrer Gehaltsverhandlung auf Augenhöhe und werden auch anschließend im Job ernst genommen.“

  • Schmerzensgeld

    Wenn bei einem Arbeitsplatz nicht alles ideal ist und von dem Jobangebot nicht die gesamte Existenz abhängt, dann sollten Bewerberinnen genau überlegen, was sie gerne tun und was nicht. Kimich schlägt vor, für die weniger angenehmen Dinge entsprechende Mehr-Entlohnung zu verlangen, zum Beispiel wenn viele Reisen notwendig sind. „Ich verlange von meinen Klienten vor 10 Uhr morgens als Schmerzensgeld den doppelten Satz. Ich bin einfach kein früher Vogel und wenn ich schon vor 10 Uhr arbeite, dann zumindest mit Schmerzensgeldaufschlag.“

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