Generation Y: Die Jugend will gerne führen

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Generation Y: Die Jugend will gerne führen

von Ferdinand Knauß

Es gibt mal wieder eine neue große Umfrage über die jungen mehr oder weniger Erwachsenen von heute. Sie wollen nicht zu viel arbeiten - und führen. Fragt sich nur, wer geführt wird?

Die Generation Y sollte vielleicht endlich mal umbenannt werden. Wie wäre es mit „Generation Everything“. Das würde zu den Vorstellungen vom Leben, die die Bevölkerungskohorte der zwischen 1984 und 1996 Geborenen, in Umfragen offenbaren, zumindest ganz gut passen.

Die so genannte Work-Life-Balance (zu deutsch: Arbeits-Freizeit-Balance) ist ihnen angeblich wichtiger als Geld und Status. „Keinen Job zu haben, ist ihnen lieber als ein Job, den sie hassen“, schreiben die Autoren der „Millennial-Studie“, der angeblich bislang größten unabhängigen Studie über diese Altersgruppe, für die das Beratungsunternehmen Universum, das INSEAD Emerging Markets Institute (EMI) und die HEAD Foundation weltweit mehr als 16.000 Studierende und junge Berufstätige in 42 Ländern befragten.

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Suche nach Talenten Unternehmensberater reagieren auf Generation Y

Karriere? Ja, aber nicht um jeden Preis. Die Generation Y mischt die Arbeitswelt auf. Die Branche der Unternehmensberater, bisher eher für ihre schlechte Work-Life-Balance bekannt, stellt das vor Herausforderungen.

Junge Frau Quelle: itardiusz - Fotolia

81 Prozent der befragten jungen Deutschen wollen eine Arbeit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bietet. Nur für 19 Prozent ist ein hohes Gehalt wichtiger. Überstundenausgleich ist für 60 Prozent besonders wichtig.

Bis dahin klingt das nach einer Generation, die als Antwort auf die völlig überzogenen Ökonomisierungsentwicklungen der jüngsten Zeit die Muße und Bescheidenheit wieder entdeckt haben. Doch davon kann keine Rede sein. Im Gegenteil. Denn die Autoren stellen ebenso fest, dass die Unter-30-Jährigen „ehrgeizig“ seien und daran glaubten, „ihre Karriere selbst gestalten zu können“. Für etwa die Hälfte der Befragten in Deutschland (48 Prozent) ist eine Führungsrolle sehr wichtig oder wichtig.

Demgegenüber ist für 29 Prozent eine Führungsaufgabe kein wichtiges Karriereziel. Die Millennials „wollen führen und suchen die Herausforderung.“ Dass das mit dem Wunsch nach viel Freizeit möglicherweise nicht gut zusammenpasst, scheint dabei keine Rolle zu spielen.

 

Hauptmotivation für die Übernahme einer Führungsrolle sind die Chance, sich mit Themen von strategischer Bedeutung für die Unternehmen zu befassen, und Einfluss auf das Unternehmen zu nehmen (jeweils 40 Prozent). Ein hohes Gehalt steht für 36 Prozent der Befragten im Vordergrund.

Nun kann man von einer Umfrage, die von Institutionen gemacht wurde, die Firmen zu besonders guten Mitarbeitern verhelfen wollen, nicht erwarten, dass sie eine kritische Bestandsaufnahme ihrer Ergebnisse leistet. Sonst müsste man zu dem Ergebnis kommen, dass die Millennials offensichtlich ziemlich viele Flausen im Kopf haben, die vermutlich nicht von selbst dorthin gelangt sind.

Stattdessen rät Petter Nylander, Vorstandsvorsitzender von Universum: „Die Unternehmen, die auf die Bedürfnisse der Millennials eingehen, werden vorn liegen, wenn es darum geht, sie für sich zu interessieren, sie einzustellen und im Unternehmen zu halten.“

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Mit nur ein ganz klein wenig Sarkasmus müsste man den Arbeitgebern, die die jungen Leute von heute als Arbeitnehmer von morgen haben wollen, einfach nur raten: Schmeichelt ihnen, versprecht ihnen goldene Zeiten mit viel Freizeit, „Verantwortung“ und garantiertem Aufstieg.

Verschweigt ihnen vor allem, dass zu jeder Führungskraft stets eine größere Gruppe Geführter gehört, und dass die Aussicht, geführt zu werden, auch in naher Zukunft sehr viel größer bleiben wird, als selbst zu führen.

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