Händedruck: Dauerschüttler trifft toten Fisch

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Händedruck: Dauerschüttler trifft toten Fisch

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Ein Händedruck sagt viel mehr aus, als nur "Hallo, ich grüße dich". Nonverbal bestimmt er auch die Machtverhältnisse im Gespräch und im zwischenmenschlichen Miteinander.

Die Art des Händedrucks zeigt, mit wem man es zu tun hat. Wer ein wenig Körpersprache versteht, erkennt dominante oder ängstliche Typen bei der Begrüßung.

Er ist feucht, er ist schlaff, er fühlt sich an wie ein toter Fisch: Ein solcher Händedruck ruft keine Sympathie hervor. Eher löst er Widerwillen aus, im besten Fall Mitleid. Binnen Sekunden sendet er eine Botschaft über die Person, welche die Hand gibt – als Teil der Körpersprache, deren wesentliche Ausdrucksformen über kulturelle Grenzen hinweg meist universal verstanden werden. 

Ob jemand gerade sitzt oder sich gerade hält, ob er traurig oder fröhlich schaut: In allen Kulturen bedeutet es das Gleiche. Solche Signale werden vom Hirn schneller verarbeitet als die verbale Sprache. Und weil Körpersprache situationsbezogen, unbewusst und blitzschnell erfolgt, kann sie nicht so leicht manipuliert werden.

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Die Körpersprache- und Kommunikationstrainer Caroline Krüll und Christian Schmid-Eggers haben sich mit den unterschiedlichen Formen des Handschlags beschäftigt. In ihrem Buch Körpersprache – das Trainingsbuch stellen sie rund zehn Typen vor. 

Hand oben signalisiert Dominanz

Zum Beispiel den dominanten Händedruck. Ihn zeichnet den Experten zufolge aus, dass der Handrücken beim Handschlag nach oben zeigt. Die Hand des Gegenübers muss sich darunter schieben, der Andere wird so gezwungen, sich unterzuordnen. Dominante Menschen drehen die Hand des anderen schon während des Zugreifens nach unten, sodass ihre eigene Hand darüber liegt. Manche drücken die fremde Hand zusätzlich noch ein wenig nach unten. Ihr Händedruck kann sehr kräftig sein und manchmal schmerzvoll.

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Das Buch "Die Macht der Macht" beschäftigt sich mit der Frage, wie Macht funktioniert, und wie man sie bekommt Quelle: Fotolia

Wer die Hand auf diese Art gibt, macht seinen Führungsanspruch deutlich. Hirn- und Verhaltensforscher haben herausgefunden, dass die Lage der Handfläche signalisiert, wer im Gespräch dominiert. Viele Menschen reagieren auf diesen Händedruck binnen weniger Sekunden – sie ordnen sich beispielsweise unter, sind eingeschüchtert oder empfinden Antipathie. Dominante Typen können sich eher herausgefordert fühlen. Dann drehen sie die eigene Hand nach oben und drücken noch etwas kräftiger zu. Dabei schauen sie dem Gegenüber direkt in die Augen.

Als Pendant zum dominanten gibt es den untergeordneten Händedruck. Auch dieser dreht die Hand – allerdings so, dass die Handinnenfläche schräg oder ganz nach oben zeigt. Wer so die Hand gibt, zeigt, dass er den anderen in der Führungsrolle akzeptiert.

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Richtig unangenehm kann der Handschlag des Kraftprotzes sein: Dieser Typ quetscht die Hand des Anderen zur Begrüßung. Das kann besonders für Ringträger schmerzhaft sein. Krüll und Schmid-Eggers bezeichnen die Kraftprotze als "Menschen mit Schraubstockhand". Vielleicht wollen sie mit der kräftigen Begrüßung Dominanz demonstrieren. Tatsächlich zeigen sie aber fehlende Sensibilität oder mangelndes Selbstbewusstsein.

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